Simmerath: Regioentsorgung: „Wir haben ordentliche Arbeit abgeliefert”

Simmerath: Regioentsorgung: „Wir haben ordentliche Arbeit abgeliefert”

Um bis zu 15 Prozent steigen im kommenden Jahr die Abfallgebühren in der Gemeinde Simmerath. Entsprechend heftig fiel die Reaktion in den Reihen der Simmerather Kommunalpolitiker aus, als die Verwaltung jetzt die neue Rechnung in der Sitzung des Hauptausschusses präsentierte.

Von Fehlkalkulation, falschen Zahlen und „hinters Licht führen” war quer durch die Fraktionen die Rede. Im Jahr 2008 hatte die Gemeinde Simmerath dem jetzt in Eschweiler ansässigen Unternehmen die Abfallentsorgung für das Gemeindegebiet übertragen; jetzt werden die Forderungen laut, Ende 2014 aus dem Zweckverband auszusteigen.

Die Regioentsorgung sieht sich unterdessen veranlasst, auf die zum Teil emotional geführte Debatte in Simmerath mit einigen aus ihrer Sicht wesentlichen Argumenten zu reagieren. Diese Argumentation hat man den Fraktionsvorsitzenden noch als Entscheidungshilfe an die Hand gegeben, wenn der Gemeinderat heute abend die neuen Gebührensätze 2012 verabschieden wird.

„Wir haben ordentliche und qualitativ gute Arbeit abgeliefert”, lautet für Ulrich Koch, Vorstand der Regioentsorgung die Bilanz der bisherigen Aktivitäten in Simmerath. „Es ist keine Tonne stehen geblieben.” Die Berechnung der Abfallgebühren sei nach „besten Wissen und Gewissen” erfolgt. Den gesamten Aufwand halte man genau fest.

Die Kostensteigerung in Simmerath hat für Ulrich Koch nachvollziehbare Ursachen. Im Jahr 2008 sei noch keine Rede von der Grünschnitt-Entsorgung gewesen. Dieser zusätzlich angebotene Service schlage mit 40.000 Euro Buche. Dann, so ergänzt Projektleiterin Stephanie Pfeifer, habe man im Gemeindegebiet sämtliche Gewerbebetriebe und deren Anschluss an die öffentliche Entsorgung überprüft. Im Zuge dieser Maßnahme seien zwei Mitarbeiter „von Betrieb zu Betrieb” gelaufen mit dem Ergebnis, dass 36 Firmen gemessen an ihrem Müllaufkommen zu klein bemessene Gefäße besessen hätten. Auch bei dieser Aktion sei ein Mehraufwand von rund 30.000 Euro entstanden.

Ein weitere Service sei die Tatsache, dass allein für Simmerath neun unterschiedliche Abfallkalender produziert würden. „Das bindet Arbeitskraft ohne Ende.” Unter mehr Bürgerservice, der höhere Kosten nach sich ziehe, nennt die Regioentsorgung auch die flächendeckende Einführung der Altpapiertonne, eine „komfortablere Lösung” bei der Sperrmüllabfuhr oder auch die Einführung der Laubsäcke. Stephanie Pfeifer: „ Die Dienstleistung im Jahr 2011 ist mit der Dienstleistung im Jahr 2007 absolut nicht mehr vergleichbar.”

Ulrich Koch erinnert daran, dass der 2006 gegründete Zweckverband, dem inzwischen 12 Kommunen in der Städteregion und dem Kreis Düren angehören, die Basis für die Gebührenerhebung in Simmerath nicht verbreitert habe. Wichtig ist für Koch auch der Hinweis, dass man zu Beginn der Entsorgungs-Tätigkeit in Simmerath die Gebühren um 30 Prozent gesenkt habe, und man mit den aktuellen Gebühren für das nächste Jahr immer noch unter dem Niveau von 2007 liege.

Vorgehalten hatte man der Regioentsorgung in Simmerath auch, dass sie offenbar den logistischen Aufwand bei der Abfallentsorgung in der Eifel unterschätzt habe.

In der Tat, räumt Stephanie Pfeifer ein, sei der Aufwand in der Eifel mit 140 Einwohnern pro Quadratkilometern gegenüber einer Stadt wie Alsdorf mit 1400 Einwohnern ungleich höher, aber die diese Siedlungsstruktur sei sehr wohl bekannt gewesen.

Zudem habe sich die Regioentsorgung von einem externen Dienstleister überprüfen lassen. Das 130-seitige Gutachten bestätige dem Unternehmen eine gute und im Vergleich mit anderen Entsorgern preiswerte Leistung.

Das Gutachten spreche aber auch Verbesserungsmöglichkeiten in der logistischen Abwicklung an. Gemeint sei damit die Einhaltung der Gebietsgrenzen bei den Entsorgungsfahrten, wodurch es vorkomme, dass Müllfahrzeuge mit einer Dreiviertel-Füllung zur Deponie fahren würden. Gemeinsam mit der Gemeinde Simmerath wolle man an einem Konzept arbeiten, wie man hier zu mehr Effektivität gelangen könne. Ulrich Koch: „Wir machen uns Gedanken darüber wie wir sparen können.”

„Aufschrei” in Monschau vermisst

Absolut kein Verständnis hat Koch für das reflexartige Verhalten einiger Simmerather Kommunalpolitiker, sich bei den Müllgebühren im Vergleich zur Nachbarkommune Monschau „schlecht zu rechnen.” In Monschau sei die Grundgebühr um 60 Prozent erhöht worden. „Ich wundere mich, dass es da keinen Aufschrei gegeben hat.”

Als Fazit der Gebührendebatte hält Vorstand Ulrich Koch fest, „dass wir mit pauschalen Behauptungen und Polemik nicht weiter kommen.” Die Regioentsorgung weise eine Transparenz in ihrer Struktur auf „wie kein anderes Unternehmen.” Der gesamte Aufwand sei nachvollziehbar, und mit Billiglohnunternehmen wolle man sich nicht vergleichen, sieht Koch nicht zuletzt im Umgang mit den Mitarbeitern ein großes Plus der Regioentsorgung.

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