Rurberg: Prozession mit Boot: Betend und musizierend über den Rursee

Rurberg: Prozession mit Boot: Betend und musizierend über den Rursee

Das Fest Fronleichnam wird in vielen Pfarren längst nicht mehr am seinem eigentlich dafür bestimmten Tag, dem zweiten Donnerstag nach Pfingsten, gefeiert. Wenn ein Priester in der heutigen Zeit für zahlreiche Pfarren zu Diensten stehen muss, dann ist eine zeitliche Streckung zwangsläufig.

So finden in einigen Dörfern der Eifel die Gottesdienste zu Fronleichnam, bei denen das Geheimnis der Eucharistie im Vordergrund steht, auch erst am morgigen Sonntag statt.

Rund 350 Gläubige fanden sich zum gemeinsamen Gottesdienst auf dem Außengelände am Antoniushof ein.

Ein Termin, an dem jedoch nicht gerüttelt wird, ist das Fest Fronleichnam am Rursee in Verbindung mit der Schiffsprozession. Die gemeinsame Feier unter freiem Himmel in Rurberg ist zwar in erster Linie ein Angebot für die Rurseeorte, aber auch immer mehr Gläubige auch aus anderen Pfar- ren der GdG Simmerath stoßen hinzu, um dieser Feier in ganz besonderer Atmosphäre beizuwohnen. Diesmal kamen rund 350 Teilnehmer zum Pontifikalamt im Rurseezentrum.

Wohl behütet: Bischof Aloys Jousten trägt das Allerheiligste zum Schiff.

Zahlreiche Helfer hatten die Altarbühne auf der Rückseite des Antoniushofes geschmückt und für Sitzbänke auf dem Vorplatz gesorgt. Derweil näherten sich die beiden Schiffe mit dem Allerheiligsten dem Ort des Geschehens. Betend und singend ging es mit der Stella Maris von Woffelsbach in Richtung Rurberg, in Einruhr war zuvor erstmals die „Seensucht“, das Nachfolgeschiff der St. Nikolaus, in See gestoßen. Begleitet wurde die Stella Maris nicht nur von Booten der DLRG und der Feuerwehr, sondern auch musikalisch von den Rurseeklängen.

Auf dem Obersee sorgte die Musikvereinigung „Allzeit fröhlich“ Dedenborn für feierliche Klänge in der morgendlichen Stille des Rurtals. Eine Fußprozession aus Rurberg komplettierte die Schar der Gläubigen. Kommunionkinder und Messdiener aus den Rurseeorten sorgten für ein buntes Bild vor dem Panorama von Honigberg und Eiserbachsee, ein Motiv, das den meisten Touristen zu dieser frühen Stunde noch vorenthalten blieb.

Zu Beginn des Gottesdienstes begrüßte Michael Stoffels, Leiter der GdG Simmerath, besonders Bischof Aloys Jousten aus Lüttich, der das Pontifikalamt zelebrierte und schon mehrfach zu Gast bei der Schiffsprozession am Rursee war.

In seiner Predigt stellte der hohe Geistliche aus dem Nachbarland Belgien, wo Fronleichnam übrigens kein Feiertag ist, die Bedeutung des Festes Fronleichnam in den Mittelpunkt. Jousten sagte, dass die Eucharistie das Herzstück des christlichen Glaubens darstelle und die Teilnahme an der Eucharistie wie auch der Glaube an Jesus Christus untrennbar miteinander verbunden seien. Der Lütticher Bischof: „Der Zugang zum wahren Leben ist nur über Jesus möglich.“ So laute ja auch der Kern der Botschaft Jesu, als er gesagt habe „Ich bin das Brot des Lebens.“

Am Ende der eindrucksvollen Feier dankte Pfarrer Michael Stoffels allen Helfern und Mitwirkenden, die zum Gelingen des Gottesdienstes beigetragen hätten.

Dann endete das Fest wie es begonnen hatte. Die beiden Schiffe kehrten in die Ausgangsorte zurück, und die Teilnehmer der Rurberger Fußprozession hatten im Anschluss die Möglichkeit, mit der Teilnahme am Schützenfest in Rurberg weiterhin in der gesicherten Wiege der dörflichen Tradition zu verweilen.

(P. St.)