Perlbachwasser trotz Notlage Trockenheit nicht teurer

Talsperrenverband : Perlbachwasser wird trotz Notbetrieb nicht teurer

Die gute Nachricht in der Sitzung der Verbandsversammlung und des Betriebsausschusses des Wasserversorgungszweckverbandes Perlenbach lautete: „Trotz Wasserknappheit und Notbetrieb ist keine Teuerung des Wasserpreises zu erwarten.“

Betriebsleiter Derk Buchsteiner konnte dies trotz erhöhtem Wasserbrauch, Rekord-Trockenperiode, daraus resultierendem niedrigem Wasserstand in der Perlbachtalsperre sowie momentanem Teilnotbetrieb zur Freude aller Teilnehmer einschließlich Axel Buch (Vorsitzender der Verbandsversammlung) und Norbert Rader (Vorsitzender des Betriebsausschusses) verkünden.

Wie wir berichteten, beziehen derzeit im sogenannten Teilnotbetrieb die Haushalte in Monschau und weiten Teilen Simmeraths wieder ihr Trinkwasser aus der Perlenbachtalsperre. Schmidt, Roetgen, Lammersdorf-Waldsiedlung und -Kämpchen sowie Hürtgenwald und Kreuzau werden nach wie vor aus der Dreilägerbachtalsperre in Roetgen versorgt. Am 6. Oktober 458,45 Meter über Meereshöhe; Tendenz aufgrund der anhaltenden Trockenheit fallend. Sollte sich bezüglich der Niederschläge nichts ändern, ist davon auszugehen, dass der bereits im September für fünf Tage ausgerufene Notbetrieb wieder Wirklichkeit wird. Dann wird das gesamte Versorgungsgebiet des Wasserwerks erneut vom WAG-Talsperrenverband Dreilägerbach-Kalltal-Obersee mit Frischwasser versorgt werden müssen.

Grafik: Thomas Heinen, Foto: Heiner Schepp, Quelle: Wassererwerk Perlenbach.

Eine wichtige Rolle beim Pegelstand der Perlenbachtalsperre spielt im Übrigen die nach dem Wasserrecht vorgeschriebene Pflichtwasserabgabe in den Unterlauf des Perlenbachs für die Aufrechterhaltung der dortigen Wasser-Ökologie. Mindestens 40 Liter pro Sekunde gibt die Talsperre in den Perlenbach ab. Das hört sich auf den ersten Blick wenig an, nimmt aber schon eine andere Dimension ein, wenn man die Stundenabgabe mit 144.000 Litern betrachtet.

Am Tag werden dann letztlich stolze 3.456.000 Liter (rund 3,5 Tausend Kubikmeter) in den Perlenbach aus der Talsperre abgegeben. Laut Derk Buchsteiner ist das „ein Drittel unserer Förderung ins Netz.“ Wozu Buchsteiner dann noch im Hinblick auf den momentanen Teilnotstandsbetrieb ergänzt: „Wenn wir diese Abgabe nicht hätten, wären wir nicht in den jetzigen Zustand gekommen.“

Ferner kam in der Sitzung der Verbandsversammlung auch der Untersuchungsbericht der Kommunal-Agentur NRW zur Sprache, in dem diverse Empfehlungen und Verbesserungen zur Organisation und Wirtschaftlichkeit des Wasserwerks gegeben wurden. Zu diesem Katalog hat die Betriebsleitung eine Priorisierung in drei Stufen vorgenommen, die zwischenzeitlich auch den Bürgermeistern der Kommunen vorgestellt wurden. Aus dem Untersuchungsbericht geht auch hervor, dass die Anzahl der Schäden im Rohrnetz vergleichsweise hoch sei. Hierzu erfolgte eine strukturierte Analyse und Dokumentation der Rohrschäden.

Weiterhin konnten laut Buchsteiner aufgrund des Untersuchungsberichtes zwischenzeitlich viele innerbetriebliche Prozesse rationalisiert werden, womit Kosten und Aufwendungen eingespart werden.

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