Roetgen: Politiker wollen Autofahrer auf der Hauptstraße bremsen

Roetgen: Politiker wollen Autofahrer auf der Hauptstraße bremsen

Der Tempo-30-Bereich der Hauptstraße in Roetgen soll ausgeweitet werden und zwar über die Einmündung der Lammerskreuzstraße bis zu Einmündung der Straße Hackjansbend. Der Bauausschuss hat in seiner letzten Sitzung auf Antrag der SPD beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, mit der Straßenverkehrsbehörde der Städteregion, dem Landesbetrieb Straßenbau und den zuständigen Stellen der Polizei Verhandlungen aufzunehmen.

Die SPD-Fraktion hatte ihren Antrag damit begründet, dass infolge des nunmehr nahezu vollständig erschlossenen Baugebiets Hackjansbend sowie des im letzten Jahr in Betrieb gegangenen AWO-Kindergartens und der seit einigen Jahren erweiterten Privatschule Conventz täglich erheblich mehr Kinder als früher die Hauptstraße nutzen. Außerdem werde die in Aussicht stehende Ansiedlung von Familien in den Neubaugebieten Greppstraße I und III dieser Entwicklung nochmal einen Schub geben. Insbesondere in den dunklen Morgenstunden des Winterhalbjahres nehme die potenzielle Gefährdung der Fußgänger zu.

Der Knackpunkt an der Sache ist, dass nicht die Gemeinde Roetgen sondern das Land NRW für die Hauptstraße, die L 238, verantwortlich ist. Die Unfallzahlen und Geschwindigkeitsübertretungen seien nach bisheriger Kenntnis des Ordnungsamtes unauffällig und werden aus Sicht der Verwaltung dem Landesbetrieb Straßenbau NRW eher keinen Grund liefern, einer Ausweitung des Tempo-30- Bereiches zuzustimmen. Im Gegenteil, da der bisherige Tempo-30-Bereich nicht konform mit den geltenden Verwaltungsvorschriften der Straßenverkehrsordnung ist, könnte eine genaue Anwendung der seit 2009 geltenden Regelungen könnte daher unter Umständen zu einer Verkürzung des bestehenden Tempo-30-Bereiches von circa 600 auf rund 300 Meter führen.

Da sich die Parteien im Bauauschuss über Sinn und Nutzen der Maßnahme einig waren, rückte die Frage in den Mittelpunkt, wie hoch das Risiko sei, mit dem Antrag schlafende Hunde zu wecken und am Ende keine Erweiterung, sondern einen Rückbau des Tempo-30-Bereichs zu erreichen.

Bürgermeister Manfred Eis erklärte dazu, dass die Geschwindigkeit auf 80 Prozent der Roetgener Straßen auf Tempo 30 beschränkt sei. Ein Risiko gehe man mit dem Antrag nicht ein. Wenn eine Verkürzung des bestehenden Bereichs vom Landesbetreib gewollt sei, wäre sie schon längst da. „Die sind ja nicht blind“, sagte Eis.

Der Roetgener Bauausschuss sprach sich schließlich mit 13 Ja-Stimmen für den Antrag der SPD aus. Lediglich Gerd Neuefeind (UWG) stimmte dagegen.

(ag)