Lammersdorf: „Öffentliche Ignoranz“ als großes Problem der Schützen

Lammersdorf: „Öffentliche Ignoranz“ als großes Problem der Schützen

Im Hotel „Lammersdorfer Hof“ begrüßte Brudermeister Rolf Drescher rund 20 Mitglieder St. Johannes Schützen zur Mitgliederversammlung. Es galt, Rückschau auf das ablaufende Vereinsjahr und Vorausblick auf 2014 zu halten. Die Lammersdorfer Bruderschaft, so der Tenor von Dennis Schreys Anliegen in den Fürbitten, könnte „Beistand von oben“ gut gebrauchen.

Dies wurde nach Verlesen des Vorjahres-Sitzungsprotokolls durch die Geschäftsführerin Sabrina Drescher deutlich. So musste der Brudermeister in seinem Bericht eine „traurige Lage“ und „beschämende öffentliche Ignoranz “ der Aktionsangebote seiner Gesellschaft konstatieren: Mehrere Veranstaltungen, früher einmal in der Bevölkerung gut angenommene Glanzlichter im Lammersdorfer Dorfleben, wurden mangels Publikumsinteresse schon im Vorhinein abgesagt oder schleppten sich ohne Begeisterung dahin. Auch deren Personaldecke ist dünn. „Wir müssen die Werbetrommel rühren“, appellierte Drescher an seine Zuhörer. Als neue Mitglieder sind uns vor allem Jugendliche, aber durchaus auch Altschützen willkommen, es muss sich Generationen übergreifend etwas Positives tun.“

Prompt erschien ein hoffnungsvoller Silberstreif über der Schießbahn! Dafür sorgten die amtierende Regentin Diana Hofmann sowie Verena und Michael Graff. Dieses Trio wurde als neue Bruderschafts-Angehörige von Vorstand und Mitgliedern willkommen geheißen. Vereinswirt Roland Lüscher erfuhr überdies nachträgliche Würdigung für 25 Jahre Bruderschafts-Aktivität. Er nahm Urkunde und Orden als Dank für seine Vereinstreue in Empfang. Und weil Erfolg beflügelt und Pessimismus ein schlechter Lebensratgeber ist, blicken Drescher und Mitstreiter zuversichtlich nach vorn. Im kommenden Jahr werden sie nach dem probaten Motto „Jetzt erst recht!“ mehr als 40 Termine zu gebührenden Anlässen und repräsentativen Verpflichtungen wahrnehmen, davon etwa die Hälfte auswärts.

Pfarrfest entfiel

2013 ist damit abgehakt, es war in der Tat kein Ruhmesjahr! Drescher: „Zu viele Veranstaltungen mussten ausfallen, Mitglieder wie Nachbarn im Dorf zeigten kaum Zuspruch zu liebevoll zusammengestellten Themenkomplexen.“ Zur Kirmes, rief Rolf Drescher in Erinnerung, habe gutes Wetter geherrscht, aber: „Beim Verbuddeln des Kirmesknochens waren überwiegend Fremde zur Stelle, kaum Schützen aus unseren Reihen.“ Ein Lichtblick in der ansonsten dunkel gefärbten Aufzählung des Sprechers war der von Udo Thomas vorbildlich organisierte, erlebnisreiche Ausflug nach Bonn und zum Drachenfels.

Die bei Vereinen allgemein so beliebte „Rondo“-Präsentation dagegen musste storniert werden, zu wenige Paare wollten mittun. „Dabei hätte uns eine fette Prämie gewunken, die Teilnahme bei Rondo spült Geld in die Kasse!“ (Drescher). Darum soll ein zweiter Versuch gestartet werden. Auch das einst populäre Pfarrfest entfiel und soll am 7. September 2014 seine Wiedergeburt erleben. Das zuvor spärlich besuchte Patronatsfest, versichern seine Gestalter, dürfte am 4. September seine attraktive Renaissance erleben. Es litt diesmal an eklatantem Besuchermangel. Die Internetpräsentation der Laimischer Bruderschaft existiert seit 2007, ist laut Initiatoren in die Jahre gekommen und soll nun neu dargestellt werden. Die aufgefrischte Version wird ihr Debüt im Rahmen des Familienabends (30. November) erleben.

Ex-Brudermeister Ingo Braun regte in der Diskussion zum Kapitel Werbung an, den Augenmerk nicht nur auf einen florierenden Schießbetrieb zu richten, „sondern das gesellige Element für Aktive, Förderer samt Angehörige zu steigern. Etwa durch Ausflüge, Exkursionen, Fachvorträge und Besichtigungen. Und zwar mit der gesamten Dorfbevölkerung als Nutznießer“. Gute Ideen sind also gefragt, um dem traditionsreichen Lammersdorfer Schützenwesen — es wurde vor mehr als 130 Jahren begründet — frische Impulse zu verleihen. „Das Pfingstfest mit unserem Königsvogelschuss (ab 7. Juni) und die Kirmesfeierlichkeiten (28. Bis 30. Juni) bleiben künftig unverrückbare Termine“, wünschen sich Vorstand und Mitglieder verbindlich. Zuvor, am 18. Juni, steigt der Vergleichswettkampf mit den Freunden aus Roetgen/Petergensfeld.

Weitere wichtige Einsätze für die Johannes-Bruderschaft: das Schießen um die Leistungsabzeichen (19. Februar), die in Rohren auszutragenden Bezirksmeisterschaften (23. Februar). Zudem das Gemeindefest in Rollesbroich (26./27. April), der dreitägige Bundesköniginnentag, standesgemäß ab 30. Mai in Königshofen zelebriert. Andere feste Größen im Terminkalender: Bezirksbundesfest, Rurberg (23. August), das Bundesfest in Handrade. Mit einem bunten Familienabend samt Ehrungen endet am 29. November das Lammersdorfer Schützenjahr 2014. Das Schießheim, zum sportlichen Training wie gemütlichen Beisammensein sei jeden Mittwoch ab 19 Uhr geöffnet.

(M. S.)