Mütter fordern Unterstützung für Hebammen in Simmerath

Simmerath/Nordeifel: Mütter fordern Unterstützung für Simmerather Hebammen

Bei der Eifelklinik ist man mittlerweile optimistisch, dass die Geburtshilfe in Simmerath fortbesteht. Unsere Mitarbeiterin Anneliese Lauscher hat sich unter (werdenden) Müttern in Strauch und Schmidt umgehört, wie sie über die Bedeutung einer Geburtshilfe für die Nordeifel denken.

Annika Wirtz, Schmidt: Noch Anfang 2018 hat man über die tolle Geburtenrate berichtet, wie stolz man auf den immer größer werdenden Zulauf von Gebärenden aus den umliegenden Kreisen Düren und Schleiden ist und dass die Zahl der Geburten bei ca. 300/Jahr lag. Es ist also lange ein Thema, dass die Geburten in Simmerath zunehmen.

Gleichzeitig ist aber die Zahl der Geburtshelferinnen gleich geblieben — obwohl die Überlastung deutlich sichtbar war und wohl auch klar von den Hebammen kommuniziert wurde. Das Krankenhaus hat eine klare Verantwortung gegenüber den Patienten, aber auch eine Fürsorgepflicht gegenüber dem Personal, dazu muss man ganz klar auch die Hebammen zählen. Nur, weil man die Hebammen nicht fest anstellt, ist deren Arbeit nicht weniger wichtig für St. Brigida.

Ohne diese Frauen wäre die Geburtenstation nicht das, was sie heute ist, es würde diese Station offenbar mangels vorhandener Rufbereitschaft gar nicht geben. Ich hoffe, dass man eine konstruktive Lösung findet, in der auch die nun bereits vorhandenen Hebammen weiter dem Krankenhaus und den Patientinnen in der Geburtshilfe erhalten bleiben können. Sie haben eine tolle Arbeit in all den Jahren geleistet und sind wichtiger Teil eines Teams. Sie brauchen aber ganz klar Entlastung und Unterstützung durch zusätzliche Hebammen.

Würde man die drei Hebammen, die ihren Dienst nun quittiert haben, durch drei andere ersetzen, so träte über kurz oder lang doch die gleiche Situation wieder ein. Wenn die Klinik sich gerne von all den anderen Kliniken weiterhin durch diese tolle Station abheben möchte, dann muss sie sich auch in der personellen Ausstattung von den anderen abheben.

Leider ist es wie so oft — erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird gehandelt. Ich wünsche mir für die Hebammen eine schnelle und dauerhafte Entlastung, damit sie ihre so wichtige Arbeit noch viele Jahre mit Freude und ohne ständige Überlastung ausführen können, und persönlich hoffe ich natürlich, dass unser erstes Kind im Juli 2018 ebenfalls in Simmerath zur Welt kommen kann.

Jasmin Baum, Strauch: Die Geburtsstation in Simmerath hat einen guten Ruf und ist sehr beliebt. Die Station zu schließen, wäre ein Schritt in die falsche Richtung.

Inga Lennartz, Strauch: Es sollte doch alles dafür getan werden, damit diese Hebammen bleiben, die sich einen so guten Ruf erarbeitet haben und das Herzstück der Geburtshilfe Simmerath bilden. Zusätzlich ist es offensichtlich notwendig, weitere Hebammen einzustellen, damit sich die Arbeit besser verteilt und für Entlastung gesorgt wird. Die steigenden Geburtenzahlen hängen doch ganz bestimmt unter anderem von diesem guten Ruf ab. Neben einem tollen Ärzte- und Schwesternteam sind die Hebammen mindestens genauso wichtig.

Ich kann mich an eine Aussage einer Mutter aus der Rückbildungsgymnastik bei Andrea Victor erinnern: „Ich habe ja schon drei Kinder aber ihr seid so nett, da würde ich glatt noch ein viertes bekommen.“ Wenn man bereits ein Kind in St. Brigida entbunden hat, möchte man nirgendwo anders hin und man hat einfach das Gefühl, in kompetenten und guten Händen (Hebammen, Krankenschwestern und Gynäkologen) zu sein.

Nicht ohne Grund kommen auch andere Patientinnen aus weiterer Entfernung, die sich bewusst diese Entbindungsstation ausgesucht haben.

Aline Breuer, Strauch: Meiner Meinung nach sollte und muss die Geburtshilfestation in Simmerath dringend erhalten bleiben. Und dies in Zusammenarbeit mit den Rundumhebammen. Diese Hebammen habe ich als unglaublich tolle Menschen kennengelernt, die einem das Gefühl der Sicherheit geben. Ihre Arbeit ist wundervoll, und sie nehmen mir selber jede kleinste Angst vor dem, was einer werdenden Mutter alles bevorsteht.

Jahrelang haben sie schon verantwortungsvolle Arbeit geleistet und die Eifelklinik konnte sich jede Minute auf die Rundumhebammen verlassen. Sie haben in der Zeit alles, was für sie möglich war, für die Klinik und die Frauen gemacht. Ich möchte beruhigt und voller Zuversicht in die Zukunft gucken können, in der ich meine Kinder dort zur Welt bringen kann. Die Geburtsstation hat einen ganz wundervollen Ruf, und es wäre eine Schande, diese Abteilung zu schließen.

Natürlich ist es ebenfalls beruhigend zu wissen, dass im Notfall der Weg zum Kreißsaal nur eine ganz kurze Strecke beträgt. So viele Frauen haben die Möglichkeit gehabt, dort ihr Kind auf die Welt zu bringen. Und dies soll den noch werdenden Müttern nicht vorenthalten bleiben. Für mich selbst ist es ein Riesenwunsch, meine Kinder dort zur Welt zu bringen.

Am allerliebsten möchte ich natürlich von „meiner“ Hebamme zur Geburt begleitet werden; aber da ich alle Rundumhebammen kenne und nur positive Erfahrungen von anderen berichtet werden, ist das einfach im Vorfeld sehr beruhigend … egal welche von den mir bekannten Hebammen Dienst hätte.

Silvia Nießen, Schmidt: Für mich bedeutet die Geburtsstation in Simmerath nicht nur ein Krankenhaus, das sich in meiner Nähe befindet. Sondern viel mehr verbinde ich damit eine behütete und familiäre Umgebung, die sich in den letzten Jahren auch über die Region hinaus einen sehr guten Ruf zugelegt hat. Ich und mein Mann würden uns sehr freuen, unseren ersten Nachwuchs dort auch noch im September auf die Welt bringen zu können.

(ale)
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