1. Lokales
  2. Eifel

Monschau: Natur entdecken im FamLand

Monschau : Natur entdecken im FamLand

Der Weg führt geradezu in ein Eifeler Landschaftsidyll: Ein kleiner Bach rauscht friedlich durchs Tal. In den Hängen, die dahinter ansteigen, wachsen Blumen, Büsche und Bäume.

An eine kleine Brücke schließt sich ein Wanderpfad an, dem zu folgen reines Naturerlebnis verheißt. Inmitten dieses Friedens liegt das Hotel-Restaurant Perlenau von Hartmut Becker. Das Traditionshaus - seit 1928 als Beherbergungsbetrieb geführt - gehört zum FamLand-Projekt des Kreises Aachen.

„Viele Eltern, vor allem aus der Stadt, bringen ihren Kindern bei uns die Natur nahe”, weiß Hartmut Becker um den großen Vorteil seiner beschaulichen Lage abseits der Altstadt. Und dieses Verständnis prägt seine Vorstellung vom touristischen Aufbau der Region, er erzählt: „In meiner Jugend kamen wir mit dem Fahrrad von Eschweiler nach Monschau, um Minigolf zu spielen.”

Hartmut Becker kann nicht verstehen, dass die Anlage nicht mehr genutzt wird. „Wir müssen doch das vermarkten, was da ist und was wenig Geld kostet. Dann wären wir schon ein ganzes Stück weiter”, setzt Hartmut Becker auf kleine Akzente neben den großen Events.

Als Beispiel nennt er auch die Landschaftskrippe in der Höfener Pfarrkirche. Aus den Gesprächen mit seinen Gästen weiß er: „Das wirkt sich sehr positiv auf die Region aus. Solche Highlights müssten wir das ganze Jahr über haben.”

Dabei denkt Hotelier Becker an die Musikvereine, die Platzkonzerte in ihren Orten geben könnten. „Unser Potenzial ist die Region, und die müssen wir als Standort aktivieren, von dem aus der Gast im Umkreis von hundert Kilometern seine Tagesziele wählt.” Dies kann aber nur erreicht werden, wenn auch die Bevölkerung für den Tourismus sensibilisiert wird: „Was nutzt es, wenn ein Gast ein rietgedecktes Bauernhaus in Höfen bewundert und vom Grundstück verscheucht wird.”

Schlechtwetter-Tage

Und auch die Politik ist nach Meinung von Hartmut Becker noch stärker gefordert: „Auch für Betriebe in Monschau ist der Rursee ein Magnet. Aber politisch klafft hier noch eine tiefe Kluft.” Sein Rat an die Verantwortlichen in den Kommunalverwaltungen: „Um das Geld, das auf der Straße liegt aufzuheben, muss man sich bücken. Man kann nicht erwarten, dass andere das für einen tun.”

Auch wenn das Hotel Perlenau mit seinen 42 Betten zu den größeren Beherbergungsbetrieben zählt, wünscht sich Hartmut Becker „ein großes Haus mit Wellnessbereich für die Schlechtwetter-Tage”. Er ist überzeugt, dass die gesamte Region davon profitiert, „wenn wir dem Gast etwas bieten können, das die Wetterfrage schon bei der Urlaubsplanung gar nicht erst aufkommen lässt”.

Kurzfristig hat Hartmut Becker, angeregt von den FamLand-Seminaren, seine Ausstattung familiengerechter gestaltet: Babybetten, Kinderstühle, Spielzeug hat er für sein Haus gekauft.

Was ihn verwundert, ja ärgert: dass die Spielsachen und Bücher einfach mitgenommen werden. „Ich unterstelle niemandem eine böse Absicht, aber mit den eigenen Sachen werden auch unsere eingepackt.” Sehr beliebt - und kaum gefährdet, mitgenommen zu werden - sind die Ponys von Hartmut Becker. Auf vorherige Anfrage können kleine Gäste bei ihm reiten.

Als weitere Ideen nennt er Vater-Kind-Touren, den Räuber-Teller („die Kinder bekommen einen leeren Teller, um bei Mutter und Vater zu räubern”) und Einheitspreise für bestimmte Angebote in den FamLand-Betrieben.

Nach den Seminaren und der professionellen wie engagierten Begleitung, die ihm nach eigenem Bekunden sehr viel mitgegeben haben, setzt Hartmut Becker nun auf Eigendynamik: „Ich hoffe, dass wir uns in Zukunft an diesem Projekt FamLand messen lassen können.”