Monschau: Radikales Sparprogramm: Das Eigentum der Kirche wird schrumpfen

Monschau: Radikales Sparprogramm: Das Eigentum der Kirche wird schrumpfen

Einen radikalen Kurswechsel erwartet das Bistum Aachen von den insgesamt 71 Gemeinschaften der Gemeinde (GdG) zwischen Krefeld und Monschau. Schon vor längerer Zeit wurde angekündigt, dass die Finanzierung der kirchlichen Gebäude nicht mehr wie im bisher gewohnten Umfang funktionieren wird.

Aus diesem Grund wurde das sogenannte Kirchliche Immobilienmanagement (KIM) aus der Taufe gehoben. Dahinter verbirgt sich ein konsequentes Sparprogramm. Die Pfarren erhalten demnächst durchweg 33 Prozent weniger Bistumszuschüsse.

Auch in der GdG Monschau ist nun der Zeitpunkt gekommen, wo man sich über die Nutzung der kirchlichen Gebäude konkrete Gedanken macht.

Ende April hat die Arbeitsgruppe KIM innerhalb der GdG Monschau ihre Arbeit aufgenommen. In einem mehr als sechs Monate dauernden Prozess soll diese Arbeitsgruppe nun eine Gebäude-Konzeption entwerfen, in welcher Art und Weise das vom Bistum geforderte Einsparpotenzial in Höhe von 33 Prozent erreicht werden kann.

Bei diesem schwierigen Prozess, der zwangsläufig zu Verlusten führen wird, aber soll es keine Denkverbote geben. Beim Volumen der Gebäude machen die großen Kirchenräume den überwiegenden Anteil aus. „Deshalb werden wir in diesem Zusammenhang möglicherweise auch über die zukünftige Nutzung unserer Kirchen nachdenken müssen“, schrieb Georg Nilles, der Pastoralreferent der GdG Monschau, in aller Offenheit im jüngsten Pfarrbrief, der aber im Gespräch mit der Lokalredaktion weiter einräumt, „dass wir nicht über Kirchenschließungen reden.“

Nilles gehört der Arbeitsgruppe KIM für die GdG Monschau an. Weiterhin besteht die Gruppe aus je einem Vertreter der Kirchenvorstände und des GdG-Rates, den Mitarbeitern der zuständigen Fachabteilungen, einem Vertreter des Verwaltungszentrums für die Bistumsregion Eifel sowie einem Moderator des Bistums.

Die Arbeitsgruppe hat inzwischen einmal getagt. Für Georg Nilles steht im Vordergrund, dass zunächst eine intensive interne Prüfung stattfindet, ehe Dinge offengelegt werden. „Das ist ein sehr sensibler Prozess“, weiß der Pastoralreferent um die Befindlichkeiten vor Ort. Alle Daten müssten offengelegt werden, um auf dieser Grundlage „kreative Ideen“ zu entwickeln. Im November sollen dann erste Ergebnisse vorliegen.

Innerhalb des anstehenden Prozesses geht es aber nur vordergründig um die Reduzierung der Zuschüsse. Das Bistum Aachen nimmt alle Pfarrgemeinden in die Verantwortung und verpflichtet sie dazu, alle Gebäude und Räumlichkeiten, die in Zukunft pastoral genutzt werden sollen, verbindlich zu benennen. Gleichzeitig fällt die Entscheidung, welche Gebäude künftig definitiv keinen Zuschuss mehr für die Instandhaltung bekommen werden.

Um eine nachhaltige und fundierte Entscheidung treffen zu können, wurde innerhalb der GdG Monschau bereits eine Bestandsaufnahme aller Gebäude und der dort stattfindenden Aktivitäten vorgenommen.

Fachleute haben die Gebäude im Rahmen einer Begehung bewertet. Berücksichtigung finden dabei die Größe der Gebäude, die laufenden Kosten, anstehenden Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen und wirtschaftliche Aspekte.

Während Georg Nilles für die Gebäude, die jetzt schon für die pastorale Arbeit genutzt werden, keine ernsthafte Gefahr sieht, könnte dies bei Gebäuden, die künftig aus der Bezuschussung werden, schon schwieriger werden. „Hier muss sehr gut überlegt werden, ob die Pfarrgemeinde in der Lage ist, die Gebäudeunterhaltungskosten dauerhaft aus eigener Kraft zu bewältigen oder ob Alternativen in Betracht gezogen werden müssen.“

Auch wenn der Prozess der Umstrukturierung gerade erst begonnen hat, sieht der Pastoralreferent die GdG Monschau bereits auf einem guten Weg. Mit dem Rückbau der Pfarrkirche Konzen, dem angestrebten Verkauf des Bischof-Vogt-Hauses in der Altstadt Monschau sowie der bereits vollzogenen Vermietung des Pfarrhauses in der Eschbachstraße sind schon wichtige Schritte unternommen worden.“