Simmerath: Notdienst in der Eifel: Keine Veränderungen in Sicht

Simmerath: Notdienst in der Eifel: Keine Veränderungen in Sicht

„So schnell wird sich hier nichts ändern“, sagt Dr. Walter Dittmer, niedergelassener Arzt in Kesternich zu Gerüchten, die seit 2008 gültige Regelung für den ärztlichen Notdienst in der Eifel stehe vor größeren Veränderungen.

Als Obmann der Kassenärztlicher Vereinigung für den hiesigen Bereich ist der Mediziner auch Koordinator der Notfallpraxis Nordeifel im Simmerather Krankenhaus. Und da ist natürlich auch Dr. Dittmer nicht entgangen, dass die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein die Notdienste im Lande grundsätzlich neu organisieren möchte. Dass davon auch Simmerath, also die Nordeifel betroffen sein könnte, glaubt der Kesternicher Hausarzt, der seit 2009 auch Mitglied der Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein ist, aber nicht: „Offiziell ist mir davon nichts bekannt“, sagte Dr. Dittmer nun unserer Zeitung.

Zur Neuordnung aufgefordert

Fest steht aber, dass die Notdienstpraxen auch im Kreis Aachen — so heißt das geografische Gebilde nach wie vor bei den Kassenärzten — neu strukturiert werden sollen. Dr. Lothar Nossek, Vorsitzender der Kreisstelle Aachen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, bestätigte auf Anfrage, dass „es eine Neuregelung geben wird“. Es habe einen Prüfbericht des Gesundheitsministeriums gegeben, der zu einer Neuordnung auffordere, so Dr. Nossek. Das gelte vor allem für die Praxen in freier Trägerschaft. Betroffen davon wäre zunächst die Notdienst-Praxis am Eschweiler Krankenhaus. Die Praxen für den Bereich Kreis Aachen-Nord in Bardenberg, Stolberg und Simmerath befinden sich in Trägerschaft der Kassenärztlichen Vereinigung.

Es gebe jedoch Überlegungen, die Praxen an den Krankenhäusern von Eschweiler und Stolberg zusammenzulegen, bestätigte der Vorsitzende. Der Mediziner plädiert für diese Lösung, weil es den Menschen aus Eschweiler oder Stolberg auf alle Fälle nicht zuzumuten sei, bei einer Erkrankung zum Notdienst nach Bardenberg oder Simmerath zu fahren. Dass die womöglich gemeinsame Praxis automatisch in Stolberg angesiedelt werde, verneinte Nossek. Er betonte zugleich, dass die Mitarbeiter nicht um ihre Arbeitsplätze zu bangen brauchten, da sie ja schließlich gebraucht würden.

Gábor Szük, Geschäftsführer des Stolberger Krankenhauses, sieht eine mögliche Schließung der KV-Ambulanz in Stolberg gelassen. „Das ist keine wirkliche Verschlechterung für die Stolberger Bürger. Die Leute gehen heute schon oft in die Notfallambulanz des Krankenhauses.“ Und sei es auch nur, weil sie den Notdienst links neben dem Klinikeingang nicht gefunden hätten. Im Nachbarkreis Düren laufe es auch nicht anders. Dort sei der ärztliche Notdienst am Krankenhaus in der Dürener Innenstadt angesiedelt. Wer etwa von Kreuzau komme, fahre jedoch oft zum näher gelegenen Krankenhaus in Lendersdorf, an dem er ohnehin vorbeikomme.

Ob sich außer der möglichen Zusammenlegung von Stolberg und Eschweiler im Kreis eine Veränderung ergebe, werde sich wohl in diesem Jahr noch nicht entscheiden; bei der nächsten Versammlung der Kassenärztlichen Vereinigung am 13. November werde jedenfalls noch nichts beschlossen, so Dr. Nossek. Konkretes erwartet der leitende Mediziner im Kreis Aachen sogar erst Ende des Jahres 2015.

Von der Zusammenkunft im November erhofft sich aber auch Dr. Walter Dittmer konkrete Hinweise, wie es mit dem ärztlichen Notdienst für Monschau, Roetgen und Simmerath weitergeht. „Ich sehe keinen Handlungsbedarf“, sagt Dr. Dittmer. Der Notdienst sei organisiert und laufe gut, es gebe kaum Beschwerden und lediglich „die normalen, kleineren Störungen“, so der Obmann.

Seit 2008 im Krankenhaus

Die Notdienstpraxis in Simmerath ist seit 2008 in der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath angesiedelt und folgte seinerzeit dem nach Gemeinden organisierten ärztlichen Notdienst. Den Dienst dort versehen montags, dienstags und donnerstags von 19 bis 22 Uhr, mittwochs und freitags von 13 bis 22 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 8 bis 22 Uhr im Wechsel die knapp 40 niedergelassenen Ärzte oder eine Vertretung. Nach 22 Uhr ist die Notfallpraxis telefonisch rufbereit.

(hes/oha)
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