Monschau: Rat und Verwaltung sehen großes Einsparpotenzial

Monschau: Rat und Verwaltung sehen großes Einsparpotenzial

Es ist so manch altes Schätzchen unter den Immobilien, die die Stadt Monschau ihr Eigen nennt. Genau genommen sind es eigentlich nur alte Schätzchen, bestenfalls in den 70er und 80er errichtet, überwiegend aber noch älteren Datums. Entsprechend veraltet sind in aller Regel Dämmung und Stromtechnik, Heizung und Sanitäranlagen.

Doch während jeder private Häuslebauer viele Programme und manche Hilfe zur energetischen Sanierung seiner vier Wände abrufen kann, bedeutet dies für eine an Gebäuden reiche, ansonsten aber klamme Kommune wie Monschau eine wahre Herkulesaufgabe.

Wie gut, dass vor zwei Jahren der Bund sein Konjunkturpaket II auflegte. Das lief zwar unter dem Titel „Bildungsförderung”, doch dazu gehört ja nun auch mal die Schaffung eines vernünftigen Bildungsumfelds. 1,978 Millionen Euro wurden seinerzeit für die Stadt Monschau bewilligt - 1,36 Millionen, also rund 70 Prozent, sind davon bis heute - Stand 11. Mai - abgerufen. 26 Maßnahmen listete die Stadt Monschau nun noch einmal dem Bauausschuss auf und berichtete auch zum Abwicklungsstand. Dieser liegt meist zwischen 60 und 95 Prozent, elf Maßnahmen sind bereits erfolgreich abgeschlossen.

Lediglich der Umbau der Kellerräume in der Grundschule Mützenich ist noch „in Planung”. 30.000 Euro sind dafür angesetzt, ansonsten reichen die Maßnahmen von der 5000 Euro preiswerten WC-Anlage in Rohren bis zum 300.000 Euro schweren Neubau des Bürgerhauses „MuK” in Konzen. Diese beiden Beispiele sind gemeinsam mit verschiedenen Umbauarbeiten im Monschauer Rathaus aber auch die einzigen Maßnahmen, die nicht in den Bereich Schule und Bildung fallen. Denn mit dem Rest des Geldregens aus Berlin wurde in alle Stadtteile und alle Schulformen fleißig investiert. Und fast alle Sanierungsarbeiten liefen unter dem Attribut „energetisch” ab, sollen also der Stadt Monschau helfen, in Zukunft Energiekosten zu sparen.

Diesen Ansatz hat die CDU-Fraktion im Monschauer Rat bereits in ihrem „Neun-Punkte-Programm zur Haushaltskonsolidierung 2011” verfolgt. „Die millionenschweren energetischen Sanierungen müssen sich auch in der Gebäudebewirtschaftung niederschlagen”, fordert Fraktionschef Micha Kreitz und unterstreicht: „Selbst bei gegenläufigen Kostensteigerungen, sprich: steigenden Strom- und Ölpreisen, müssten die Verbräuche also mittelfristig deutlich sinken.

50.000 Euro weniger Heizkosten

Die Mehrheitsfraktion im Monschauer Rathaus hat sogar konkrete Vorstellungen, wo die Spar-Reise hingehen soll. Danach hat die CDU den Heizkostenansatz von 500.000 auf 450.000 Euro reduziert, Wasser und Abwasser sollen statt 102.000 nur noch 95.000 Euro kosten, und auch die Stromkosten sollten nach Unionsmeinung für 130.000 statt wie bisher für 140.000 Euro jährlich zu haben sein. Auch diese Ansätze berücksichtigen steigende Energiepreise.

Für die CDU ebenso wichtig ist es bei alledem, die Energiekosten städtischer Gebäude transparent zu machen und somit im Auge zu behalten. Deshalb wurde nun im Bauausschuss gemeinsam mit der Fraktion Die Grünen beantragt und einstimmig beschlossen, „zur nächsten Sitzung die mittelfristige Planung zur Verbrauchsreduzierung bei der Gebäudebewirtschaftung und den aktuellen Stand der energetischen Sanierungsmaßnahmen vorzustellen” .

Zur weiteren Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs bedürfe es „der systematischen Analyse, Planung und Erfolgskontrolle der bereits durchgeführten und zukünftig möglichen Maßnahmen”, stellen CDU und Grüne fest. Dabei soll auch das Gebäudemanagement eine tragende Rolle spielen, das aber in Monschau noch in den Kinderschuhen steckt, wie sich im Bauausschuss zeigte.

Martin Lambertz, Grünen-Ausschussmitglied, hauptberuflich in der Immobilienverwaltung der Stadt Aachen beschäftigt, beeindruckte Ausschuss und Verwaltung mit einer präzisen Information, was Gebäudemanagement heutzutage leisten kann und muss. Lambertz machte deutlich, dass bei Verbrauchsberichten zwingend immer auch der Witterungsverlauf zu betrachten sei und dass es für jede Art von Gebäude - Schule mit oder ohne Turnhalle, Schule mit oder ohne OGS - passende Vergleichszahlen gebe.

Auf weitere Milliarden vorbereitet

„In dieser Hinsicht sind wir heute noch auf dem Stand, wo die Stadt Aachen vielleicht vor zehn Jahren war”, räumte Bürgermeisterin Margareta Ritter ein. Wichtig sei aber, „dass wir nun unterwegs sind”, stellte die Bürgermeisterin fest und meinte mit einem Augenzwinkern: „Und sollte es von höherer Stelle weitere Milliarden im Rahmen der Energiewende geben, wären wir auch darauf vorbereitet...”