Roetgen: Noch hat in Roetgen keiner das „schnelle Internet“

Roetgen : Noch hat in Roetgen keiner das „schnelle Internet“

Seit Wochen warten viele Roetgener auf „rasend schnelles Internet“. Noch gibt es das allerdings in keinem Haushalt. Obwohl in den vergangenen Wochen der Spatenstich für die Hausanschlüsse der Deutschen Glasfaser (DG) stattgefunden hat, müssen sich die Einwohner weiterhin gedulden.

Derzeit sei man immer noch damit beschäftigt, die Backbone-Leitung, also die Hauptleitung der Glasfaser, in Roetgen zu verlegen. „Im Moment sind wir unter anderem an der Bundesstraße dran“, sagt Sedat Akcay, Projektmanager Bau für Roetgen und Simmerath von der DG. Bevor jedoch überhaupt schnelles Internet in die Haushalte in Roetgen fließen kann, muss die Backbonetrasse bis nach Simmerath gelegt werden, denn hier befindet sich der Hauptverteiler. „Ohne diese Anbindung wird kein ‚Licht‘ geleitet und somit kein Internet möglich sein“, sagt auch Katja Breda vom Tiefbauamt der Gemeinde Roetgen.

Anfang März wurde am Ortseingang Rott der sogenannte „PoP“ („Point-of-Presence“) aufgestellt. In dem unscheinbaren Klinkerhäuschen werden einmal die dicken Glasfaserkabel mit extrem hoher Geschwindigkeit enden, die voraussichtlich aus nordöstlicher Richtung in die Nordeifel kommen. Foto: H. Schepp

Innerorts wird die Backbonetrasse von der Firma Artemis ITS GmbH verlegt und soll in etwa ein bis zwei Wochen fertig sein. Die Trasse verläuft vom Stockläger über den Rommelweg auf die Rosentalstraße. Dort biegt sie auf die Hauptstraße in Richtung B 258 ab und endet schließlich nach Verlauf entlang der B 258 am Waldweg am Ende des Willemslägerwegs. Außerorts wird die Hauptleitung von der Firma Calaf gebaut. Diese befindet sich momentan auf der Himmelsleiter und wird den Anschluss über den Stockläger zum Rommelweg führen. Anschließend wird die Strecke ab dem Wald im Willemslägerweg in Richtung Lammersdorf gebaut, teilt die Gemeinde Roetgen mit.

Eine Aussage zur Fertigstellung einzelner Straßen könne laut Katja Breda nicht getroffen werden. In Rott und Mulartshütte habe man indes noch nicht angefangen, teilt Projektmanager Akcay mit.

Auch Dennis Slobodian von der Deutschen Glasfaser sagt, dass das Hauptnetz in etwa ein bis zwei Wochen ausgebaut sein solle. Dann gehe es weiter ins Ausbaunetz. „Noch ist kein Haushalt angeschlossen“, erklärt er. Das beginne planmäßig erst wenn das Hauptnetz fertig sei.

Akcay erklärt dazu: „Bevor wir überhaupt mit den Gartenbohrungen bis zum Haus anfangen, wird die Hauptleitung fertig gestellt. Dort, wo es möglich ist, schon Gartenbohrungen und Hausanschlüsse parallel zu machen, tun wir das auch.“ Noch sei das allerdings nicht geschehen.

Derweil gibt es immer wieder Beschwerden von Einwohnern, dass andere Leitungen durch Baggerarbeiten beschädigt würden. „Bei einem Netzausbau kann das immer passieren“, sagt Dennis Slobodian von der Deutschen Glasfaser. Der Grund dafür sei, dass teilweise Leitungen nicht korrekt in Planverzeichnissen eingetragen seien, also beispielsweise angegebene Höhen nicht stimmen. Im Falle einer Beschädigung anderer Leitungen informiere man dann die jeweiligen Netzbetreiber. Schließlich könne man nicht einfach fremde Leitungen reparieren. „Was von vielen Leuten auch einfach unterschätzt wird, ist, dass das hier ein erhebliches Großbauprojekt ist. Im Ort wird eine komplett neue Infrastruktur verlegt“, sagt Slobodian.

Erst Ende vergangener Woche wurde bei Baggerarbeiten der DG eine Hauptleitung der Telekom am Rathaus beschädigt. Dadurch gab es nicht nur Probleme bei Bankgeschäften der Sparkasse in Roetgen, auch Kunden der Telekom waren an der Hauptstraße, der Rotter Gasse, der Straße Kuhberg, der Faulenbruchstraße und an der Straße Im Städtchen in Rott von Störungen betroffen, teilte eine Sprecherin der Telekom mit.

Ein weiteres Problem, das sich in Roetgen abzeichnet, ist der steinige Boden. „Das bereitet Probleme und hält uns in unseren Arbeiten massiv auf“, erklärt Sedat Akcay. Dabei habe man solche Gegebenheiten in der Eifel von Anfang an mit einkalkuliert. „Aber dass es so schwierig wird, und dass der Boden teilweise so hart ist, das hatten wir nicht erwartet.“ Man komme zwar voran, aber müsse zum Teil tiefer graben. „Das bedeutet aber nicht, dass wir hier irgendwann aufhören, sondern dass es einfach länger dauert“, sagt der Projektmanager. Man hoffe, dass die Menschen dafür Verständnis haben. Unvorhergesehenes könne immer passieren, so dass sich die Arbeiten verzögern könnten.

Viele Roetgener haben auch geglaubt, dass das ganze Netz mit sogenannten Raketen geschossen wird und die Straßen nicht aufgerissen werden müssten. „Ein komplettes Netz mit der Erdrakete auszubauen, ist unbezahlbar“, erklärt Akcay.

Bis das Glasfasernetz in Roetgen komplett fertig ausgebaut ist und alle Kunden das schnelle Internet haben, wird es noch eine ganze Zeit dauern. „Die ersten Hausanschlüsse wird es zwar noch in diesem Jahr geben, das komplette Netz wird dann aber erst im kommenden Jahr fertig sein“, sagt Slobodian. Exakte Termine könne man nicht geben.

Treffen Sie die Lokalredaktion Nordeifel am Tag der Lokalpresse, der vom Deutschen Journalistenverband (DJV) und dem Zeitungsverlag Aachen veranstaltet wird. Wohin soll sich Roetgen in Zukunft entwickeln, damit sich möglichst viele Menschen, die dort leben, auch wohlfühlen? Diskutieren Sie dieses Thema mit der Lokalredaktion Eifel am Donnerstag, 6. September, ab 19.30 Uhr im Bürgersaal Roetgen. Wir freuen uns auf Sie!

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