Walter und Klara Thoma aus Kalterherberg feiern ihre Diamanthochzeit

Seit Kindertagen befreundet : Ehepaar Thoma feiert die diamantene Hochzeit

Nun sind Walter Thoma und seine Frau Klara, geborene Alt, seit 60 Jahren verheiratet. Die beiden Kalterherberger kennen sich von Kind an und haben gemeinsam schwere und schöne Zeiten durchlebt.

Da sie fast genau gleich alt sind – beide sind im November 1933 geboren -, gingen sie zusammen in ihrem Heimatort zur Schule. Allerdings fehlte ihnen zum Abschluss eigentlich ein Schuljahr, da der Krieg den Schulbetrieb unmöglich machte.

Die Kriegszeit und die Evakuierung sind beiden noch in lebendiger Erinnerung: Sie wurden im Herbst 1944 wie viele andere Menschen aus Kalterherberg nach Malmedy gebracht . „Wir haben viel Glück gehabt“, sagt Klara Thoma, „denn wir kamen bei Verwandten unter.“ Später kam sie nach Sourbrodt, wo sie in einer Familie mit anderen Kindern Weihnachten feierte. „Wir hatten keine Angst, wir waren noch zu jung, um das alles zu verstehen“, das sagt heute auch ihr Mann, der damals rund um Malmedy mit Erfolg „hamstern“ ging. Als Ende Dezember 1944 alle „Reichsdeutschen“ Malmedy verlassen mussten, verschlug es ihn nach Brüssel und dann nach Vught; erst Ende Mai 1945 kam er nach Hause.

Die Klara Alt muss ihm wohl besonders gefallen haben; denn als es bei der Schulspeisung einmal ausnahmsweise einen Riegel Schokolade gab, hat er ihn ihr geschenkt. Es hat dann noch einige Jahre gedauert, bis sie sich einig waren. Am 30. Juli 1959 wurde standesamtlich geheiratet und am 1. August in der Kirche in Kalterherberg.

Das junge Paar hatte viel Arbeit: Um Platz für eine Familie zu schaffen, wurden die Wirtschaftsgebäude am Elternhaus der Braut abgerissen. Zunächst wohnte man gemeinsam im alten Haus. Hier kamen drei Kinder zur Welt, ein Sohn und danach überraschend Zwillingsmädchen. Später kam noch eine Tochter hinzu. Zu ihren vielen Aufgaben als Hausfrau und Mutter wurde Klara Alt eine begeisterte Strickerin und fertigte schöne Sachen für die Familienmitglieder an.

Walter Thoma, der bei der Firma Junker in Lammersdorf den Beruf des Maschinenschlossers erlernt hatte, wurde oft mit Aufträgen zum Anlagenbau ins Ausland geschickt. Schließlich legte er in Kassel die Meisterprüfung ab und blieb dann hauptsächlich in Lammersdorf tätig. Er war 45 Jahre lang Mitarbeiter der Firma Junker; in seiner Freizeit widmete er sich mit Leidenschaft dem Kalterherberger Trommler- und Pfeiferkorps, wo er 51 Jahre als Flötist mitmachte. „Musizieren und dabei Marschieren, das wurde mir zu anstrengend“, erzählt er. So schied er hoch geehrt aus dem Korps aus.

Die Kirche und die Pfarre liegen ihm ebenfalls am Herzen, im Kirchenvorstand bekleidete er zwölf Jahre das Amt des Vorsitzenden. Gerne erinnern sich die Beiden an gemeinsame Reisen zu verschiedenen Städten, nach Südtirol und vor allen Dingen nach Amerika, wo ihr Sohn wohnt. Nun ist ihr Leben ruhig geworden, als Heimhandwerker ist Walter Thoma aber immer noch unersetzlich.

Die Diamantene Hochzeit wird am kommenden Samstag gefeiert, zunächst in der Kirche, dann im Hotel Hirsch. Walter und Klara Thoma freuen sich auf ihre Gäste, ihre Kinder und acht Enkel.

(ale)