Nordeifel: Pegel der Rurtalsperre: In einem Monat fast verdoppelt

Nordeifel: Pegel der Rurtalsperre: In einem Monat fast verdoppelt

„Adventsflut” nennen Wasserwirtschafter und Meteorologen die niederschlagreiche Witterung zum Ende des Kalenderjahres, und dieses Attribut hat sich der erste meteorologische Wintermonat 2011/2012 wahrlich verdient.

Seit dem 4. Dezember steigt der Pegel der Rurtalsperre nach einem ihrer trockensten Jahre seit Staubeginn nun schon wieder an, Tendenz auch jetzt immer noch steigend. Und das dürfte sich diese Woche auch nicht ändern, sind doch schon für den heutigen Donnerstag wieder für die Eifel Niederschläge in einer Größenordnung zwischen 20 und 40 Litern je Quadratmeter angekündigt.

Am Mittwochmittag schaukelte der Pegel an den großen Messlatten in Schwammenauel bei 267 Meter über Normalnull, 266,83 Meter lautete der exakte Wert. An besagtem 4. Dezember hatte dieser Wert mit 255,27 Meter die Talsohle erreicht und damit den tiefsten Wert seit über 15 Jahren.

Denn 1996 hatte der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) als Betreiber der Talsperre zuletzt so tiefe Pegelstände gemessen, wie Richard Gronsfeld, stellvertretender Leiter des Unternehmensbereichs Talsperren beim WVER, herausgefunden hat. Am 18. März 1996 hatte der Pegelstand sogar nur bei 251,67 Meter gelegen, ein halbes jahr später, Ende September, nochmals bei nur 252,25 Meter.

Der jüngste Tiefststand vom 4.12.2011 aber ist nun Geschichte. Und wie heftig sich das Wetterfähnchen am Rursee seither gedreht hat, wird anhand der absoluten Zahlen deutlich. Denn hatte der Wasserverband vor einem Monat noch 57,5 Millionen Kubikmeter Wasser im Hauptsee (ohne Obersee) gemessen, so betrug die Wassermenge am Mittwoch schon 103,7 Millionen Kubikmeter.

„Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass sich die Wassermenge gegenüber dem 4. Dezember bis zum kommenden Wochenende verdoppeln wird, gerade auch angesichts der Wettervorhersagen”, so Talsperrenexperte Gronsfeld. Dafür spreche auch der aktuell hohe Zufluss von 96 cbm/Sekunde, der zwar am Mittwoch leicht rückläufig war, heute aber wieder klettern dürfte. „Die Vegetation hält Winterschlaf, die blattlosen Pflanzen ziehen kein Wasser, so dass der Niederschlag fast vollständig den Gewässern zufließt”, erläutert Gronsfeld.

Sorgen in die andere Richtung, sprich Hochwasser, hat man beim WVER nicht, in den Wasserspeichern ist trotz steigender Pegel noch viel Luft nach oben. Das gilt übrigens auch für die Rur von Monschau (83 cm) über Dedenborn (72) bis Erkensruhr (54), wo nun noch unauffällige Werte gemessen wurden.

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