Dedenborn: Poller soll beliebte Abkürzung in Dedenborn stoppen

Dedenborn: Poller soll beliebte Abkürzung in Dedenborn stoppen

Sie gehört zu den beliebtesten Abkürzungen im gesamten Gemeindegebiet Simmerath: Gemeint ist die Anliegerstraße „Auf den Feldern“ in Dedenborn, die kürzeste Verbindung zwischen Rauchenauel und Seifenauel unter Umgehung der Ortsdurchfahrt. Das Ärgernis ist seit Jahren bekannt, aber erst jetzt ist der Ärger so groß, dass daraus Handlungsbedarf entstand.

Der Simmerather Tiefbauausschuss beschloss jetzt einstimmig, durch die Errichtung eines Sperrpfostens die Abkürzung zu stoppen. Mitten auf die Fahrbahn gesetzt, soll es künftig nur noch möglich sein von oben Friedhof und Kindergarten zu erreichen. Dann stoppt der Pfosten die Weiterfahrt; das Gemeindezentrum hingegen ist nur noch von unten erreichbar.

Dies sei fürs Erste die „preiswerteste Lösung“ befand Jens Wunderlich (CDU). Nach einem Jahr Testphase solle die Verwaltung einen Erfahrungsbericht vorlegen. Der Sperrpfosten (geschätzte Kosten mit Einbau etwa 500 Euro) soll allerdings erst nach der Winterphase installiert werden.

Das Problem des Abkürzungsverkehrs in Dedenborn rückte stärker in die Öffentlichkeit, seitdem sich „Auf den Feldern“ die Bebauung verdichtet hat und es somit auch mehr Betroffene gibt.

Keine klare Linie

Die Verwaltung hatte als mögliche Alternative vorgeschlagen, es nicht nur bei einem Sperrpfosten zu belassen, sondern Umfahrungsmöglichkeiten über das Gelände des Gemeindezentrums bzw. den kaum noch genutzten Spielplatz zu schaffen. Die dadurch erforderlichen Baumaßnahmen würden rund 25.000 Euro kosten.

In einer Informationsveranstaltung, die von knapp 40 Bürgern besucht wurde, hatte der genannte Vorschlag die größte Übereinstimmung gefunden, wenngleich sich insgesamt kein einheitliches Bild abgezeichnet hatte.

Darauf verwies in der Sitzung auch Marc Topp (SPD). Es sei noch „keine klare Linie“ erkennbar. „Die Interessenlage ist sehr unterschiedlich.“

Mit der Poller-Lösung, betonte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, gebe man den Bürgern ein Signal, dass das Problem erkannt worden sei. Gerade in den Sommermonaten trete die Problematik des Abkürzungs-Verkehrs mit teilweise hohen Geschwindigkeiten verstärkt auf.

Bei der Infoversammlung hatten Bürger darauf hingewiesen, dass bereits ab fünf Uhr morgens die Abkürzung genutzt wird; offenbar liege das auch an Navigationsgeräten, die diese Route vorschlagen würden. Auch wurde behauptet, dass es in der Vergangenheit mehrfach Unfälle gegeben habe, die aber nicht angezeigt worden seien. Hingewiesen wurde auch auf das erhöhte Gefahrenpotenzial für Fußgänger. Auch wenn an diesem Abend mehrheitlich ein Sperrpfosten favorisiert wurde, sah man auch die Nachteile einer solchen Maßnahme, von der auch die Anwohner selbst betroffen sind.

(P. St.)
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