Warum der Monschau-Marathon so beliebt ist

Größtes Laufevent der Region : Beim Monschau-Marathon wird Laufen zum Genuss

Zwei Wochen vor dem Start des größten Laufevents der Region steigt bei Organisatoren und Aktiven die Anspannung: Mehr als 400 Helfer kümmern sich beim 43. Monschau-Marathon um die Organisation, bis zu 2000 Gäste werden ab Freitag, 9. August, erwartet.

Eine immense logistische Herausforderung für das Orgateam um Oliver Krings und Helmut Hoff. Viele Probleme sind zu klären, bis hin zu der Frage nach umweltfreundlichen Alternativen zum Plastikbecher – schließlich werden an den drei Wettkampftagen insgesamt 30.000 Becher gebraucht, die ab diesem Jahr erstmals aus Pappe und nicht mehr aus Plastik bestehen werden.

Laufen ohne Stress

Auch bei den Wettbewerben gibt es Neuerungen: So wird aus dem bisherigen „walk in nature“ der „Genuss-Marathon“. Nun mag sich bei einem Lauf mit einer Länge von 42,2 Kilometern manch Zeitgenosse fragen, wo da wohl der Genuss zu finden ist. „Die Teilnehmer bekommen quasi Zeit geschenkt“, sagt Oliver Krings und lacht. Für diesen Genuss müssen die Läufer allerdings früh aus den Federn: Um 6.15 Uhr geht es los – zwei Stunden, bevor die ambitionierten Läufer starten. „So können die Läuferinnen und Läufer den Marathon ganz ohne Wettkampfstress erleben“, erläutert Krings. Das Zeitlimit betrage knapp acht Stunden. Auf diese Weise werde der Zieleinlauf der Genussläufer deutlich aufgewertet, auch wenn es keine Siegerehrung und Altersklassenwertung gebe. „Außerdem haben sie mehr Atmosphäre an der Strecke.“

Und Atmosphäre ist schließlich alles bei diesem Lauf, den auch „alte Hasen“ wie Rekorsieger André Collet – acht Siege, davon sechs in Folge, dazu zwei Siege im Ultra – ebenso lieben wie fürchten: „Der Marathon ist so schwierig, weil er einerseits schnell gelaufen wird, andererseits aber viele harte Anstiege zu bewältigen sind.“ Diese Vielseitigkeit mache ihn aus und fordere die Läufer enorm. „Es ist wichitg, die Strecke zu kennen, wenn man hier gewinnen will.“ Für Lokalmatador Thomas Rubel vom TV Konzen entschädigt die Stimmung an der Strecke für alle Strapazen: „Die Atmosphäre in Monschau ist einmalig. Wenn du die Serpentinen bei Widdau läufst und von so vielen Menschen angefeuert wirst, dann hat das etwas von Tour de France.“

Für Helmut Peters, der auf 21 Teilnahmen in Folge zurückblicken kann und den Marathon als Sponsor unterstützt, sind vor allem die vielen kleinen Anstiege in Mützenich immer wieder eine Herausforderung. „Du denkst dir dann: Das nimmt einfach kein Ende, so groß kann dieses Dorf doch gar nicht sein!“ Fragt man in der Runde nach einem heißen Favoriten, so fällt immer wieder der Name Markus Mey. „An dem kommt in diesem Jahr niemand vorbei. Der ist dran!“, prophezeit Collet. Bei den Frauen hat sich Tamara Fischer von Hansa Simmerath einiges vorgenommen. „Ich habe den Winter über ordentlich durchtrainiert und bin das ganze Jahr schon gut dabei“, sagt die Läuferin.

„Laufen wird gelebt“

Zufrieden sind derzeit auch schon die Organisatoren. „Die Teilnehmerzahlen sind stabil“, bilanziert Herlmut Hoff. Aktuell hätten sich mehr als 500 Genuss-Marathonis, gut 200 Ultra-Läufer und knapp 90 Straffeln angemeldet. Die Online-Anmeldung läuft noch bis zum 31. Juli, doch selbst am Wettkampftag selbst können sich kurzentschlossene Frühaufsteher noch vor Ort anmelden. Wer noch mit sich hadert, kann am kommenden Sonntag, 28. Juli, beim zweiten Streckentest über rund 30 Kilometer ab Konzen (Dorfplatz) mitlaufen und so einen guten Eindruck von den Herausforderungen gewinnen. „Das Angebot wird sehr gut angenommen und ist ein Beispiel dafür, wie bei uns das Laufen gelebt wird – von Aktiven und Ehrenamtlern“, sagt Hoff.

www.monschau-marathon.de