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Imgenbroich: Neuen Perspektiven für Arbeitslose

Imgenbroich : Neuen Perspektiven für Arbeitslose

Im neunten Jahr seines Bestehens hat das Sozialwerk Eifeler Christen mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dennoch sind Vorsitzender Herbert Nierhaus und seine MitstreiterInnen guten Mutes, das Jubiläum im nächsten Jahr feiern zu können.

Durch den Verein Sozialwerk Eifeler Christen werden Arbeitslose im Rahmen sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungs- verhältnisse für den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt qualifiziert. Die rund 70 Mitglieder waren jetzt zur Mitgliederversammlung in die Räume der Möbel- und Kleiderbörse im Himo eingeladen. Vorsitzender Herbert Nierhaus berichtete über das abgelaufene Geschäftsjahr.

„Rückgrat des Zweckbetriebs”

Das Sozialwerk bietet drei feste und fünf bis sieben befristete Arbeitsplätze. Als „Rückgrat des Zweckbetriebs” lobte der Vorsitzende die Sozialpädagogin Gabriele Attemeier als Betriebsleiterin sowie Martina und Monika Hübner hervor.

Im Rahmen von Förderprogrammen werden die befristeten Arbeitsplätze in unterschiedlichen Bereichen besetzt, so in der Möbel- und Kleiderbörse, in der Containerpflege oder im handwerklichen Bereich. Die Beschäftigung und Qualifizierung geschieht auch in Zusammenarbeit mit anderen Initiativen wie „Sprungbrett” oder dem Bildungswerk der KAB.

Von vier Mitarbeitern, die sich zur Zeit in einem Förderprogramm befinden, konnte einer bereits in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden, zwei weitere haben gute Chancen, berichtete Nierhaus. Das Betriebsklima sei gut, hob er hervor, und Gabriele Attemeier unterstrich, dass die MitarbeiterInnen die Programme „mit viel Herzblut und Engagement” mittragen.

Keine Förderung mehr?

Die finanziellen Perspektiven, die der Vorsitzende aufzeichnete, sind jedoch besorgniserregend. In den letzten Jahren konnte das Sozialwerk seine Arbeitsplätze zu einem großen Teil mit Hilfe staatlicher Förderprogramme finanzieren. Zur Zeit sieht es jedoch danach aus, dass diese vollständig auslaufen.

Auch ist nicht absehbar, wie lange der jährliche Zuschuss von 10.000 Euro aus dem Arbeitslosenfonds des Bistums noch zur Verfügung steht. Mit 20.000 Euro jährlich unterstützte der Kreis Aachen bisher die Möbelinitiative des Sozialwerks zur Sicherstellung eines flächendeckenden Möbelrecyclings. Für die Jahre ab 2005 ist darüber noch keine Entscheidung getroffen.

Einen wesentlichen Teil seiner Erlöse konnte das Sozialwerk durch das Einsammeln und Abtransportieren von Altkleidern und Altschuhen aus Containern der KAB erwirtschaften. Da der Altkleidermarkt inzwischen zusammengebrochen ist und einige große Sammelbetriebe bereits Insolvenz angemeldet haben, sind auch diese Einnahmen nicht mehr sicher.

Die von Herbert Nierhaus im Geschäftsbericht angesprochenen Probleme spiegelten sich auch im Kassenbericht von Lothar Beck wider. Neben den stark verringerten Zuschüssen führten im Jahresabschluss 2003 auch die wegbrechenden Erlöse der Kleiderbörse und des Möbelverkaufs zu einem höheren Defizit als im Jahr zuvor. Bei Beiträgen und Spenden war ebenfalls ein Rückgang zu verzeichnen.