Roetgen: Pferd stirbt nach Fütterung durch Kinder

Roetgen: Pferd stirbt nach Fütterung durch Kinder

Auf einer Pferdekoppel in Roetgen ist vor gut einer Woche ein Islandpferd qualvoll an den Folgen unbefugter Fütterung durch Anwohner gestorben. Die Islandpferdefreunde „Kaiser Karl“ e.V. haben dies nun zum Anlass genommen, noch einmal auf das Verbot des Betretens von Pferdekoppeln und des Fütterns der Tiere hinzuweisen.

„An besagtem Septembersamstag gelangten — für Pferde unverdauliche — Gemüsereste und frische Grasabschnitte durch Kinder im Grundschulalter auf die Wiese einer Roetgener Pferdeherde. Eines der Pferde starb daraufhin nachts an einer schweren Kolik“, schildert Magdalena Keus, Jugendwartin des Vereins, den tragischen Vorfall.

Bei der Kolik handelt es sich um eine Erkrankung, die durch das Nichtverdauen des Magen-Darm-Inhalts durch falsche Fütterung entstehen kann. Die Krankheit geht für die Tiere mit schweren Schmerzen einher und kann zu deren Tod führen. „Die Eltern der Kinder übernahmen in diesem Fall noch keine Verantwortung und wiesen bislang jeglichen Haftungsanspruch durch die Eigentümer zurück“, berichtet der Vorstand der Islandpferdefreunde. Roetgener Pferdehalter seien deshalb seither erneut um die Gesundheit und die Sicherheit ihrer Tiere besorgt.

Durch das ordnungsgemäße Verschließen und Absichern der Weiden würden die Möglichkeiten des Tierschutzes seitens der Halter ausgeschöpft. „Die Wiesen sind Privatbesitz und als solche für Unbefugte unzugänglich gemacht. Dennoch werden immer wieder Passanten beim Füttern und Betreten der Weiden beobachtet. Dabei sind nicht nur das Unwissen über die artgerechte Fütterung, sondern auch der fehlende Respekt vor fremdem Eigentum und den Tieren sowie die Verletzung der Aufsichtspflicht von Eltern Grund des Ärgers und der Besorgnis der Tierhalter“, so der Vorstand.

Er hat diesen Vorfall zu Wochenbeginn zum Anlass genommen, in einer Presseerklärung ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass das Betreten der Weiden und das Füttern von Pferden durch Unbefugte untersagt sind. „Wir freuen uns über das Interesse und die Begeisterung der Roetgener Kinder an unseren Ponys. Dennoch müssen Eltern ihre Kinder aufklären und diesen Vorbilder im Umgang mit der Natur und den Tieren sein“, so Jugendwartin Magdalena Keus.

Ausdrücklich weist sie darauf hin, dass regelmäßige Veranstaltungen des Vereins es Eltern und Kindern ermöglichen, in einem geschützten Rahmen mit Islandpferden in Kontakt zu kommen und mehr über diese schönen Tiere zu erfahren.

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