Mützenich: Mützenich: Ein Dorf jagt die „Konsum”-Einbrecher

Mützenich : Mützenich: Ein Dorf jagt die „Konsum”-Einbrecher

„Das ist kein Dumme-Jungen-Streich mehr. Wir werden die Täter suchen und die Sache polizeilich zur Anzeige bringen!” Hans-Jürgen Graff, stellvertretender Vorsitzender der Konsum-Genossenschaft Eifel ist stinksauer. In der Nacht von Sonntag auf Montag sind bereits zum dritten Mal in diesem Jahr Unbekannte nachts in den Mützenicher „Konsum” an der Eupener Straße eingebrochen.

Erst einen guten Monat zuvor hatten sich die dreisten Diebe im kleinen Mützenicher Dorfladen bedient.

„Da hat sich jemand den kompletten Bedarf für eine schöne Fete besorgt - außerhalb der Öffnungszeiten und ohne zu bezahlen”, stellt Hans-Peter Dörr, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft und ehemaliger Ortsorsteher, mit einem gequälten Lächeln fest.

Fritten, Pizza, Cola und Zigaretten waren die Beute des Einbruchs vom vergangenen Wochenende - das ist nicht das Beuteschema einer professionellen Einbrecherbande. „Ich möchte nicht pauschal die Jugend verdächtigen, aber das sieht mir doch sehr nach einer spontanen Aktion Halbwüchsiger aus”, so Dörr.

Als „Streich” will und wird die Genossenschaft den neuerlichen Einbruch aber keineswegs abtun, „wir werden mit aller Macht dagegen vorgehen und bitten die Bevölkerung eindringlich und im eigenen Interesse, uns und der Polizei bei der Ermittlung der Täter behilflich zu sein”, sagt Hans-Jürgen Graff mit aller Entschiedenheit.

Mit brachialer Gewalt

Denn schlimmer als der Wert der entwendeten Waren aus dem Laden ist der neuerliche Sachschaden am Gebäude. „Die Täter treten oder brechen mit brachialer Gewalt die Glasschiebetür auf, wobei jedesmal auch die empfindliche Schließautomatik beschädigt wird”, schildert Hans-Peter Dörr die Vorgehensweise der Täter.

Nach dem ersten Einbruch dieses Jahres hatte man daher die Eingangstür im unteren Bereich mit massiven Stahlstangen verstärkt. „Die haben die Einbrecher einfach aufgedrückt”, so Hans-Jürgen Graff kopfschüttelnd.

Einen einbruchsicheren Eingangsbereich oder eine Alarmanlage jedoch kann sich die kleine Genossenschaft nicht leisten. „Wir sind froh, dass wir uns über eine Reduzierung des Sortiments finanziell gerade wieder ein wenig bekrabbelt haben”, so Graff, der auch für seinen Heimatort im Monschauer Stadtrat sitzt.

„Da ist eine solche Einbruchserie natürlich ein Schlag ins Kontor”, weist Hans-Jürgen Graff darauf hin, dass irgendwann auch die Versicherung nicht mehr mitspielt. „Fakt ist, dass die Einbrüche den Fortbestand des Konsum massiv gefährden”, warnt Hans-Peter Dörr.