Monschau: Opernfreunde bis Mitternacht begeistert

Monschau: Opernfreunde bis Mitternacht begeistert

Im schönsten Abendlicht erstrahlte die Burg Monschau, als die Opernfreunde sich in den ausverkauften Burghof schoben in großer Vorfreude auf Verdis Meisterwerk „Aida“. Bis wenige Minuten vor Mitternacht waren die 1150 Zuschauer begeistert und gefangen von der aufwendigen und opulenten Inszenierung.

Auch wenn das Programm der Monschau-Klassik sich längst nicht mehr ausschließlich an die Klassik-Freunde wendet, darf ein Klassiker der Opernliteratur natürlich nicht fehlen. Auf der deutlich erweiterten Burgbühne konnte die sich die Produktion der Venezia Festival Opera sich mit über 100 Mitwirkenden in Chor und Orchester in vollem Glanz entfalten. Unter der künstlerischen Gesamtleitung von Andrey Andreev, dem ehemaligen Indentanten der Plovdiver Philharmoniker aus Bulgarien, wurde die Aufführung des monumentalen Werkes, das 1871 zur Eröffnung der Oper Kairo uraufgeführt wurde, auch zu einer Sternstunde der Monschau-Klassik.

Eröffneten offiziell die Klassik 2015: Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter und Schirmherr Prof. Marcus Baumann. Foto: P. Stollenwerk

Mit einbrechender Dunkelheit gerieten die Zuschauer, darunter zahlreiche Ehrengäste, immer mehr in den Zauber dieser großen Oper. Das rund dreistündige Werk weist aber auch einige Längen auf, die bei aufkommender Kühle am späteren Abend umso spürbarer wurden.

„Laue Sommernächte“

Zu Beginn hatte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter die treuen Festival-Freunde von der Bühne aus begrüßt und erinnerte unter freundlichem Beifall an 16 Jahre „laue Sommernächte“ auf der Burg, wohl wissend, dass von den bislang insgesamt 150 Veranstaltungen lediglich zwei aus Witterungsgründen verschoben worden seien. Die Bürgermeisterin wandte sich auch namentlich die vielen verlässlichen Partner der Monschau-Klassik zu, die lebenswichtig für die Fortsetzung des Festival seien und den Veranstaltern Planungssicherheit gebe.

Auch der Schirmherr der Klassik 2015, Prof. Marcus Baumann, 2009 für sechs Jahre zum Rektor der Fachhochschule Aachen gewählt, nutzte die Gelegenheit, in launigen Worten seine Funktion als Schirmherr zu interpretieren. Vor allem aber ergriff er die Chance, die Werbetrommel für die Bedeutung von Biologie und Forschung zu rühren und erläuterte in einem Kurz-Referat die inneren Zusammenhänge zwischen Musik und Naturwissenschaften, ehe er sich gemeinsamen mit Gästen auf „die einzigartigen Festspiele in einer wunderschönen Stadt“ freute.

Bei „Aida“ eröffnen sich wohl nur für absolute Opernkenner die konkreten Zusammenhänge der Handlung, in deren Mittelpunkt die Sklavin „Aida“ steht. Die Mehrzahl des Publikums sah den Genuss der Aufführung wohl eher in der gelungenen Bühnenausstattung, den Massenszenen, mitreißenden Chor-Sequenzen, solistischen Glanzleistungen und dem treibenden Triumphmarsch mit seinem hohen Wiedererkennungswert.

Am Ende der Aufführung gab es anerkennenden Beifall für alle Mitwirkenden mit besonderer Sympathie für Elena Baramova in der Rolle der „Aida“.

(P. St.)
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