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Simmerath: Raubüberfall: 31-jähriger Mazedonier ist der dritte Mann

Simmerath : Raubüberfall: 31-jähriger Mazedonier ist der dritte Mann

Der Polizei ist jetzt bekannt, wer der dritte Täter ist, der seit dem versuchten Raubüberfall auf einen Gebrauchtwarenhändler in Simmerath flüchtig ist: Bei dem Gesuchten handelt es sich um einen 31-jährigen Mann mazedonischer Herkunft, der normalerweise in Düren wohnt.

Seine beiden Mittäter, 23 und 33 Jahre alt, waren im Zuge der Fahndung noch am Tag der Tat von Spezialkräften überwältigt und festgenommen worden.

Der 33-Jährige sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl gegen den zweiten Mittäter wurde von der Haftrichterin gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Der 23-Jährige musste seinen Pass abgeben und muss sich künftig regelmäßig bei der Polizei melden.

Damit sei in den Augen der Haftrichterin der Fluchtgefahr im Falle dieses einen Mittäters hinreichend entgegengewirkt, sagte der Sprecher des Landgerichts, Georg Winkel. Einer der Täter hatte gegenüber den Ermittlern ein Teilgeständnis abgelegt. Alle drei Verdächtigen sind bereits polizeilich in Erscheinung getreten.

Ein Augenzeuge, der namentlich nicht genannt werden möchte, war am Freitag zufällig des Weges gekommen, als er den Autohändler rufen hörte: „Hilfe, Hilfe, Überfall!” Er sah die drei türmenden maskierten Männer und fuhr ihnen kurzentschlossen hinterher. „Ich habe in dem Augenblick nicht darüber nachgedacht, ob die möglicherweise bewaffnet waren. Ich bin einfach hinterher gedüst.”

Ein anderes Fahrzeug gesellte sich aus gleichem Grunde hinzu, und so verfolgten die beiden Fahrer die flüchtenden Räuber über die Feld- und Wirtschaftswege, schnitten ihnen, wo es ging, den Weg ab, bis die Polizei vor Ort war.

Gerüchte, dass sich in der Eifel eine Bandenkriminalität mit mafiösen Strukturen ausbreitet, kann die Polizei nach den bisherigen intensiven Ermittlungen nicht bestätigen.

Zur Vorwürfen, der Einsatz der Polizei am Freitag sei ein wenig unverhältnismäßig und überdimensioniert gewesen, gibt Pressesprecher Paul Kemen zu bedenken: „Die Polizei hatte am Freitag einen schwierigen Einsatz zu bewältigen. Denn nach Aussagen des Opfers waren alle drei Täter mit Pistolen bewaffnet. Folglich waren unmittelbar nach der Tat drei bewaffnete Männer auf der Flucht.”

Von daher sei der Einsatz eine Gratwanderung für die Polizei gewesen: Auf der einen Seite galt es, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, Übergriffe und eventuell sogar Geiselnahmen zu verhindern. Andererseits wollte die Polizei den Druck auf die Täter so erhöhen, dass sie sich stellen oder eine Festnahme möglich wird - ohne andere zu gefährden.

Auch der Umstand, dass nach der Untersuchung des Tatortes feststand, dass die eigentliche Tatwaffe eine Spielzeugpistole war, habe den Schluss nicht zugelassen, die anderen Waffen seien auch Spielzeug. Dementsprechend sei die Polizei mit einem hohen Kräfteansatz vorgegangen.

Diese Balance - Sicherheit für die Bevölkerung hier und Festnahme der Täter dort - sei gelungen. Von daher sei man zufrieden mit dem bisherigen Ausgang.

Noch bis Sonntagabend gingen bei der Leitstelle der Polizei in Aachen Tipps und Hinweise ein. Auch viele besorgte Bürger meldeten sich und baten um Verhaltenshinweise gebeten. Die meisten Fragen bezogen sich darauf, ob man die Terrassentüre bei den hohen Temperaturen offen stehen lassen, oder ob die Polizei noch keine Entwarnung geben könne.

Um den Menschen diese Unsicherheit ein wenig zu nehmen, standen die Beamten am Telefon Rede und Antwort. Mit verstärkten Streifen zeigte die Polizei den Menschen in der Umgebung des Tatorts: „Wir sind da”.

Paul Kemen: „Überhaupt haben viele Menschen die Polizei nach der Tat unterstützt. Sei es durch ihre Aussagen, ihre tatkräftige Unterstützung, ihre phänomenalen Ortskenntnisse oder auch durch nette Gesten.”

So sei es vorgekommen, dass jemand, der vom Einkauf kam, angehalten und den Kasten Sprudel, den er für sich gekauft hatte, an die schweißtriefenden Polizisten weitergereicht habe.

Zufrieden mit dem bisherigen Ausgang in man im Präsidium, auch wenn die Angelegenheit noch nicht völlig erledigt ist. Doch auch in diesem Punkt versprüht Polizeisprecher Paul Kemen Optimismus: „Wir kriegen den dritten Mann. Da bin ich mir völlig sicher!”