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Nordeifel: Ohne Wasser macht der sanfte „Nordmann” nach 14 Tagen schlapp

Nordeifel : Ohne Wasser macht der sanfte „Nordmann” nach 14 Tagen schlapp

In die warmen Eifeler Wohnstuben hält in knapp drei Wochen wieder „Nordmann” & Co. Einzug. Was wäre das Weihnachtsfest ohne den dazugehörigen passenden Weihnachtsbaum?

Seit dem vergangenen Wochenende läuft auch in der Eifel das Geschäft auf Hochtouren. Überall werden die Nadelbäume jetzt angeboten.

Die Auswahl ist noch riesig, und wer seinen Baum nicht selber schlagen möchte, der kann sich zum Beispiel im umfangreichen Angebot von Holger Richter das passende Stück für die Wohnstube aussuchen. Der 29-jährige Großhandelskaufmann aus dem sauerländischen Attendorn kommt seit drei Jahren in die Eifel.

Auf dem Vorplatz eines Simmerather Baumarktes hat er seinen abgezäunten Bereich mit frisch geschlagenen Bäumen und auch inzwischen seiner Stammkundschaft. Edeltannen, Fichten und natürlich die immer beliebter werdenden Nordmann-Tannen, stehen hier eingezwängt in Netz-Korsette oder in voller Pracht zur Auswahl.

Abgerundete Nadel

„Die Nordmann-Tanne ist absolut gefragt”, erzählt Holger Richter, denn sie besitze gegenüber anderen Nadelbäumen einen unschlagbaren Vorteil: Die abgerundete Nadel sticht nicht, und der Baum ist bis weit in das nächste Jahr hinein haltbar. Allerdings darf man nicht vergessen, dem Baum regelmäßig Wasser zu geben, sonst macht auch der „Nordmann” nach 14 Tagen schlapp.

Besonders die Kinder wollen unbedingt den sanften Baum, denn er lässt sich schmerzfrei berühren. 14 Euro im laufenden Meter („Wir messen aber nur bis Mitte Spitze”, betont Peter Richter) kostet die Nordmann-Tanne in diesem Jahr. Gegenüber dem Vorjahr ist der Preis konstant geblieben.

Wer bei diesem Preis dennoch ins Grübeln gerät, dem erläutert der sauerländische Geschäftsmann, der eine eigene Weihnachtsbaum-Kultur besitzt, auch gerne, dass das Geschäft mit Nadelbäumen mit einigem Aufwand verbunden ist. Ab Saatgutdatum bis zum Verkauf sind die Bäume immerhin zwischen neun und elf Jahre alt.

Rund 400 Weihnachtsbäume, schätzt Holger Richter, wird er bis Heiligabend in der Eifel verkaufen, und was übrig bleibt, wird geschreddert. „Die Bäume wandern zurück in den biologischen Kreislauf”, sagt Richter, dem dieser Hinweis ebenso wichtig ist wie die Tatsache, dass er seine Bäume nur aus eigens angelegten Kulturen entnimmt, und somit dem ökologischen Gleichgewicht in der Natur keinen Schaden zugefügt wird.

Es entstehe kein Qualitätsverlust, wenn der gekaufte Baum bis Heiligabend draußen stehe, garantiert Peter Richter, es sei denn, es handele sich um dänische Nordmann-Tannen. Hier sollte der Kunde genau nachfragen, rät er, denn diese Bäume würden oft bereits Anfang November geschlagen.

Der Weihnachtsbaumverkäufer muss an diesem Samstag bei ungemütlichem Nieselregen die Stellung halten, aber er steht viel lieber in der Eifel als in der Großstadt. Warum? „Die Eifeler sind genau wie die Sauerländer - ein wenig kantig und ein wenig stur. Das finde ich sehr sympathisch.”