Stadtrat beschließt nachhaltige und belastungsarme Lichtanwendung

Sternenregion Eifel : Die Sterne sollen auch über Monschau funkeln

Auch die Stadt Monschau unterstützt die Anerkennung der Erlebnisregion Nationalpark Eifel als „International Dark Sky Reserve“, zu Deutsch „Sternenregion Eifel“. Dazu hat der Rat nun einstimmig seine grundsätzliche Zustimmung gegeben und ein entsprechendes Maßnahmenpaket beschlossen.

Nach einer vorläufigen Anerkennung im Jahr 2014 ist der Nationalpark Eifel im vergangenen April endgültig als „Sternenpark“ ausgezeichnet worden. Die International Dark Sky Association (IDA) verlieh in Deutschland bereits vier Regionen mit natürlicher Dunkelheit und beeindruckendem Nachthimmel dieses Qualitätssiegel: neben dem Nationalpark der Winkelmoosalm in den Chiemgauer Alpen, dem Naturpark Westhavelland nordwestlich von Berlin und dem Biosphärenreservat Rhön in Hessen, Thüringen und Bayern.

Was hier mit dem 107 Quadratmeter großen Nationalpark als „Sternenpark“ anfing, soll im Rahmen eines Projektes des Vereins Naturpark Nordeifel auf eine Fläche von etwa 2000 Quadratkilometer erweitert werden. Dafür wird der „Sternenpark“ mit den Gemeinden in einem etwa 15 Kilometer breiten Band um dessen Grenzen herum zu einer von der IDA „Dark Sky Reserve“ genannten „Sternenregion“ zusammengefasst.

Auch die 18 umliegenden Gemeinden müssen dann bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu gehört unter anderem die Anwendung von Beleuchtungsempfehlungen, um die Lichtverschmutzung zu vermeiden. In einem ersten Schritt soll die „Sternenregion“ von Hürtgenwald, Kreuzau und Vettweiß im Norden, über Bad Münstereifel im Osten, Dahlem und Blankenheim im Süden bis Monschau im Westen reichen. Für eine spätere Phase hat der 61-jährige Kölner Astronom und Sternenregion-Initiator Harald Bardenhagen aber unter anderem noch sieben Gemeinden in Belgien auf dem Schirm.

Unter dem Nachthimmel weniger und gezielter zu beleuchten, so ist der Experte überzeugt, habe positive Effekte auf das Wohlbefinden, die Biodiversität, den Geldbeutel, ja sogar auf die Sicherheit, da zu helle Beleuchtung die Verkehrsteilnehmer eher blende als ihnen helfe. Vor allem aber geht es bei dem Projekt um das Naturerlebnis des Sternenhimmels über der Eifel.

Der Monschauer Rat hat nun einstimmig beschlossen, im Rahmen der bereits geplanten LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung die Farbtemperatur und den Neigungsgrad der Leuchtmittel im gesamten Stadtgebiet dort zu reduzieren, wo keine Sicherheitsaspekte dagegen sprechen. Foto: Heiner Schepp

Einige der umliegenden Kommunen sind bei der Umsetzung der Vorgaben mit gutem Beispiel vorangegangen. So haben Heimbach und Schleiden bei der Straßenbeleuchtung und der Illuminierung von öffentlichen Gebäuden Verbesserungen vorgenommen. Bei der Burg Hengebach beispielsweise wurden Leuchten so gekippt, dass sie nicht mehr so stark nach oben strahlen, und die Burg wird nur noch bis 23 Uhr beleuchtet.

Auch in Monschau, das im nordwestlichen Randgebiet der geplanten Sternenregion liegt, hat der Rat nun auf der Grundlage eines Abstimmungstermins zwischen der Stadtverwaltung sowie den Netzbetreibern Stawag und Regionetz erste Maßnahmen beschlossen. Ursprünglich sollte die bereits beschlossene Umstellung auf LED-Leuchten im öffentlichen Straßenraum eine 60-prozentige Einsparung des Stromverbrauchs von 779.000 auf 311.000 Kilowattstunden (kWh) und der Kosten von 154.500 auf 62.200 Euro auslösen; der CO2-Ausstoß würde sich von 331 Tonnen jährlich auf 132 Tonnen drastisch reduzieren.

Allerdings wurden diese Einsparungen noch auf der Grundlage einer Farbtemperatur der Leuchten von 4000 Grad Kelvin (K) berechnet. Geht Monschau noch einen Schritt weiter und reduziert die Farbtemperatur sogar auf 3000 Grad Kelvin, ist die Einsparung zwar jährlich um 78.000 kWh oder 15.000 Euro geringer, doch reduziert man damit auch die Lichtverschmutzung und beleuchtet man die Straßen dann warmweiß statt neutral weiß. Dem stimmte der Rat einmütig zu.

„Wir erneuern jetzt unsere Straßenbeleuchtung und sollten die Gelegenheit nutzen, diesen sinnvollen Schritt zu machen“, sagte Werner Krickel (Grüne), und auch die Fraktionschefs Micha Kreitz (CDU) und Gregor Mathar (SPD) bewerteten die Umrüstung als „gute Lösung für mindestens zehn Jahre“. Ebenso einstimmig wurde eine Reduzierung des Neigungswinkels der Leuchten von 80 auf 75 Grad beschlossen, obschon dann möglicherweise zwischen einzelnen Straßenlampen schwächer ausgeleuchtete Stellen entstehen können. Die Straßenverkehrssicherheit werde dadurch aber nicht über Gebühr beeinträchtigt, hieß es.

Zwei weitere Möglichkeiten, die Lichtverschmutzung des Himmels über Monschau zu reduzieren, betreffen die Anstrahlung von Gebäuden und eine mögliche Nachtabschaltung bestimmter Lampen. Damit soll sich jedoch zunächst ein Arbeitskreis unter Beteiligung der Ortsvorsteher befassen und für den Einzelfall entscheiden.

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