Simmerath: Nabu zeichnet „Schwalbenfreunde“ aus Simmerath aus

Simmerath: Nabu zeichnet „Schwalbenfreunde“ aus Simmerath aus

„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“. Das warnende Sprichwort ist auch Annemie Klösgen und Karl Schnitzler aus der Schmiedstraße 2 a in Simmerath bekannt. Wenn es jedoch nach dem bekannten Sprichwort geht, hat der Sommer rund um das Haus der Beiden einen Stammplatz.

Die auch als Glücksbringer und Sommerboten bekannten kleinen Flugkünstler nisten zu ihrer großen Freude seit Jahren bei ihnen. Keine Selbstverständlichkeit, da Mehl- und Rauchschwalben immer seltener werden und mit ihren Beständen in Nordrhein-Westfalen zwischenzeitlich in der aktuellen Roten Liste als gefährdet eingestuft sind. Demzufolge war es eigentlich naheliegend, dass der Nabu Aachen-Land nun das Haus von Annemie Klösgen und Karl Schnitzler als „Schwalbenfreundliches Haus“ mit einer entsprechenden Plakette auszeichnete. Wie Ralf Evertz vom Nabu Aachen-Land, der für den Bezirk der Nordeifel zuständig ist, bei der Übergabe der Plakette mitteilte, erfolgte die Auszeichnung stellvertretend für 10 weitere Häuser in der Städteregion.

In der Eifel wurden laut Evertz vom Nabu auch in Kalterherberg und Roetgen schwalbenfreundliche Hausbesitzer und ihre Immobilie mit einer Plakette ausgezeichnet. „Wie schon in den letzten Jahren zeichnen wir Hausbesitzer, die Schwalben an oder in ihrem Haus dulden, mit dieser Plakette aus“, erklärte Evertz hierzu und ergänzte: „Im Rahmen der augenblicklich häufigen Haussanierungen werden leider viele Nistmöglichkeiten an Häusern zerstört“.

Früher im Kuhstall anzutreffen

Bei Annemie Klösgen und Karl Schnitzler nisten an der Hauswand unter dem Dach im Übrigen Mehlschwalben, deren zu Hause das charakteristische kugelförmige Nest mit einem Einflugloch ist. Wie Ralf Evertz weiter erklärte, sei die Problematik bei den Rauchschwalben, die früher in jedem Kuhstall anzutreffen waren, ähnlich. Viele Viehställe seien verschlossen und deren Zahl habe sich zudem verringert. Zudem seien nicht asphaltierte Feldwege und Hofeinfahrten, ideale Orte für die Schwalben, um feuchten Lehm für den Nestbau zu sammeln, heute vielfach eine Seltenheit.

Mehlschwalben verdanken ihren Namen übrigens ihrer reinweißen Unterseite. Sie sind zudem die einzigen europäischen Singvögel mit weiß befiederten Beinen und Füßen. Ihr Schwanz ist schwach gegabelt und das Gefieder metallisch blau-schwarz glänzend.

Der Name der Rauchschwalbe rührt daher, dass sie früher gerne in Schornsteinen und Rauchfängen brütete. Von anderen Schwalben ist sie gut durch ihre rotbraune Maske und ihre auffällig lange Schwanzspieße zu unterscheiden. Zudem ist die Rauchschwalbe etwas größer als die Mehlschwalbe.

Viele wissen zudem nicht, dass die Nester der kleinen Flugkünstler, die sich von fliegenden Insekten und im Luftstrom treibenden Spinnen ernähren, nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind und grundsätzlich nicht beschädigt oder abgeschlagen werden. Auch der Zugang zu bestehenden und genutzten Nestern darf nicht versperrt werden. Auf diese Idee kämen die beiden Simmerather Annemie Klösgen und Karl Schnitzler natürlich nie. Im Gegenteil.

Die Schwalbenfreunde haben vor ihrem Haus für andere Vogelarten eine weitere Futterstelle und Vogeltränke eingerichtet. „Hier haben wir regelmäßig 14 Spatzen, je vier Bachstelzen und Krähen sowie zwei Elstern zu Gast“, erklärt Annemie Klösgen und ergänzt, dass man einer Elster den Namen „Zöppetrien“ verpasst habe. Besagte Zöppetrien weicht ihr Futter zunächst einmal in der Vogeltränke auf, um es erst danach zu sich zunehmen.