Einruhr/Erkensruhr: Prinzenpaar verbietet Blondinenwitze am Rursee

Einruhr/Erkensruhr: Prinzenpaar verbietet Blondinenwitze am Rursee

220 Mitglieder zählt derzeit die Einruhrer Karnevalsgesellschaft „Ruscher Breybrobbele“. Diese Quote entspricht glatt der Hälfte aller Einwohner im „Dorf am See“. Und die verstehen es, Session für Session tüchtig und kreativ Karneval zu feiern.

Im steten Wechsel wurden bislang „große“ und „kleine“ Prinzenpaare zur Herrschaft über das Narrenvölkchen Einruhr/Erkensruhr gekürt. Diesmal wählte der honorige Elferrat unter seinem Ehrenpräsidentin Karl-Heinz Breuer erstmalig die „goldene Mitte“ zwischen den Generationen.

Im Einruhrer Heilsteinhaus wurde Samstagabend in der mehr als 25—jährigen Geschichte der KG ein jugendliches Herrscherpaar inthronisiert. Die scheidenden Regenten, Prinz Bernd und Ehefrau Gaby, übergaben die Insignien mit frohem Geleit und Glückauf an ihre 16—jährigen Nachfolger. Dieses festlich kostümierte Gespann zog in vollem Ornat — das Gesicht zunächst noch hinter Masken verborgen — in den Saal, wo ihm ein begeisterter Empfang beschert war.

Dann lüfteten Prinz Marc (von Ameln) und seine Mitregentin Dana (Wunderlich) das Geheimnis ihrer Identität. Sie übernahmen am Rursee schlagfertig, mit Schwung und Humor das Zepter des Frohsinns und der Heiterkeit bis Aschermittwoch.

Unter Karl-Heinz Breuers Leitung vollzog sich ein weiterer Funktionswechsel im Faschingstrubel der Breybrobbele. Der Ehrenpräsident dankte dem bisherigen und nun scheidenden Sitzungspräsidenten Christoph Poschen für dessen geleistete Arbeit und „dafür, dass du so lange ausgehalten hast“.

Karl-Heinz Breuer zitierte und kommandierte zunächst seine Elferratskameraden zur Aufstellung in Reih und Glied „an die Wand“. Galt es doch, mit Uwe Zisowsky anstelle von Poschen den künftigen Sitzungspräsidenten in sein Amt einzuführen. Und Zisowsky gab jetzt das Mikrofon nicht mehr aus der Hand, dafür aber sogleich eloquent seinen munteren Einstand.

Der Ehrenpräsident stellte den Besuchern den frisch entworfenen, ansprechenden Orden der Ruscher Faschingsfreunde vor. Diese bewiesen einmal mehr, dass sie zwar „aus dem tiefen Tal“ stammen, aber nicht nur verstehen, „ausgiebig Karneval zu feiern“. Ein flottes Programm umrahmte das offizielle Prozedere der Amtseinführung.

Ehrenpräsident Breuer ließ sich von seinen Elferräten „in die Hand und auf Ehre“ versprechen, „dass sie das Botschafterpaar der KG, Marc und Dana, bei künftigen öffentlichen Auftritten und protokollarischen Pflichtterminen zahlreich begleiten und nach Kräften unterstützen werden“.

Ehe sich die Besucher am Buffet stärkten und vergnüglich-spannende Spiele das weitere Abendprogramm gestalteten („Schlag den Elferrat“), verlasen die gerade auf den Narrenschild gehobenen Teenager Marc und Dana in lustiger Reimform ihre Thronrede. Deren elf Gebote setzen nun am Rursee bis zu den tollen Tagen alle anderen Gesetze außer Kraft. So sind, formulierte (die blonde) Prinzessin Dana energisch, „Blondinenwitze jeder Art bis zum 5. März bei Höchststrafe verboten“.

Dana ist Schülerin und besucht die Bischöfliche Realschule St. Ursula in Monschau. Partner Marc zählt zum Kader der bereits jetzt unter Profibedingungen trainierenden Nachwuchsmannschaft des belgischen Fußball-Zweitdivisionärs AS Eupen. Mit weiteren kurzweiligen Spielen, spontan inszenierten Beiträgen der Tanzgarde „Flotte Bienen“, zahlreichen Gästen und Spaß eröffneten die Ruscher Breybrobbele schwungvoll ihre „fünfte Jahreszeit“.

(M. S.)
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