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Ausstellung: Sehnsuchtsorte Berlin, Venedig und Monschau

Ausstellung : Sehnsuchtsorte Berlin, Venedig und Monschau

Was haben Berlin, Venedig und Monschau gemeinsam? Der Antwort kann man sich noch bis zum 18. Dezember im Fotografie-Forum der Städteregion Aachen in Monschau nähern.

Der Antwort auf diese eher ungewöhnliche Frage kann man sich noch bis zum 18. Dezember im Fotografie-Forum der Städteregion Aachen in Monschau nähern. Dort sind aktuell die Fotografien von Katharina John zu sehen. Sie sind in genau diesen drei Städten, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten, entstanden. Denn Geschichte, Größe und geografische Lage machen jeden dieser Orte einzigartig. Dennoch machte es sich die bekannte Fotografin Katharina John zur Aufgabe, mögliche Gemeinsamkeiten dieser drei Orte auszumachen und sie zu hinterfragen.

Ein wichtiger Aspekt für sie war, dass es sich bei allen drei Städten um „Sehnsuchtsorte“ handelte, die zwar von zahlreichen Touristen Jahr für Jahr besucht werden, in denen aber die Menschen nicht mehr wirklich leben. „Was ist an diesen Orten noch real und was Illusion?“ wurde zur zentralen Frage für die Künstlerin. Katharina John ist mit offenen Augen – immer bereit, etwas Neues zu entdecken – durch diese Sehnsuchtsorte gegangen und hat den Versuch gewagt, hinter die Fassaden zu schauen.

Die Suche nach Spuren von Illusion und Wirklichkeit führte Katharina John daher gerade nicht auf den Markusplatz in Venedig oder ans Brandenburger Tor in Berlin, sondern an die Stellen, die nicht offensichtlich wahrgenommen oder sogar übersehen werden. Mal ist es nur die Perspektive, die ein bekanntes Bauwerk aus einem neuen Blickwinkel zeigt, mal sind es kleine Details, die einen neuen Zusammenhang im Bild herstellen. In Monschau angekommen, sieht Katharina John die für Touristen aufgehübschte Altstadt mit einem kritischen und zugleich liebevollen Blick.

„John hat einen unaufgeregten und unverstellten Blick auf das, was sie gerade umgibt. Mit Interesse und Respekt für die Tuchmachertradition fotografiert sie die imposante freischwebende Holztreppe und den Gewölbekeller des Roten Hauses. Sie ist zu Gast bei einer Hochzeit, bei der eine regionale Rockband spielt. Und ein Stadtführer hat sie zu einem persönlichen Rundgang eingeladen. Katharina John fühlt sich nach einiger Zeit in Monschau ‚angekommen‘, ohne ihren wachsamen Blick als Fotokünstlerin zu verlieren“, so Nina Mika-Helfmeier, Kuratorin der Ausstellung und Leiterin der Fotografie-Forums der Städteregion Aachen.

Fotografien von Katharina John aus Venedig, 2011.
Fotografien von Katharina John aus Venedig, 2011. Foto: Katharina John

Die Fotografien von Katharina John in dieser Ausstellung stecken voller hintergründiger Illusionen, die mit den persönlichen Vorstellungen und Assoziationen der Betrachterinnen und Betrachter verschmelzen. Um diesen Bildern eine weitere Dimension zu geben, war es die Idee ihres Mannes, Ulrich Tukur, die Städte auch durch Musik, Texte und typische Geräusche für den Besucher der Ausstellung „erlebbar“ zu machen. Was Katharina John mit ihren fotografischen Porträts herausgefunden hat, ergänzt und erweitert Tukur durch Texte und Tonaufnahmen. Es wird außerdem ein Film von Ernst Wawra gezeigt, der das Künstlerpaar während ihres Aufenthalts in Monschau begleitet hat.

Die Ausstellung ist noch bis zum 18. Dezember im Fotografie-Forum der Städteregion Aachen, Austraße 9, Monschau, zu sehen. Das Haus ist dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Montags ist Ruhetag. Der Eintritt ist frei. Ein Katalog zur Ausstellung ist im Fotografie-Forum für 15 Euro erhältlich.

(red)