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Auf der Haag in Monschau: Über den nächsten Bauabschnitt ist schnell entschieden

Auf der Haag in Monschau : Über den nächsten Bauabschnitt ist schnell entschieden

Einige Anwohner des Neubaugebiets „Auf der Haag“ in Monschau fordern, den Bereich des geplanten dritten Bauabschnitts zum Naturschutzgebiet zu erklären. Der Stadtrat hat nicht lange gebraucht, um eine Entscheidung zu fällen.

Im Neubaugebiet „Auf der Haag“ in Monschau sind in den vergangenen Jahren einige nette Häuschen entstanden. An manchen wird zurzeit noch gebaut. Viel Platz gibt es im ersten und zweiten Bauabschnitt nicht mehr. Damit rückt der dritte Abschnitt näher. Dieser ist in dem seit dem 15. Januar 2014 rechtskräftigen Bebauungsplan vorgesehen. Den wollen aber einige der Anwohner verhindern und haben sich in eine Unterschriftenliste eingetragen. Stattdessen fordern sie, diesen Bereich zum Naturschutzgebiet zu erklären. Sollte das nicht möglich sein, wollen sie zumindest, dass die Pläne für den dritten Bauabschnitt nicht umgesetzt werden.

Darüber sollte jetzt der Stadtrat entscheiden. Nach Paragraf 24 der Gemeindeordnung NRW kann sich nämlich jeder Einwohner, der seit mindestens drei Monaten in der Kommune wohnt, mit Anregungen und Beschwerden an den Rat wenden. Diese Möglichkeit hatte auch Dr. Heiner Emonts als Sprecher der Anwohner genutzt.

Inzwischen seien die Bedingungen völlig andere, deshalb müsse das Vorhaben neu bewertet werden, heißt es in dem Antrag. Die Menschen würden den Klimawandel immer deutlicher zu spüren bekommen, und die Wiese unterhalb des ersten und zweiten Bauabschnitts sei ein wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten und andere Tiere.

Ein dritter Bauabschnitt würde aber auch die aktuell nicht verbaute Fernsicht der Anwohner des ersten und zweiten Abschnitts erheblich stören. Das stehe im Widerspruch zu dem Slogan „Wohnen, wo andere Urlaub machen“, mit dem im Frühjahr 2021 noch geworben wurde, meinen die Teilnehmer der Unterschriftenaktion. Zudem seien Folgen für den Wert der bereits bestehenden Häuser zu befürchten. Auch der zunehmende Verkehr bereitet ihnen Sorgen. Außerdem stellt sich aus ihrer Sicht die Frage, wie viele Bauwillige ihre Planung angesichts steigender Zinsen und Baukosten sowie des Fachkräftemangels noch umsetzen können.

Die Stadtverwaltung ist anderer Meinung. Aktuell hätten sich keine neuen Gesichtspunkte ergeben, die nicht auch schon bei der Aufstellung des Bebauungsplans berücksichtigt worden seien. Auch die derzeitigen Marktbedingungen für Neubauten seien nicht relevant, erklärte die Verwaltung in der Sitzungsvorlage und schlug dem Stadtrat vor, den Antrag abzulehnen. In der Sitzung des Stadtrates am Dienstagabend war das Thema dann schnell erledigt. Nicht mal eine Minute brauchten die Ratsmitglieder, um den Antrag einstimmig abzulehnen.

Die Entscheidung über die Erschließung des dritten Bauabschnitts liegt nun bei der Gesellschaftsversammlung der Monschauer Stadtentwicklungsgesellschaft, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt Monschau. Ihr gehören die Grundstücke in dem parallel zur Straße „Auf der Haag“ verlaufenden Gebiet.

Wann mit der Erschließung begonnen wird, ist aber noch offen. Das ist unter anderem vom Bau eines Entwässerungsbeckens abhängig. Die Planungen dafür laufen. Vorgesehen ist, die Entwässerung für den Bereich der Walter-Scheibler-Straße, der Schönforster Straße und für den dritten Bauabschnitt „Auf der Haag“ zusammenzufassen und gedrosselt in den Kleinen Laufenbach abzuleiten.

Wenn der Kostenanteil für die Stadtentwicklungsgesellschaft bekannt ist, kann diese kalkulieren, zu welchen Konditionen sie den dritten Bauabschnitt erschließen und vermarkten möchte.