Monschau: Monschaus Halloween: Schwerarbeit für die Altstadt-Geister

Monschau: Monschaus Halloween: Schwerarbeit für die Altstadt-Geister

Für viele Besucher gilt Monschaus Altstadt als ein Ort beschaulicher Idylle, den die Touristen vor allem samstags und sonntags zu schätzen wissen. Am letzten Oktoberwochenende verwandelten sich die engen, gepflasterten Gassen in finstere Orte mit abscheulichen Wesen, die nichts anderes im Sinn hatten, als den Menschen einen gehörigen Schrecken einzujagen.

Denn es war die Zeit des „Happy Halloween”, das in diesem Jahr einen neuen Besucherrekord verzeichnen konnte.

Schaurige Führungen

„Der Tod kommt um 19.15 Uhr”, verkündete Barbara Frohnhoff von der Monschau-Touristik Samstagabend auf dem Marktplatz über Mikrofon, „alle, die Karten für die Führung haben, folgen bitte dem Tod auf die Rurbrücke!”

Der makabre Humor ist gewollt, die schaurig-lustigen Stadtführungen waren für viele Besucher der Höhepunkt. Verkleidete Stadtführer lotsten die Besucher auf immer wieder neuen Routen durch die dunkle und unheimlich ausgeleuchtete Altstadt und erzählten dabei Schauergeschichten mit Monschauer Humor.

Einer von ihnen ist Peter Dick. Er erzählt von den Flaschenzügen an den Dachgiebeln, mit denen man die Schwiegermutter transportiert habe, von den ganz speziellen Monschauer Kaffeebohnen, bei denen es sich aller Wahrscheinlichkeit nach eher um Exkremente von Schafen handele, von der wahren Bedeutung der Haller-Ruine, von den Geistern, die auch heute noch die Monschauer Straßen unsicher machten.

Erwachsene schätzen den oftmals doppelbödigen Humor, Kinder stellen immer wieder Fragen und reißen die Augen auf, um genau zu sehen, was der gruselige Stadtführer ihnen zu zeigen vorgibt, wenn er mit seiner riesigen Taschenlampe in die alten Gassen leuchtet.

Ab und an wird Station gemacht, Kinder erhalten Schokolade, die erwachsenen Gäste werden mit Likör bewirtet; manchmal hört man ein erschrecktes Kreischen, weil wieder einmal ein als Geist, Zombie oder Vampir verkleideter Monschauer aus einer versteckten Ecke hervorspringt.

Das Besondere an den Schauerführungen - das wird von einigen Besuchern manchmal gar zu schnell vergessen - ist, dass sie ausschließlich von ehrenamtlich Mitwirkenden gestaltet werden. Auch die Initiative sei von Monschauer Bürgern gekommen, betont Barbara Frohnhoff und erinnert an die Anfänge im Jahr 1999.

Aber die schönsten Gruselführungen könnten nicht existieren ohne die zahlreichen mit ausgesprochener Sorgfalt, Kreativität und viel Liebe zum Detail ausgeschmückten Häuser. Nicht wenige Monschauer hatten sich auch dieses Jahr wieder mit viel Zeit und Arbeit daran gemacht, ihr Haus für dieses Fest zu schmücken, einerseits um den Besuchern etwas zu bieten, andererseits aber auch einfach, weil es verdammt viel Spaß macht”, wie Peter Dick erklärt.

Mit Hilfe eines alten Scheibenwischermotors, einer Nebelmaschine, eines Bewegungsmelders, zweier PC-Lautsprecher, etwas Holz und Styropor hatte er seinen kleinen Garten zu der Szenerie aus einer Geisterbahn umgebaut. Kamen Passanten abends an seinem Grundstück vorbei, erklangen grauenvolle Töne, Qualm stieg aus einem „Grab” empor, die Grabplatte klappte wild hin und her.

„Da geht man in seinen Keller, schaut sich die Materialien und alten Schrottteile an und fragt sich, was man wohl daraus bauen könnte”, erzählt er. Für ihre Ideen und Ausfertigungen haben er und seine Familie den ersten Preis gewonnen. Denn auch das gehört dazu: Eine vierköpfige Jury bewertet jedes Jahr die interessantesten Gestaltungen und Ausschmückungen nach den Kriterien Gesamteindruck, Originalität, Arbeitsaufwand und Effekte.

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