Obstsammlung in Simmerath

Obstsammlung in Simmerath : Schütteln, sammeln, vermosten, verkaufen

Tonnenweise rollten am vergangenen Freitag, 12. Oktober, Äpfel von heimischen Streuobstwiesen nach Simmerath. Die Biologische Station der Städteregion Aachen hatte zur inzwischen 20.

Obstsammelaktion eingeladen, damit auch im kommenden Jahr wieder die Nachfrage nach dem beliebten und köstlichen Obstsaft von Obstwiesen des Aachener Raumes gedeckt werden kann.

Ehe das Obst, überwiegend handelt es sich um heimische Apfelsorten, aber in den Verkaufsregalen landet, dauert es seine Zeit. Zunächst müssen die Streuobstwiesenbesitzer die Äpfel von Bäumen schütteln, dann das Fallobst einsammeln (Druckstellen machen nichts aus), einsacken und schließlich zu den Sammelstellen transportieren.

Beim Sammeltermin in Simmerath mussten die Lieferanten Geduld mitbringen, denn der Andrang war groß, und so gab es vor dem Gelände des Containerdienstes im Gewerbegebiet Simmerath vor der großen Fahrzeugbodenwaage teilweise längere Wartezeiten. Die Mitarbeiter der Biologischen Station hatten alle Hände voll zu tun, denn bei der Anlieferung wurde die Ware auch geprüft, damit kein Faulobst in die Sammelcontainer gerät.

Rund 20 Tonnen Äpfel wurden von Eifeler Streuobstwiesenbesitzern in Simmerath angeliefert. Foto: Peter Stollenwerk

20 Tonnen Äpfel lieferten die Eifeler beim Sammeltermin in Simmerath an, und daraus lässt sich eine Menge Saft produzieren: 100 Kilogramm Äpfel ergeben 60 Liter naturtrüben Saft. Bei den insgesamt vier Sammelterminen (zwei in Würselen und einer in Titz-Ameln) wurden über 50 Tonnen Obst gesammelt; bei einem Termin in Würselen gab es wegen der guten Ernte auch nach längerer Zeit noch einmal eine separate Birnensammlung.

Mit 18 Euro pro Doppelzentner werden die Anlieferer entlohnt. Inzwischen kann die Biostation bei den seit 1999 angebotenen Sammlungen auf einen verlässlichen Stamm von rund 60 Streuobstwiesenbesitzern in der Region zurückgreifen. „Es gab in diesem Jahr eine sehr gute Obsternte, aber sie war nicht überdurchschnittlich hoch“, sagt Conny Lennarz, Projektmitarbeiterin bei der Biologischen Station. Auch sei der Saftgehalt der Äpfel trotz des überaus trockenen Sommers nicht reduziert.

Bereits am Samstagnachmittag wurde das Sammelgut zu einer Kelterei in die Südeifel geliefert, die umgehend mit der Vermostung begann. Auch hier habe man sich, sagt Conny Lennarz, sehr zufrieden mit der Qualität des Obstes gezeigt.

In Kürze steht die neue Ernte dann wieder als Obstsaft in großen und kleinen Läden zum Verkauf. Nicht nur in Bioläden, sondern selbst bei großen Handelsketten, wie Rewe und Edeka findet man den Saft aus der Region Aachen. Neben naturtrüben Apfelsaft sind auch die Sorten Apfel-Birne, Apfel-Zwetschge und Apfel-Mango im Angebot. Erstmalig wird in Kürze eine naturtrübe Apfelschorle auf dem Markt sein. Einmal in der Woche wird der Nachschub ausgeliefert. Auch einige Kommunen gehören zu den Abnehmern.

Die Biologische Station verweist noch einmal auf die Ursprungsidee der Obstsammelaktion. „Uns liegt daran, die fachgerechte Pflege der Altbäume und die Nachpflanzungen von jungen Bäumen zu fördern, um die ökologisch wertvollen Streuobstwiesen in der Region langfristig zu sichern“, betont Conny Lennarz, die in diesem Zusammenhang auch daran erinnert, dass Streuobstwiesenbesitzer auf Antrag kostenlos Jungbäume zum Nachpflanzen erhalten können, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.

(P. St.)
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