Woffelsbach: Nach 33 Jahren schließt das Café in der Seestraße

Woffelsbach: Nach 33 Jahren schließt das Café in der Seestraße

Die Leuchtreklame ist schon längst entfernt, der Zapfhahn nach oben gedreht und die Rollläden sind heruntergelassen: Für das Gastronomen-Ehepaar Sebald (Sepp) und Marita Harth aus Woffelsbach war in diesen Tagen endgültig Zapfenstreich. Nach nahezu 33 Jahren schlossen sie ihr Café in der Seestraße.

Der Feierabend ist endgültig, denn ein Nachfolger für den Betrieb ist nicht in Sicht. Dies würde sich ohnehin schwierig gestalten, da die Lage des Lokals etwas abseits vom Seeufer ein klarer Standort-Nachteil ist.

Begegnungen und Gespräche mit Gästen aus dem Ort und von außerhalb prägten den Alltag der beiden Inhaber, und auch wenn es in über drei Jahrzehnten nicht nur gute Tage im Lokal gab, bleiben die Erinnerungen an schöne Tage haften.

„Es ist genug“, sagen Sepp Harth (73) und Ehefrau Marita (66) übereinstimmend; schließlich wolle man nach einem arbeitsreichen Leben ausgiebiger als bisher die Hobbys genießen. Außerdem sendeten Alter und Gesundheit inzwischen immer eindeutigere Signale. Bis auf wenige Tage im Winter führte man das Café als Ganzjahresbetrieb, und auf die zahlreichen Stammgäste war immer Verlass. Auch die Woffelsbacher Feuerwehr hatte hier ihr Stammlokal, und entsprechend emotional und intensiv gestaltete sich auch die Abschiedsfeier.

Am 10. April 1981 wurde das Lokal eröffnet. Dabei sah die Lebensplanung der Eheleute Harth eigentlich ganz anders aus, doch zuvor hatte Sepp Harth einen schweren Sportunfall erlitten, so dass der gelernte Schlosser und spätere Kraftfahrer seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. Also wählte er den Weg in die Selbstständigkeit, „weil ich niemandem zur Last fallen wollte.“

In der über drei Jahrzehnten währenden Tätigkeit in der Gastronomie haben Sepp und Marita Harth natürlich aufmerksam die touristische Entwicklung im Rurtal beobachtete. Nachdem Woffelsbach gegenüber den beiden anderen Rurseeorten, Einruhr und Rurberg, lange Zeit ein wenig vernachlässigt worden sei, habe die nun erfolgte Umgestaltung der Woffelsbacher Bucht dem Ort neuen Auftrieb gegeben. Die anfangs große Zahl der Kritiker sei inzwischen immer geringer geworden, „und viele, die anfangs Sturm gelaufen sind, finden die Maßnahme nun sehr gut.“ Neue Ideen für den Tourismus in Woffelsbach seien erforderlich, „nicht dass es uns noch so ergeht wie Erkensruhr.“

Auch wenn die Türen des Cafés nun für immer geschlossen werden, bleiben Sepp und Marita Harth dem Fremdenverkehr weiterhin verbunden, denn die beiden Ferienwohnungen im Hause sollen auch weiterhin für Gäste zur Verfügung stehen.

(P. St.)
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