"Oranje boven" auch beim Steckenborner Lichterlauf

Steckenborner Lichterlauf : „Oranje boven“: Jorrit van der Raadt von STAP Brunssum gewinnt

Samstag, der 13. Oktober, war der Tag der Holländer: Die deutsche Fußballnationalmannschaft kam in Amsterdam mit 0:3 unter die Räder, und auch in Steckenborn hieß es beim zwölften Lichterlauf des SC Komet „Oranje boven“: Zum dritten Mal in Folge gewann Jorrit van der Raadt von der STAP Brunssum die in romantischer Atmosphäre stattfindende Laufveranstaltung in Steckenborn.

Der Seriensieger aber konnte sich über seinen souveränen Sieg und das Triple über die 10-Kilometer-Distanz (33:42) mit dreieinhalb Minuten Vorsprung nicht so richtig freuen, denn das 21-jährige Lauf-Ass aus dem Nachbarland hatte sich vorgenommen, den Streckenrekord von 33:21, aufgestellt von Christian Nießen, zu knacken. Dieses Vorhaben aber verpasste er um exakt 21 Sekunden. Am Sportplatz nach fünf Runden angekommen, konnte van der Raadt aber erklären, warum ihm dieses Ziel bei besten äußeren Bedingungen verwehrt blieb: „Eigentlich wollte ich heute Streckenrekord laufen, aber es waren einfach zu viele Läufer auf der Strecke“, sagte er. „Ich habe immer nur 'rechts, rechts, rechts“ gerufen, aber jeder Teilnehmer ist eben auf sich selbst fokussiert“, erklärte der Sieger die Tatsache, dass er praktisch einen Hindernislauf absolvieren musste. Andererseits räumte er ein, dass sich solche Situationen bei dieser Veranstaltung mit über 350 Teilnehmern einfach nicht vermeiden ließen. Van der Raadt ist dennoch voll des Lobes über die Veranstalter: „Das ist wirklich ein fantastischer und sehr abwechslungsreicher Lauf, der toll organisiert ist“. Noch nicht festlegen wollte sich der Sieger, ob er im nächsten Jahr, beim 13. Lichterlauf, einen erneuten Angriff starten wird.

Spätsommer-Bedingungen

Sie waren am schnellsten beim zwölften Steckenborner Lichterlauf (v. l.): Anne Balter, Albert Knauf (LG Mützenich), Sonja Vernikov (Ski-Keller Kaulard & Schroiff), Jorrit van der Raadt (STAP Brunssum), Arne Schmitz (SC Komet Steckenborn) und Sabine Lakomy (Dürener TV 1847). Foto: Max Stollenwerk

Während im letzten Jahr noch Glühwein und warmer Apfelschnaps am Streckenrand gereicht wurden, war der diesjährige Steckenborner Lichterlauf von fantastischem Spätsommerwetter und milden Temperaturen geprägt.

Um kurz nach 19 Uhr hieß es schließlich: Auf die Plätze, fertig, los. Bernd Goffart, der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, gab gemeinsam mit Steckenborns Ortsvorsteher Ralph Löhr den Startschuss für den Hauptlauf. Fünf Minuten später wurden dann die 27 Jugendstaffeln auf die Strecke geschickt. In diesem Wettbewerb zählte nicht allein die schnellste Zeit, denn gewertet wurde nach dem „Age-graded-Prinzip“. Hier ist neben der Zeit das Alter der Starter, deren Zeiten ins Verhältnis zur Weltrekordzeit über zehn Kilometer gesetzt werden, entscheidend.

„Wir sind sehr zufrieden mit der durchweg positiven Resonanz und auch mit der harmonischen Vorbereitung im Vorfeld“, sagte Dirk Löhr, der Vorsitzende des SC Komet Steckenborn, unmittelbar nach der Siegerehrung. Es habe keine Vorfälle während des Rennens gegeben, der Ablauf sei reibungslos gewesen und es habe nur lächelnde Gesichter gegeben. Und dieser Eindruck kann durchaus bestätigt werden, denn beim Hauptlauf überquerten exakt 300 Starter sowie zusätzlich 27 Jugendstaffeln die Ziellinie. Damit hat der Steckenborner Lichterlauf seine große Beliebtheit und seinen Status als größter Lauf über zehn Kilometer in der Eifel eindrucksvoll bestätigt. Zudem zählt der Volkslauf, der weit über die Region hinaus bekannt ist, zur größten Laufserie des Grenzlandes, dem Rur-Eifel Volkslauf-Cup.

Streckenrekord der Damen

Während des Rundkurses über zwei Kilometer, der fünf Mal bewältigt werden musste, herrschte eine einmalige Atmosphäre, sowohl auf als auch neben der Strecke. Das beeindruckende Lichtermeer und die Mischung aus Dunkelheit und Licht an der gesamten Strecke spornten die Sportler reihenweise zu Höchstleistungen auf dem Asphalt an. Bester Beweis dafür war der neue Streckenrekord bei den Damen, den Sonja Vernikov um vier Sekunden verbesserte (37:06). Da tat es auch keinen Abbruch, dass die schon zur Tradition gewordene Hexe Auf der Höhe, die den einen oder anderen Sportler erschrak, in diesem Jahr nicht zu sehen war. Die Athleten ließen sich jedoch auch keineswegs lumpen und waren teilweise mit hell leuchtenden und blinkenden Kostümen geschmückt.

Der Sieger konnte diese Vielfalt nicht so ausgiebig wie andere Teilnehmer genießen, denn Moderator Vinzenz Tüpper, der bisher alle Auflagen des Lichterlaufes fachmännisch kommentiert hat, begrüßte diesen bereits nach einer guten halben Stunde wieder im Ziel.

300 Fackeln an der Strecke

„Wir haben alleine 300 Fackeln entlang der Strecke aufgestellt“, erklärte Stefan Winter vom Organisations-Team des SC Komet Steckenborn. Doch auch auf die Bevölkerung war wieder einmal Verlass. Diese zauberten in der Straße Auf der Höhe ein fantastisches und kreatives Lichterspektakel, untermalt von lauten Anfeuerungsrufen, und gab den Athleten zusätzliche Energie für die Anstiege. „Es ist sehr schön zu sehen, dass die Dorfbevölkerung so aktiv und kreativ dabei ist und sich immer einiges einfallen lässt“, zeigte Winter sich erfreut.

Diesen Einsatz erkennen die Athleten in jedem Falle auch an: „Die Eifel ist ohnehin eine schöne Gegend und dieser Abendlauf in dieser tollen Atmosphäre ist ein sehr schönes Event“, sagte Claudia Stege vom TSV Weeze. Sie war zum zweiten Mal in Steckenborn am Start und will auch in den nächsten Jahren wieder „gerne zu diesem sehr gut organisierten Lauf“ aus dem Kreis Kleve anreisen.

Reibungslose Vorbereitung

Rund zwei Monate vor dem Lauf beginnen beim SC Komet bereits die konkreten Vorbereitungen. „Es müssen Anträge bei den Behörden zur Verkehrssicherung gestellt werden, die Anmeldung muss organisiert sein, aber wir haben mittlerweile ein sehr gut eingespieltes Helferteam“, so Winter. Jeder wisse, was er zu tun habe, sodass die Vorbereitung sehr harmonisch und problemfrei funktioniert habe. „Wir haben rund 70 Helfer aus der Laufgruppe, der Volleyball-Abteilung, den Alten Herren und dem Hauptverein im Einsatz. Zusätzlich kommt die große Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr hinzu, die für uns enorm wichtig ist“, unterstrich Winter.

Auch weit nach dem Lauf war bei lauen Spätsommertemperaturen und der Übertragung des Länderspiels Niederlande-Deutschland kein Ende in Sicht. Zahlreiche Zuschauer und Athleten gönnten sich nach der Siegerehrung, bei der die drei schnellsten Frauen und Männer sowie alle Altersklassensieger geehrt wurden, noch die eine oder andere Stärkung und ließen die Eindrücke Revue passieren.

Die 13. Auflage des Steckenborner Lichterlaufes, neben dem Wettbewerb Enorm in Form in Steckenborn die zweite große Laufveranstaltung im Ort, kann sich die Laufgemeinde bereits jetzt in den Laufkalender eintragen, denn am 12. Oktober 2019 heißt es zum 13. Mal: Auf ins Lichtermeer.

Ergebnisse unter: http://www.komet-steckenborn.de/ergebnisse.aspx?J=2018%3fL%3dLichter