Nordeifel: Rauchmelder verhindern oft Schlimmeres: Feuerwehren ziehen Bilanz

Nordeifel : Rauchmelder verhindern oft Schlimmeres: Feuerwehren ziehen Bilanz

Der Bewohner einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus am Kirchrott in Rohren war nach Mitternacht eingeschlafen und hatte sein Hörgerät auf den Nachttisch gelegt, als plötzlich der Alarm des Rauchmelders auslöste. Der 83-Jährige hatte nach Feuerwehrangaben offenbar versehentlich die Kaffeemaschine auf den noch heißen Herd gesetzt.

Als die Maschine zu schmoren begann, löste die Rauchentwicklung den glücklicherweise installierten Rauchmelder aus, dessen Alarm den Bewohner aber zunächst nicht weckte. Ein aufmerksamer Nachbar, der gerade von der Arbeit gekommen war, hörte das Alarmgeräusch. Als der Bewohner nicht auf seine Klopfzeichen reagierte, rief der Zeuge um 0.53 Uhr die Feuerwehr.

Da der Bewohner beim Eintreffen der Feuerwehr immer noch nicht reagierte, öffneten die Kräfte der Löschgruppe Rohren die Wohnungstür gewaltsam. Der Bewohner wurde in Sicherheit gebracht, die Wohnung gut quergelüftet und der Herd vom Stromnetz genommen. Der Bewohner blieb unversehrt und lehnte einen vorsorglichen Transport ins Krankenhaus ab. Für die acht Einsatzkräfte der LG Rohren unter Leitung von Stefan Hunds war der Einsatz nach einer Stunde beendet.

Das ist ein Beispiel dafür, wie der Einsatz von Rauchmeldern im zurückliegenden Jahr Schlimmeres verhindert hat. Wegen solcher Fälle empfiehlt die Feuerwehr schon seit Jahren die Installation von Rauchmeldern. Seit dem 1. April 2013 bestand die Rauchmelderpflicht schon für Neu- und Erweiterungsbauten, seit dem 1. Januar 2017 gilt sie für alle Wohnungen und Wohnhäuser, und die Leiter der Feuerwehren in Monschau, Roetgen und Simmerath ziehen eine positive Bilanz. „Hier hat der Rauchmelder konkret was gebracht. Der Mann hätte eine Rauchgasvergiftung erleiden können, und da hätte auch leicht ein Wohnungsbrand draus entstehen können“, sagt Monschaus Stadtbrandmeister, Falk Claßen.

Als weiteres Beispiel nennt Claßen einen Einsatz im vergangenen Oktober an der Reichensteiner Straße in Mützenich. Dort stellten die Einsatzkräfte einen Entstehungsbrand in einer Sauna fest. Das Feuer konnte sehr schnell gelöscht und auf die Sauna beschränkt werden. In diesem Fall hatte ein Rauchmelder im Dachgeschoss den Alarm ausgelöst.

Der Chef der Monschauer Feuerwehr begrüßt daher die Rauchmelderpflicht ausdrücklich. „Dadurch gibt es nachweisbar weniger Rauchgasopfer und Gebäudeschäden. Feuer können wir nicht verhindern, aber je früher sie entdeckt werden, desto besser können sie bekämpft werden“, sagt Claßen.

Technische Fehler

In einem anderen Fall hatte in Kalterherberg ein Rauchmelder in einem Pferdestall ausgelöst und die Nachbarin alarmiert. Hier handelte es sich aber um einen Fehlalarm. Da es sich bei den Rauchmeldern um technische Geräte handele, gebe es auch technische Fehler. Die Feuerwehr müsse zwar öfter ausrücken, etwa wenn die Batterie eines Rauchmelders schwächele und das Gerät entsprechende Töne von sich gebe. „Das macht aber nichts. Lieber rücken wir einmal zu viel aus als einmal zu wenig“, sagt Claßen.

Das sehen auch seine Kollegen in Roetgen und Simmerath nicht anders. „Es ist nicht schlimm, wenn wir hin und wieder zurück fahren. Wir helfen gern“, sagt der Leiter der Roetgener Feuerwehr, Joachim Wynands. Außerdem weist er darauf hin, dass bei einer gut gemeinten Fehlalarmierung keine Kosten für den Melder entstehen würden. „Uns ist es lieber, öfter auszurücken als einmal zu spät zu kommen“, bestätigt auch der Leiter der Simmerather Feuerwehr, Christian Förster.

Auch Wynands und Förster kennen mehrere Fälle aus ihrem Verantwortungsbereich, in denen Rauchmelder in den vergangenen Jahren manches Mal Schlimmeres verhindert haben. „Die Geräte haben schon viele Unglücke vermieden“, sagt Wynands. Deshalb empfiehlt er, so viele Rauchmelder wie möglich zu installieren — am besten überall, wo Elektrogeräte betrieben werden, und natürlich auch in allen Flucht- und Rettungswegen wie Fluren und Treppenhäusern.