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Projekt bekommt Zuschuss: Naturpark will Wanderer mit regionalen Produkten versorgen

Projekt bekommt Zuschuss : Naturpark will Wanderer mit regionalen Produkten versorgen

Der Naturpark Nordeifel erhält aus einem Wettbewerb 280.000 Euro für das Projekt „Natürlich Nachhaltig!“ Sie sollen verwendet werden, um Versorgungsideen für Wanderer auszuprobieren.

Nachdem der Naturpark Nordeifel mit dem Projekt „Unterm Sternenzelt – Eifel bei Nacht“ in der vorigen Runde des Wettbewerbs den ersten Platz belegen konnte, zählt er mit seiner diesjährigen Projektidee zur Versorgung von Gästen in der Region mit regionalen Produkten wieder zu den Top Drei in NRW. Das Umweltministerium NRW fördert die Umsetzung mit 280.000 Euro.

In drei Workshops und zahlreichen Einzelgesprächen hatte der Verein Naturpark Nordeifel zusammen mit der Nordeifel Tourismus GmbH, dem Verein Rureifel-Tourismus, dem Verein Monschauer-Land-Touristik sowie dem Nationalparkforstamt Eifel und Vertretern der Kreise Euskirchen, Düren und der Städteregion Aachen ein Konzept zur Schließung von Versorgungslücken im Wandertourismus entwickelt.

„In den letzten Jahrzehnten wurde in der NRW-Eifel stark in den Wander- und Radtourismus investiert“, erläutert Naturpark-Geschäftsführer Dominik Hosters. „Doch was nützen uns die schönsten Wege, wenn die Gäste unterwegs nicht mehr einkehren können? Trotz der Erfolge zur Entwicklung der Tourismusregion stellen sich zunehmende Herausforderungen durch Nachfolgeproblematiken im Gast- und Unterkunftsgewerbe mit der Folge von Versorgungslücken entlang der Wander- und Radwege.“

Dass es sich beim Umgang mit Nachfolgeproblematiken und dem Schließen von Versorgungslücken nicht um ein Nischenthema handelt, zeigt die Bewertung des Bundeswirtschaftsministeriums als eine der zentralen Herausforderungen für den Erfolg touristischer Mittelgebirge in Deutschland. Durch Folgen der Coronapandemie und Flutkatastrophe wird dieser Trend noch einmal verschärft.

Mit „Naturpark Nordeifel – Natürlich Nachhaltig!“ möchte der Naturpark mit seinen Partnern als Pilotprojekt verschiedene Lösungsideen erproben. Hierzu sollen zunächst besonders geeignete Versorgungsorte entlang ausgewählter Wanderwege identifiziert werden. Die Expertise kommt von der Internationalen Hochschule Düsseldorf rund um Prof. Felix Wölfle. Mit Lichtschranken zur anonymen Gästezählung sowie Befragungen vor Ort sollen Besucherfrequenzen entlang der Wege erhoben werden, um Aussagen zu treffen, wann wo wie viele Gäste unterwegs sind.

Auf dieser Grundlage sollen exemplarisch saisonale und gegebenenfalls mobile Versorgungsangebote wie Verkaufsautomaten installiert und erprobt werden. „Dabei ist es uns wichtig, die regionale Wirtschaft zu stützen“, so Naturpark-Vorsitzender Manfred Poth. Alle Angebote sollen ausschließlich mit Lebensmitteln aus der Region bestückt werden. Eine zentrale Aufgabe wird es daher sein, Lebensmittelproduzenten anhand der Besucherzahlen zu überzeugen und für die Beteiligung zu begeistern. Unterstützung erfährt der Naturpark dabei durch die Regionalmarke Eifel sowie die Landwirtschaftskammer NRW.

Neben der reinen Versorgung mit regionalen Produkten über Stationen an den Strecken hat das Projekt parallel zum Ziel das Bewusstsein für den Wert regionaler Landwirtschaft und ihrer Produkte auch in Bezug auf die Förderung einer intakten Natur und Kulturlandschaft zu steigern. So sollen auf den ausgewählten Routen besonders für Familien ergänzende Erlebnis- und Bildungsangebote entwickelt werden mit dem Ziel, einen direkten Zusammenhang mit den Versorgungsangeboten herzustellen. „Naherholung und Tourismus ist als eine Leitökonomie im Naturpark anzusehen, die neben Wertschöpfung heimatnahe Arbeitsplätze sichert, Handwerk und Einzelhandel unterstützt und die kulturelle Identität sowie Landschafts- und Naturschutz stärkt und die Lebensqualität verbessert“, resümiert Hosters das Projekt.

Der Naturpark Nordeifel legt mit seinen Partnern daher den Schwerpunkt auf Lösungsansätze, die insgesamt der Stärkung der Erlebnisregion Nationalpark Eifel, der Erhaltung von landwirtschaftlichen Betrieben und der Kulturlandschaftspflege sowie dem Klimaschutz dienen.

Das Gesamtprojekt, das bis zum Jahr 2024 zur Umsetzung kommen soll, umfasst eine Investitionssumme von 400.000 Euro – 70 Prozent fördert das Land Nordrhein-Westfalen nun durch die dritte Platzierung im Wettbewerb. 20 Prozent Ko-Finanzierung in Höhe von 80.000 Euro steuern die Kreise Euskirchen, Düren und die Städteregion bei. 40.000 Euro verbleiben als Eigenanteil beim Naturpark Nordeifel.

Der Landeswettbewerb „Nauturpark 2024 NRW“ wird alle drei Jahre vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz ausgelobt und ist mit einer Millionen Euro dotiert. Neben dem Naturpark Nordeifel wurden die Naturparks Sauerland-Rothaargebirge sowie und Teutoburger Wald/Eggegebirge ausgezeichnet.

(red)