Monschau: Registrierung ermöglicht ein schnelleres Asylverfahren

Monschau: Registrierung ermöglicht ein schnelleres Asylverfahren

Die Zahl der Flüchtlinge, die im Zuge der Erstunterbringung der Stadt Monschau zugewiesen sind, könnte in den nächsten Tagen auf rund 500 ansteigen. Wie die Städteregion Aachen nun mitteilte, werden der Erstaufnahmeeinrichtung am Heidgen in Höfen („Funk“) in den nächsten Tagen weitere 100 Flüchtlinge zugewiesen.

Seit einer Woche sind hier bereits 93 Personen untergebracht. Indes hat die Bundespolizei am Donnerstag mit der Registrierung jener 157 Personen begonnen, die seit 20. September in der ehemaligen Hauptschule auf der Haag untergebracht sind. Die amtliche Erfassung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) habe den Hintergrund, das Asylverfahren zu beschleunigen, wie Hermann Mertens vom Ressort Soziales bei der Stadt Monschau berichtete.

Die registrierten Flüchtlinge werden voraussichtlich schon ab Freitag dauerhaft anderen Kommunen zugewiesen, wo sie dann ihr Asylverfahren abwarten müssen.

Unterdessen nehmen Terror und Gewalt in den von Kriegen heimgesuchten Ländern dieser Tage immer dramatischere Formen an. Jeden Tag kommen tausende Flüchtlinge in die Bundesrepublik Deutschland, um hier Schutz zu suchen.

Die Kapazitäten in den zentralen Unterbringungseinrichtungen und den Notunterkünften des Landes sind schon seit Wochen erschöpft. Um die konkret drohende Obdachlosigkeit von Flüchtlingen zu verhindern, hat das Land NRW auch die Städteregion jetzt aufgefordert, bis spätestens nächsten Montag noch einmal 500 Notunterkunftsplätze zu schaffen.

Es handelt sich bereits um das zweite Amtshilfeersuchen. Erst vor drei Wochen war die Städteregion aufgefordert worden, 500 Plätze bereit zu halten.

„Die Städteregion Aachen ist sich ihrer Verantwortung bewusst und wir mussten angesichts der anhaltenden Flüchtlingsströme davon ausgehen, dass wir eine erneute Aufforderung des Landes erhalten würden. Dass diese aber schon nach so kurzer Zeit kommt, zeigt uns, wie angespannt die Situation ist“, sagte dazu Städteregionsrat Helmut Etschenberg.

Daher müsse nun die ehemalige Liegenschaft des Bundes in Monschau-Höfen um weitere 100 Plätze aufgestockt werden, so Etschenberg. Dann würden hier knapp 200 Menschen leben.

„Da wir in den anderen Kommunen nicht über andere geeignete Liegenschaften verfügen, bleibt uns nichts anderes übrig, als zunächst auch die Turnhallen der Berufskollegs in Herzogenrath und Eschweiler zur Verfügung zu stellen. Dort können voraussichtlich insgesamt 300 Plätze geschaffen werden.“

Wo die dann noch fehlenden 100 Plätze eingerichtet werden, ist noch nicht abschließend geklärt.

Turnhallen nur Zwischenlösung

Für Helmut Etschenberg ist es trotz der krisenhaften Zuspitzung der Anzahl neu ankommender Flüchtlinge wichtig zu betonen, dass es sich bei den Unterkünften in den Turnhallen nur um eine Zwischenlösung handeln kann. Sein Ziel ist es, möglichst zeitnah ausreichend Kompensationsplätze anbieten zu können, um die Hallen wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zuzuführen - wissend, dass dies eine große Herausforderung sein wird.

Der Städteregionsrat appelliert an alle Helfer, ihr vorbildliches Engagement aufrechtzuerhalten. Die betroffenen Vereine und Sporttreibenden bittet er um Solidarität mit den Flüchtlingen.

(hes)