Simmerath: Pro PSKW äußert sich zum Aus der Trianel-Pläne

Simmerath: Pro PSKW äußert sich zum Aus der Trianel-Pläne

Das Aus des geplanten Pumpspeicherkraftwerks (PSKW) steht seit Freitag, 21. Juni, endgültig fest — das ist bekannt und wurde ausgiebig diskutiert. Nun haben sich auch Ursula Derichs-Lavalle, Hubert Breuer, Klaus Droste, Knut Giegerich, Rolf Schwartz und Klaus Stockschläder als Vertreter der Interessengemeinschaft Pro PSKW geäußert.

Der Investor sei auf und davon, die Hoffnungen auf regelmäßige Gewerbesteuern und Einnahmen in Millionenhöhe perdu. So könne es gehen, denn das sei Politik, das sei Demokratie und genau aus diesem Grund sehe sich die Interessengemeinschaft IG Pro PSKW veranlasst, „am Ende einer zeitaufwendigen und kostenintensiven Chronologie des Hin und Her, initiiert durch alle Beteiligten — Retter wie Gegner, Politiker wie Investor“ — festzuhalten, „dass hier ohne eine zwingend erforderliche endgültige Prüfung auf Durchführbarkeit ein Milliardenprojekt geradezu vom Verhandlungstisch gefegt wurde“.

„Riesige Chance vertan“

„Ein Projekt von unglaublicher Größenordnung ist nun für die Nordeifel verloren, eine riesige Chance vertan“, schreiben die Befürworter und fragen gleichzeitig: „Kann man so mit der hiesigen Region, mit ihren Bürgern und vor allem mit der Zukunft ihrer Kinder umgehen?“ Durch diesen Verzicht auf die Investition in das PSKW und die vermeintliche Rursee-Rettung werde dem Abwanderungstrend — weg aus der Eifel hin zu wirtschaftlich attraktiveren Gegenden — Tür und Tor geöffnet, denn gemäß glaubwürdiger Prognosen hinsichtlich des demografischen Wandels sei bereits in den nächsten zehn Jahren mit einem Verlust von ungefähr zehn Prozent der Einwohnerzahl zu rechnen.

„Keine Argumente zugelassen“

Die IG Pro PSKW sieht sich nicht allein mit ihrer Überzeugung, dass das Aus dieses Projekts eine für die Eifel weit reichende Fehlentscheidung ist. „Zu kurz gesprungen, bleibt zu kurz gesprungen, und daran ändert sich nichts. Auch nicht der Eindruck, den die Bürgerinitiative Rettet den Rursee (BIRdR) mit Vehemenz in der Öffentlichkeit nach wie vor darzustellen versucht: hinter dem Nein zum PSKW stünde die mehrheitliche Meinung der Bevölkerung“, kritisieren die Befürworter.

Die IG Pro PSKW kritisiert und bedauert, „dass die Gegner des PKSW in der so wichtigen sachlichen Auseinandersetzung um dieses Großprojekt keine Gegen-Argumente zugelassen haben“. Es seien falsche, nicht den Tatsachen und der Realität entsprechende Informationen mit einem einzigen Ziel und Effekt verbreitet worden: „Ängste zu schüren gerade bei denjenigen, die sich in dieser Sache, in dieser Technologie mit all ihren Vorteilen, kaum oder gar nicht auskennen.“

Immer wieder hätten die Gegner „Lobbyisten gleich“ ihre persönlichen Interessen an der Nutzung des Rursees und seines Umfeldes in den Vordergrund gerückt und geradezu den Eindruck vermittelt, der Rursee sei ihr persönliches Eigentum — „kein Ort zum Wohl der Region, ihrer Bevölkerung und all jener Besucher, die auf Grund dieser neuen technischen Attraktion die Eifel vielleicht für ihren nächsten Urlaub gewählt hätten: Urlaub als eine Kombination aus Natur und Technik, ein Erfolgsmodell im modernen Tourismus, das andere PSKW-Standorte bereits erfolgreich nachgewiesen haben. Perdu, Chance vertan. Energiewende“.

„Keine Alternativen“

Die IG Pro PSKW ist überzeugt, dass es derzeit zum PSKW keine Alternativen gibt. Wer Sonnen- und Windkraft für die Energiewende nutzen wolle, benötige Kurzzeitspeicher. Ausschließlich auf Zukunftstechnologien zu warten, hieße, sich mit der Energiewende in Deutschland Zeit zu lassen. „Rückschritt statt Fortschritt, Abwanderungsförderung statt Standortsicherung, Verlust von Attraktivität. Gewonnen hat hier niemand weder Retter noch Gegner, weder Politik noch das Geld — Ängsteschüren und das Handtuchwerfen sind in diesen Zeiten keine Lösung“, heißt es von Seiten der IG Pro PSKW.

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