Nationalpark-Kitas: Verfahren zur Zertifizierung hat Halbzeit erreicht

Zertifizierung zu Nationalpark-Kitas : Kinder beobachten wilde Wiese und gestalten Gelände naturnah um

Seit Beginn des Kindergartenjahres 2018/19 nehmen Kitas aus den Nordeifelkommunen am Zertifizierungsverfahren zur Nationalpark-Kita teil. Das Verfahren läuft bis August 2020, zur Halbzeit haben einige Kindertagesstätten jetzt ihre bisherigen Projekte im Kinder- und Jugendhilfeausschuss der Städteregion präsentiert.

Die Mitarbeiter des Kindergartens „Seeparadies Rurberg“ haben eigene Ideen entwickelt, wie sie die sechs Kriterien erfüllen wollen. Zum Beispiel haben die Kinder für das erste Kriterium „Inhalt“ eine Biber-Kiste von der Biologischen Station Düren zur Verfügung gestellt bekommen, mit der sie die Lebensweise des Bibers nachvollziehen konnten. Auch eine wilde Wiese ist angelegt worden, mit der die Kinder die Wildnisentwicklung beobachten können. Außerdem gehen die Erzieher mit den Kindern in den Wald und entdecken neue Ortschaften.

Diese Aktivität passt zum Kriterium der „Draußen-Zeit“, denn in der Rurberger Einrichtung sind die Kinder jeden Tag vor- und nachmittags je ein bis zwei Stunden draußen – egal, bei welchem Wetter. Das Kriterium „Kontinuität und Entwicklung“ wird mithilfe von Absprachen im Team realisiert, so dass mit einem Projekt fortlaufend alle Bildungsbereiche abgedeckt werden können.

Die Partizipation ist im Seeparadies ebenfalls ein wichtiger Faktor. Es gibt Kinderkonferenzen, in denen sie beteiligt werden. Außerdem können sich Eltern mit Feedback an die Mitarbeiter der Kita wenden. Unter dem Kriterium „Kooperation und Management“ tauschen sich die Erzieher mit anderen Partnerkitas aus. Für die Öffentlichkeitsarbeit hat die Kita eine Infoecke eingerichtet, in der sich Eltern und Kinder über das Projekt und die Zertifizierung informieren können.

Im Kita-Verbund Höfen/Rohren sind ebenfalls viele Ideen umgesetzt worden, die den Ausschussmitgliedern in einem Film präsentiert wurden. So haben auch die Kinder in Höfen und Rohren mit der Biber-Kiste gearbeitet. Das Hauptprojekt ist aber die naturnahe Umgestaltung des Außengeländes. So gibt es jetzt zum Beispiel Weidentipis und eine Sitzecke aus Baumstämmen. Das Erdbeerbeet ist vergrößert und auch Gemüse ist angebaut worden. Außerdem sind die Kinder begeistert von einer „Naschhecke“.

Zertifizierung bis August 2020

Bis zum August des kommenden Jahres läuft das Verfahren noch. Bis dahin müssen die Kitas ihre Projekte dokumentieren und mindestens zwei Projekte verschriftlichen. Der Abgabetermin für die Dokumentationsbögen liegt im Februar 2020. Außer der Kita in Rurberg im Verbund Simmerath/Einruhr/Rurberg und dem Verbund Höfen/Rohren nehmen die katholische Kita Arche Noah in Simmerath und die katholische Kita St. Ursula in Monschau am Zertifizierungsverfahren teil. Darüber hinaus beteiligen sich auch der Waldkindergarten in Roetgen-Rott sowie das Familienzentrum in Konzen. Damit sind Einrichtungen aus allen Nationalpark-Kommunen eingebunden.

Nicole Weiden-Luffy von der SPD lobte das Projekt in der Ausschusssitzung und bedauerte, dass nicht alle Kitas der Städteregion in Nationalpark-Nähe liegen. Sie wünschte sich, dass innerhalb der Einrichtungen ein Austausch hergestellt wird. „Diese Initiative sollte weit über den Nationalpark hinaus in andere Kitas ausstrahlen“, sagte Weiden-Luffy.

(can)