Lammersdorf: Neujahrskonzert: Munterer Start ins Jahr mit „englischem“ Trio

Lammersdorf : Neujahrskonzert: Munterer Start ins Jahr mit „englischem“ Trio

Das traditionelle und stimmungsvolle Neujahrskonzert im Lammersdorfer evangelischen Gemeindezentrum brachte diesmal — offenbar etwas kurzfristig und improvisiert — ein Wiedersehen mit Bekannten. Bereits im September 2017 waren in einem Konzert in der Evangelischen Kirche in Roetgen zwei der drei Künstlerinnen zu hören, die sich jetzt in Lammersdorf als das „Trio d’anges“ vorstellten.

Ein Name („Engeltrio“), der freilich recht gut in die Weihnachtszeit passt, wie Pfarrer Wolfgang Köhne bei der Begrüßung bemerkte. Weihnachtliches gab es im musikalischen Programm des Abends indes weniger. Die Absicht war eher, mit leichten und beschwingten Stücken munter ins neue Jahr zu starten.

Das gelang auf ausgezeichnete Weise. Da konnte es auch nicht stören, dass die eine oder andere Passage nicht restlos passgenau aufging. Aber die musikantische Verve der drei Künstlerinnen überspielte das mit Leichtigkeit. Yvonne Schabarum an der Oboe ist die Initiatorin und Leiterin der Gruppe; dazu kam Audrey Luzignant, besonders prägnant, mit ihrem Fagott und Christiane Collienne an der Klarinette.

Effektvolle Bearbeitungen

Das Programm begann zunächst ganz klassisch mit vier Sätzen aus einer Serenade von Mozart, dazu kamen dann einige Nummern aus den Variationen, die Beethoven zu einem bekannten Duett aus Mozarts „Don Giovanni“ geschrieben hat. Mit zwei Walzern von Chopin ging es weiter. Diese Stücke sind in der Originalfassung für Klavier bekannt. Die Bearbeitung für Bläserensemble machte einen interessanten und besonderen Effekt. Dann gingen die Künstlerinnen aber immer mehr zu populäreren Tönen über; angefangen bei einem lieblichen Walzer aus einer hierzulande nicht bekannten Operette von Charles Lecocq.

Ebenfalls in Bearbeitung von Jean-Louis Luzignant, dem Vater der Fagottistin, erklangen dann ein Liebeslied von Francis Poulenc, sowie eine Melodie aus dem berühmten Film „Moulin Rouge“, komponiert von Georges Auric. Mit nahezu schmissig dargebotenen Tanzstücken von Étienne Herse (von ihm ein „Tango“, der später auch als Zugabe wiederholt wurde) und einer Folge von Tänzen aus der Feder von Libor Sima ging das Programm zu Ende. Hier hatte man das Gefühl, dass die Künstlerinnen sozusagen ganz bei sich angekommen waren, obschon sich die leise Hoffnung, das Publikum möge mittanzen, sich dann doch nicht erfüllte.

Vielleicht hätte das auch nicht so ganz zum kirchlichen Raume gepasst. Pfarrer Köhne kündigte ein weiteres von Yvonne Schabarum vorbereitetes Konzert im Mai an, das mit englischen Werken ein musikalischer Kommentar zum „Brexit“ sein wird. Man darf sich sicher darauf freuen.