Imgenbroich: Perlenbach-Verband: Wasserpreis ist nicht mehr lange zu halten

Imgenbroich : Perlenbach-Verband: Wasserpreis ist nicht mehr lange zu halten

Im Betriebsausschuss des Zweckverbands Perlenbach für die Wasserversorgung ging es ums Geld - um das, das man ausgeben muss, und um das, das man entsprechend einnehmen muss. Und ums Geld ging es auch bei Überlegungen, wie man es begehrlich in die Eifel schauenden Nachbarn erschweren könnte, Hand an den noch selbstständigen Zweckverband der Eifelkommunen zu legen.

Die gute Nachricht vorweg: Grundgebühr und Kubikmeterpreis bleiben vorerst stabil, seit der letzten Erhöhung zum Jahresanfang 2005. Doch wenn sich der negative Trend bei den Einnahmen aus dem Wasserverkauf fortsetzt, während die Ausgaben weiter steigen, nicht nur durch tarifliche Lohnerhöhungen, muss man in den kommenden Jahren mit Fehlbeträgen zwischen 400.000 und 500.000 Euro rechnen.

„Da muss im Bereich der Gebühren gegengesteuert werden”, mahnte Werksleiter Derk Buchsteiner. Dem Verband ist nämlich vom Gesetzgeber auferlegt, die Jahresdefizite innerhalb von fünf Jahren auszugleichen.

Etwas Luft verspricht man sich von der Tatsache, dass sich die wegfallende Belastung durch Abfindungen für frühzeitig ausscheidende Mitarbeiter in den kommenden Jahren auf der Ausgabenseite positiv bemerkbar macht. Bei den Einnahmen erwartet man positive Effekte, wenn die Schwimmhallen in Monschau und Simmerath nach der Neueröffnung 2012 sowie der Ferienpark Eifeltor bei Heimbach als Großabnehmer Wasser vom Verband beziehen.

Mehr Leitungen erneuern

Allerdings wird man sich auch bei der Erneuerung des Leitungssystems stärker engagieren müssen, damit es nicht zu Lasten kommender Generationen zu einem Investitionsstau kommt. Wurden bislang je Jahr etwa 0,3 Prozent des Leitungsnetzes erneuert, wird man die vorgesehene Rate verdoppeln müssen - von 1,7 Kilometer Streckenlänge auf 3,5 Kilometer Streckenlänge; der Wasserpreis wird damit nur gering um 1,4 Cent je Kubikmeter belastet.

Dies ist allerdings nur ein Zielwert, der in einzelnen Jahren unter- oder überschritten werden kann. Die Leitungsrohre machten nämlich - herausgeholt - in einigen Bereichen den Eindruck, als hätten sie noch 100 Jahre halten können, in anderen waren sie durch aggressives, Venn-nahes Grundwasser nur noch papierstark.

„Strukturelles Defizit”

Im Wirtschaftsplan geht das Wasserwerk davon aus dass der Wasserverbrauch weiter rückläufig ist, von knapp 44 auf knapp 43 Kubikmeter je Einwohner sinkt. Verbandsvorsteherin Margareta Ritter machte deutlich, dass bei weiter rückläufigem Verbrauch der Wasserpreis nicht mehr zu halten sei. Und sie erinnerte die Mitglieder des Betriebsausschusses an ihre Beschlüsse in den Gemeinderäten, wo es unstrittig sei, dass die Gebühren für Müll und Abwasser die Kosten decken müssten: Dies sei auch für das Wasser nicht zu vermeiden.

Den Grund für die Misere sahen Ausschussmitglieder nicht zuletzt in den hohen Kanalgebühren, die doch manchen Bürger verleiteten, Brauchwasser aus Hauswasserwerken „schwarz” in die Kanalisation einzuleiten. Darauf sollten die Kommunen schon im eigenen Interesse ein stärkeres Augenmerk legen. Im nächsten Jahr soll dieses „strukturelle Defizit” ausführlicher beraten werden.

Kopfzerbrechen bereitet dem Verband wie er sein Vermögen bewerten soll. Notwendig ist es, weil einige Kommunen, vor allem Simmerath und Monschau, ihren Anteil am Wasserwerk in ihre Bilanz aufnehmen müssen. Lässt sich der Wert der schmucken Zentrale in Imgenbroich, der Wasseraufbereitungsanlage, der Hochbehälter wie auch des Staudamms und des Leitungsnetzes mit viel Rechnerei noch ermitteln, hat man noch keine Lösung gefunden, mit welchem Wert die Fläche des Stausees in die Vermögensaufstellung übernommen wird - als gewerbliche Fläche zum Wert von 20 Euro je Quadratmeter oder als Grünland mit einem Wert von vier Euro je Quadratmeter.

Vermögensausgleich

Bedeutsam wird dies nicht zuletzt dann, wenn ein Nachbar den Verband schlucken will, dafür aber einen Vermögensausgleich zahlen muss. Und da im Ausschuss erkennbar war, dass man die Selbstständigkeit lieb gewonnen hat, würde es nicht verwundern, wenn der Verband sich über den Grundstückspreis für die Talsperre reich rechnet.