Frankfurt: Nicholas Müller und Hubert vom Venn stellen Buch in Frankfurt vor

Frankfurt: Nicholas Müller und Hubert vom Venn stellen Buch in Frankfurt vor

In der vergangenen Woche schaute die Literaturwelt wieder nach Frankfurt, wo bis Sonntag die weltgrößte Buchmesse stattfand. Auch in diesem Jahr war natürlich auch die Eifel wieder dabei.

Dauergast sind seit Jahren Krimiautor und Verleger Ralf Kramp, der mit seinem KBV-Verlag vertreten war sowie der Rhein-Mosel-Verlag von Arne Houben. Letzterer stellte in diesem Jahr „Kühe schubsen“ von Krimiautor und Kabarettist Hubert vom Venn sowie dem Ex-„Jupiter Jones“-Sänger Nicholas Müller vor. Gleich mehrere TV-Anstalten waren am Eröffnungstag dabei — der SWR meldete in seinen Hauptnachrichten: „Presserummel am Morgen beim Rhein-Mosel-Verlag auf der Frankfurter Buchmesse. Der Grund sind diese beide Herren: Kabarettist Hubert vom Venn und Echo-Preisträger Nicholas Müller.“

Doch zu der Buchveröffentlichung: Es handelt sich nicht um einen Roman, sondern um einen Briefwechsel zwischen den beiden Autoren, die 30 Lebensjahre trennen. Gleichzeitig verbindet beide aber ihre Kindheit und Jugend in der Eifel — Müller wuchs in Daleiden auf — vom Venn in Hellenthal und Konzen. Die erste Zigarette, der erste Kinobesuch oder auch das bloße Verhalten der Eifeler beschreiben beide detailliert, wobei sich deutliche Parallelen und Ähnlichkeiten auftun — trotz 30 Jahre Unterschied.

Auf der Bühne von Rheinland-Pfalz, einziges Bundesland mit einer eigenen Plattform, stellten beide mit Verleger Arne Houben den Briefwechsel erstmalig vor. Houben, der auch die Krimis von Hubert vom Venn seit vielen Jahren verlegt, war begeistert von der Idee des „altmodischen Briefwechsels“. Am Donnerstag, 22. Oktober, findet ab 16 Uhr eine Signierstunde mit Hubert vom Venn in der Roetgener Buchhandlung „Lesezeichen“ statt.

Nach knapp 150 Seiten, die viele Anekdoten, lustigen Geschichten und Erfahrungen beinhalten, endet das Buch mit einem 43 Zeilen langen Gedicht von Nicholas: „Ich möchte nicht, dass das heute vorgelesen wird. Das ist so wunderschön, das geht so nahe. Das sollte jeder für sich lesen,“ so Houben und weiter: „Er lässt einen tief beeindruckten Leser zurück, der in diesem Buch über Jugenderlebnisse und Eifelhumor zu den Grundfragen und Grundgefühlen der eigenen Existenz geführt wird.“ Für Müller ist es das erste Buch. Bisher veröffentlichte er eine Kurzgeschichte, „Schrödingers Dilemma“, der der Fan-Box des letzten „Jupiter Jones“-Albums „Das Gegenteil von allem“ beilag.

Nach seinem Ausstieg aus der Eifeler Erfolgsband“, die 2012 mit dem Echo für den „Radiohit des Jahres“ ausgezeichnet wurde, war es rund anderthalb Jahre ruhig um Müller geworden. Aufgrund einer Angststörung musste er damals nach zehn Jahren Bandgeschichte und auf dem Zenit des Erfolges plötzlich aufhören.

In den vergangen Monaten ist dennoch viel passiert: Nicholas Müller ist Vater geworden, befindet sich auf dem steilen Weg der Besserung, schrieb das Buch „Kühe schubsen“ und gründete seine neue Band: „Von Brücken“. Am 30. Oktober wird deren Album „Weit weg von fertig“ erscheinen, das 14 Songs beinhalten wird. Nur ein einziger Song wird darauf das Thema Angst beinhalten. Der Song „Lady Angst“, der bereits erhältlich ist, soll dieses Thema mehr als Randnotiz auffassen.

„Mehr hat sie nicht verdient, die Angst“, so Müller. Der zweite Teil von „Von Brücken“ ist der Prümer Pianist und der studierte „Popmusik-Designer“ der Popakademie Mannheim und Müllers langjähriger Freund Tobias Schmitz. Schmitz, der 2012 mit Roman Lob für Deutschland zum „Eurovision Songcontest“ nach Baku fuhr, gehörte lange Jahre zum festen Stamm von „Jupiter Jones“, zuerst als Studiomusiker, dann als Pianist bei deren Konzerten und Tourneen.

Warum Tobias Schmitz mit Nicholas Müller nach dessen Pause weitermacht, ist für ihn einfach zu beantworten: „Nicki ist mein Freund. Er war mein Bezug zur Band. Nicht der einzige, aber der wichtigste.“ Dazu sei die neue Band „Von Brücken“ die „beste Gelegenheit“ sich musikalisch weiter zu entwickeln.

Die „lange Freundschaft“ war auch der Grund, warum Müller gerne das neue Projekt wagte. Bei einem ersten gemeinsamen Treffen der beiden Freunde tief in der Eifel, entstand der Song „Gold gegen Blei“, der ebenfalls auf dem neuen Album zu hören sein wird. Da es sich bereits da „so gut und so richtig“ anfühlte, wagten beide das Projekt. „Von Brücken“ und gehen bereits im Februar 2016 auf Tour.