Monschau: Parkhaus Seidenfabrik: Abriss, Neubau oder nur ein Parkplatz?

Monschau: Parkhaus Seidenfabrik: Abriss, Neubau oder nur ein Parkplatz?

Das Parkhaus Seidenfabrik in der Monschauer Laufenstraße wird sein Gesicht verändern: Wie stark der Eingriff sein wird, muss die politische Diskussion in den kommenden Monaten zeigen. Die Palette der Möglichkeiten reicht vom Abriss bis zum Neubau.

Das Parkhaus an der Grenze zur historischen Altstadt ist inzwischen ein Sanierungsfall und längst keine Visitenkarte mehr für das touristische Monschau. Äußerlich wahrt der Bau dank Bruchstein- und Schieferelementen zwar noch den optischen Anschein, aber von innen betrachtet ist das Gebäude wenig einladend, abgesehen davon, dass es auch nur noch schwer nutzbar ist. Dies hängt vor allem mit zu eng bemessenen Parkflächen zusammen, ein Problem, das fast alle Parkhäuser betrifft, die in den 1970er und 1980er Jahren errichtet wurden.

Keine Visitenkarte mehr: Das Parkhaus an der Laufenstraße bietet von innen eine Reihe unschöner Anblicke. Eine neue Konzeption soll in Kürze beschlossen werden. Foto: P. Stollenwerk

Auch im Parkhaus Seidenfabrik zeigt ein Blick auf die zahlreichen Betonstützen, dass mit diesen Pfeilern schon ein Reihe von Autos Bekanntschaft gemacht haben. Die Zahl der Stellplätze ist schon einmal von knapp 100 auf 80 reduziert worden, aber mit wachsender Ausdehnung der Autos ist die Problematik im Prinzip unverändert geblieben.

Aufgrund von Bauschäden sind vor etwa sechs Wochen zwei der insgesamt sechs Ebenen fürs Parken gesperrt worden. Große Probleme bereitet die beton- und eisenhaltige Tropfnässe, die hässliche Lackschäden verursachen kann.

Wie die Zukunft des Parkhauses Seidenfabrik aussehen soll, darüber nehmen jetzt die Beratungen Fahrt auf. Ein Gespräch zwischen den Fraktionen über die verschiedenen Möglichkeiten einer gesamtstädtischen Parkkonzeption hat bereits stattgefunden; jetzt geht der Austausch in den einzelnen Fraktionen weiter.

Gutachten der Parkhäuser

Bürgermeisterin Margareta Ritter hat als Diskussionsgrundlage eine Reihe von einem Ingenieurbüro erarbeitete Vorschläge (insgesamt sind es acht Kostenpositionen) zur Diskussion gestellt. Die Stadt hat alle drei Parkhäuser in Altstadtnähe (auch Burgau und Aukloster) gutachterlich bewerten lassen.

„Wir müssen etwas tun“, lautet die Überzeugung der Bürgermeisterin, die davon ausgeht, dass es im November eine Richtungsentscheidung geben wird, weil auch Mittel in den Haushaltsplan 2018 eingestellt werden müssten. Vor allem im Parkhaus Seidenfabrik sei der Handlungsbedarf groß.

Auch im Parkhaus Aukloster (Baujahr 1997) soll eine Neukonzeption erfolgen. Als Folge der neuen Sonderbauverordnung soll hier die Zahl der Parkplätze von jetzt 95 auf 85 verringert werden. Keinen akuten Handlungsbedarf sieht man derzeit im Parkbereich Burgau, wo über 300 Stellplätze zur Verfügung stehen.

Die größte Herausforderung stellt das Parkhaus Seidenfabrik dar. Als 1978 mit dem Abriss der Seidenfabrik das endgültige Ende der Tuchmachertradition in Monschau besiegelt wurde, war der Neubau des ersten Parkhauses in Monschau im Jahre 1990 auch gleichzeitig ein klares Signal dafür, wo Verwaltung und Politik die neuen Zukunftschancen für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt sehen.

Das Ingenieurbüro hat nun drei mögliche Varianten zur Diskussion gestellt. Demnach kommt sowohl eine Ertüchtigung (Sanierung), ein Abriss mit ersatzweiser Anlegung eines Parkplatzes oder ein Neubau in Betracht. Bewusst, so die Bürgermeisterin, sei „keine der Möglichkeiten vorab ausgeschlossen worden“.

Sanierung eher schwierig

Eine Sanierung wird jedoch als schwierig gesehen, da am Ende nur 60 Stellplätze übrig bleiben würden und die Betonpfeiler, die wegen der Statik nicht angetastet werden dürfen, nach wie vor kein komfortables Parken zulassen würden.

Ein Parkplatz wäre leicht machbar, aber es stünden dann an der Wendeschleife nur noch 45 ebenerdige Parkplätze zur Verfügung. Diese Faktoren müssten allesamt in der Diskussion Berücksichtigung finden, sagt Margareta Ritter, „denn es ist eindeutig, dass wir Parkraum in der Altstadt benötigen.“

Die Sperrung der beiden Parkebenen im Parkhaus Seidenfabrik wird langfristig Bestand haben, auch während des Weihnachtsmarktes. Die Problematik des aggressiven Tropfwassers hat bereits zu Schadensersatzansprüchen und Beschwerden gegen die Stadt geführt.

Erst recht nach den Aussagen im Gutachten zur baulichen Situation des Parkhauses Seidenfabrik war für die Stadt kein Versicherungsschutz mehr gegeben, so dass die betroffenen Bereiche gesperrt werden mussten.

Mehr von Aachener Zeitung