Nordeifel: Neuer Ausweis verlangt Geduld

Nordeifel: Neuer Ausweis verlangt Geduld

Derzeit gibt es in vielen Bundesländern Probleme mit dem neuen Personalausweis. So wurden in Baden-Württemberg PIN-Briefe und Sperrkennwörter nicht rechtzeitig, gar nicht oder mit falschem Kennwort an die Antragsteller geschickt. In der Nordeifel ist die Umstellung unterschiedlich angelaufen, jedoch ohne schwerwiegende Probleme.

In der Gemeinde Simmerath kam es zu Anlaufschwierigkeiten, als Systemabbrüche oder Koordinationsprobleme der Bundesdruckerei die Ausstellung verzögerten. „Diese Probleme wurden jedoch weitgehend behoben; inzwischen kommt nun nur noch selten zu Störungen”, teilt die Gemeinde Simmerath mit.

Unterschiede und Neuheiten

Auch in Roetgen ist die Software noch anfällig, so dass es noch öfters zu Problemen kommt. Von der Stadt Monschau hingegen sind keine Anfangsschwierigkeiten von Bedeutung bekannt.
In der Zeit vom 1. November 2010 bis Ende Januar 2011 wurden beim Einwohnermeldeamt der Gemeinde Simmerath von circa 350 beantragten Lichtbildausweisen bereits 262 ausgeliefert.

In Monschau wurden rund 180 Ausweise ausgehändigt. Auch in Roetgen wurden bereits 152 Pässe beantragt. „Auffallend ist bei den neuen Beantragungen, dass von 152 nur 20 mit Fingerabdruck gefordert wurden,” so Dirk Recker von der Gemeindeverwaltung in Roetgen.

Im Vergleich zu den alten Papieren gibt es viele Neuerungen und damit verbundene Unterschiede. War früher der erste Ausweis, den man in seinem Leben beantragte, noch kostenfrei, so werden die Bürger beim neuen Ausweis schon bei der ersten Beantragung zur Kasse gebeten: Bürger unter 24 Jahren zahlen 22,80 Euro, wer älter als 24 ist gar 28,80 Euro für das Dokument im Kartenformat. „So kommt es dazu, dass immer mehr Eltern mit dem Beantragen des ersten Ausweises warten und stattdessen auf einen Reisepass umstellen, um den Kosten zu entgehen”, sagte die Leiterin des Einwohnermeldeamtes in Simmerath, Lydia Löhrer.

Jedoch gibt es auch viele neue Funktionen, die sowohl den Umgang mit dem neuen Pass als auch den Alltag erleichtern sollen. Eine Neuheit ist dabei die eID-Funktion, auch genannt „Online-Ausweisfunktion”, womit man sich bei Service-Leistungen, zum Beispiel Online-Shops, Banken, E-Mail-Anbietern ausweisen kann. So werden unnötige Wartezeiten vermieden, und auch dem Kinder- und Jugendschutzgesetz wird Rechnung getragen, da für bestimmte Altersgruppen nicht freigegebene Inhalte auf Websites nicht geöffnet werden können. Auch die Nutzung am Zigarettenautomat ist nicht möglich . Außerdem wird durch den neu vorhandenen Fingerabdruck auf dem Pass dem Missbrauch des Dokumentes vorgebeugt.

Verlängerte Wartezeit

Aufgrund der vielen erweiterten Funktionen und der umfangreicheren Beratung und Aufklärung entstehen längere Warte- und Bearbeitungszeiten. Als speziellen Service erinnert die Gemeinde Simmerath die Bürger circa ein bis zwei Monate vor Ablauf des alten Personalausweises und informiert gleichzeitig über benötigte Unterlagen und Kosten, die für die Neubeantragung nötig sind. Dadurch soll die Bearbeitungszeit schon im Voraus verringert werden.

Zusammenfassend sind sich die drei Eifelgemeinden einig, dass die Umstellungsphase vom alten zum neuen Personalausweis weitgehend zufriedenstellend funktioniert. „Es verläuft gut und fehlerfrei und auch unsere Bürger nehmen die neuen Dokumente gut an,” berichtete Wilfried Roscheda vom Einwohnermeldeamt der Stadt Monschau.