Roetgen: Ohne Erlaubnis hätten sie damals nicht heiraten dürfen

Roetgen: Ohne Erlaubnis hätten sie damals nicht heiraten dürfen

Auf 50 gemeinsame Jahre blicken die 70-jährigen Eheleute Renata und Elmar Hahnbück aus Roetgen am heutigen 27. Januar zurück. Hinter dem Ehepaar liegt eine ereignisreiche Zeit, die von sehr schönen und abenteuerreichen Tagen, aber auch von einigen Schicksalsschlägen geprägt ist.

Trotz der schlimmen Ereignisse fanden sie immer wieder die Kraft, auch in diesen Zeiten dem Partner zur Seite zu stehen. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sind sich die Senioren einig. Der 70-jährige Rentner blickt auf das erste Treffen mit seiner Renata zurück. „Wir lernten uns damals auf einer Fete von einem gemeinsamen Freund kennen. Renata gefiel mir auf Anhieb sehr gut. Nach einiger Zeit, wir beide waren gerade mal 20 Jahre alt, beschloss ich, ihr einen Antrag zu machen. Wir waren uns schnell sicher, den richtigen Partner fürs Leben gefunden zu haben und wollten dann auch auf eigenen Füßen stehen.“

Damals sei es noch üblich gewesen, die Eltern um Erlaubnis zu fragen, wenn man heiraten wollte. Da sei er sehr nervös gewesen, berichtet Elmar Hahnbück und kann sich ein breites Lächeln nicht verkneifen. „Das waren noch Zeiten, ganz anders als heute“, schmunzelt der Rentner. Mittlerweile gebe es zu viele Ehen, die zu schnell geschieden würden.

Deswegen sei so eine Goldene Hochzeit heutzutage wirklich noch etwas Besonderes, meint der gelernte Bankkaufmann. Nachdem die Eltern ihr Einverständnis gegeben hatten, wurde ein rauschendes Fest gefeiert, schwelgt Renata in Erinnerungen. Ihr Vater, der geschieden von Renatas Mutter in Amerika lebte und seine Tochter oft besuchte, hätte ihnen damals ein unvergessliches Geschenk gemacht: ein Auto mit dem Typ GM Oldsmobile. „Ständig machten wir damit Touren und erkundeten die Gegend“, erzählt der 70-Jährige.

Ein weiteres Hobby der Eheleute seien die Reisen nach Amerika gewesen, wo sie Renatas Vater oft besuchten. Allein ein Blick in das Wohnzimmer der Hahnbücks reicht, um zu erkennen, dass das Land Amerika eine gemeinsame Leidenschaft zu sein scheint. Bilder, Souvenirs oder die amerikanische Flagge auf dem Sofakissen zeugen von vielen Aufenthalten. „Die Städte Miami, New Orleans, New York oder Chicago gehören zu unseren Lieblingszielen“, erzählt Renata, „diese Städte haben wir mit unserem Sohn Frank, der im Jahre 1970 geboren wurde, ab 1984 gerne als unser Reiseziel gewählt.“

Die gelernte kaufmännische Angestellte gab ihre Arbeit auf, um sich voll und ganz um ihren Sohn zu kümmern. Die Geburt ihres Kindes zähle definitiv zu den schönsten Momenten im Leben, berichtet die 70-jährige Rentnerin, genauso wie die Geburten ihrer Enkelkinder.

Doch dass das Schicksal es nicht nur gut mit ihnen meinte, mussten sie vor zehn Jahren erfahren, als Renata schwer erkrankte. „Mein Mann unterstützte mich liebevoll und half mir nach der schrecklichen Diagnose, nie den Mut zu verlieren“, erzählt die 70-Jährige. Dadurch sind sie noch näher zusammengerückt und dankbar für die Unterstützung innerhalb der Familie. Mittlerweile geht es ihr wieder besser.

„Auch wenn ich meinen Mann manchmal zum Mond schießen könnte, bin ich sehr froh, ihn an meiner Seite zu haben“, sagt Renata Hahnbück. Die Eheleute wünschen sich, noch viele gemeinsame Jahre verbringen zu können und dass die Familie weiterhin so gut zusammenhalte. Am 27. Januar ist ein Fest im Kreise der Familie geplant. „Früher haben wir immer viel gefeiert. Doch nach Renatas Krankheit war das nicht mehr so oft möglich. Deswegen freuen wir uns sehr auf unseren 50. Hochzeitstag“, sagt Elmar Hahnbück.

(pia)
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