Imgenbroich: Neues Leben im Menzerather Weiher

Imgenbroich: Neues Leben im Menzerather Weiher

Die Forellen zappeln im Netz des Köchers und wollen wieder zurück ins Wasser zu ihren rund 1000 Artgenossen. Circa sechs Zentner dieser Fische hat Gerrit Gronen in den vergangenen Wochen im Menzerather Weiher eingesetzt, damit es nach mehr als sechs Jahren Unterbrechung am Freitag wieder mit dem Angelbetrieb losgehen konnte.

Geliefert hat sie ein Händler aus dem Sauerland, dem auch schon Gronens Großeltern vertraut haben — seit beinahe 100 Jahren befindet sich das Gelände an der Alten Monschauer Straße in Familienbesitz, seit den 1950er-Jahren gibt es den Angelbetrieb.

Das Wohnhaus diente einst als Pension und Restaurant: Auch Konrad Adenauer war hier zu Gast.

Dabei hatte es einige Zeit so ausgesehen, als würden an dieser Stelle nie mehr Angler ihre Köder auswerfen. Im Frühjahr 2007 hatte der Sturm „Kyrill“ eine alte Buche umgeweht, die auf die Staumauer des Weihers krachte und sie schwer beschädigte. In der Folge drohte eine völlige Stilllegung und das Ablassen des Weihers. Zunächst sah es so aus, als würden die Familie Gronen, die Städteregion und die Stadt Monschau keinen gemeinsamen Nenner in Fragen der Zuständigkeit und der Kosten finden. Nach anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten zieht Gerrit Gronen jetzt aber ein positives Fazit: „Am Ende haben Helmut Etschenberg, Margareta Ritter und ich gut zusammen gearbeitet und eine Lösung gefunden.“

So sah es früher rund um den Weiher aus: Im Hintergrund ist die Alte Monschauer Straße zu erkennen.

Die alte Dammkrone wurde erhöht, der Grundablass saniert, ein neuer zusätzlicher Überlauf geschaffen und die Stege saniert. Vor einem Jahr noch lag der Weiher fast trocken, statt Wasser machte sich Gestrüpp breit und die Teichmuscheln, die gerettet werden konnten, lebten vorübergehend in den acht kleineren Teichen des Areals. Das Gestrüpp ist weg, das Wasser wurde im Winter wieder angestaut, die Muscheln sind wieder umgezogen, die Forellen eingesetzt und die ersten Angler waren gestern auch schon da. Aber auch die Kröten und Frösche fühlen sich wohl. „Davon gibt es hier so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr“, sagt Gronen.

Aber auch das Gelände rund um den Weiher hat sein Gesicht verändert. Viele Fichten wurden in einer Gemeinschaftsaktion mit der Unteren Landschaftsbehörde der Städteregion im Rahmen von Renaturierungsmaßnahmen entfernt. „Da soll wieder der alte Erlenbruch mit Sumpf und Moor entstehen“, erklärt Gronen.

Die Qualität des Wassers hat Gronen prüfen lassen und ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Wir haben hier weiches Wasser mit einem relativ hohem Ph-Wert. Das ist ideal für die Forellen“, sagt Gronen. Außer den Anglern haben die Forellen im Menzerather Weiher nicht viel zu befürchten. Neben ihnen gibt es nur ein paar Karpfen, die den Bewuchs (zum Beispiel Algen) fernhalten sollen. Hechte gibt es nicht. Gefahr droht den Fischen höchstens noch aus der Luft. Bisher haben Reiher und Kormorane aber noch keine Schwierigkeiten bereitet. „Wahrscheinlich haben sie aber schon das Besteck in der Hand und ein Lätzchen um und und freuen sich auf die neuen Fische“, sagt Gronen und lacht dabei.

Zunächst möchte Gronen den Betrieb freitags, samstags und sonntags öffnen. „Dann sehen wir mal, wie sich das hier einspielt. Das erste Jahr soll dazu dienen wieder Erfahrungen zu sammeln“, sagt Gronen.