Schwanenweiher an der Bundesstraße in Höfen wird neu gestaltet

Neugestaltung : Schwanenweiher in Höfen soll zum neuen Treffpunkt werden

Der Schwanenweiher an der Bundesstraße in Höfen gehört schon seit Jahrzehnten fest zum Ortsbild. Doch in den vergangenen Jahren verwilderte das Gelände immer mehr.

„Am Ende war es ein Schandfleck und es musste etwas passieren“, sagt die Vorsitzende des Höfener Ortskartells, Marlene Ungermann. Das sahen offensichtlich viele im Ort so, und ein Prozess setzte ein.

Schließlich nahm Ortsvorsteher Heinz Mertens Kontakt zur Biologischen Station in der Städteregion Aachen und zum Nationalpark Eifel auf und fragte nach, ob sie die Neugestaltung begleiten und unterstützen möchten. „Wir haben dann mehrfach zusammengesessen und überlegt, wie die Gestaltung aussehen könnte und welche Wünsche in der Bevölkerung bestehen“, erklärt Henrike Körber von der Biologischen Station, die auf dieser Basis einen Vorschlag zur naturnahen Gestaltung des Geländes erarbeitet hat. Es geht um die Kombination von Erholung und Naturschutz. Zum Beispiel soll die Artenvielfalt anhand des Schmetterlings – dem Symboltier der Höfener – verdeutlicht werden. Über das Leader-Projekt „Dorf-Bio-Top“ wurden so auch Fördermittel für das Vorhaben gewonnen. Weitere Unterstützung erhält das Projekt durch den Bauhof der Stadt Monschau und einige Spender.

Im vorigen Jahr gab es dann eine gemeinsame Aktion der Ortsvereine. „Wir haben Bäume gefällt und begonnen aufzuräumen. Jetzt versuchen wir, aus der Parkanlage wieder etwas Schönes zu machen“, sagt Josef Melchior, der die Bauarbeiten am Schwanenweiher leitet. „Ohne den Josef würde das hier nicht laufen. Der ist immer da“, lobt die Ortskartellvorsitzende.

Ab Mitte Mai wurde dann intensiv gearbeitet. Seitdem treffen sich nun rüstige Rentner aus dem Ort jeden Dienstag und jeden Samstag, um rund um den Schwanenweiher Hand anzulegen und bei der Neugestaltung zu helfen.

Vorgesehen sind auch mehrere sogenannte Patenbeete, die von der Grundschule, dem Kindergarten und Privatpersonen betreut werden. Foto: Andreas Gabbert

Dass inzwischen Bewegung in die Sache gekommen ist, ist auch an diesem Dienstag nicht zu übersehen. Der Betonmischer läuft, ein Minibagger ist im Einsatz, zwei Männer halten Pläne in der Hand und diskutieren, andere schaufeln, schleppen Steine oder räumen auf. „Es gibt einen Plan. Der entwickelt sich aber auch während der Arbeit, kreative Ideen nehmen wir nämlich gerne auf“, erläutert Melchior.

Der große Weiher an der Bundesstraße wurde bereits instandgesetzt, abgedichtet und gereinigt. In der Vergangenheit hatte er immer wieder Wasser verloren. Die Wege werden nun barrierefrei gestaltet. Den Eingang des Areals wird eine Holztafel mit einem Schmetterling schmücken. Auch an anderen Stellen soll der Schmetterling auftauchen und die Besucher durch das Areal begleiten.

Vorgesehen sind zudem mehrere sogenannte Patenbeete, die von der Grundschule, dem Kindergarten und Privatpersonen betreut werden. Obstbäume werden gepflanzt, und auf Wunsch der Biologischen Station wird eine Wildwiese entstehen. Für die Kinder sind ein kleiner Spielplatz mit Holzstelen zum Klettern sowie ein Barfußpfad vorgesehen. Stelltafeln sollen die Besucher über die Vielfalt der Tiere und Pflanzen informieren, und Entspannung finden die Gäste auf der vom Nationalpark Eifel gestifteten Sitzgruppe. Damit sich nicht nur die Menschen wohlfühlen, gibt es auch ein Insektenhotel, das von der ehemaligen Realschule in Monschau übernommen wurde.

Der große Weiher an der Bundesstraße wurde bereits instandgesetzt, abgedichtet und gereinigt. In der Vergangenheit hatte er immer wieder Wasser verloren. Foto: Andreas Gabbert

Schon jetzt ist erkennbar, wo später ein kleiner Bach verlaufen soll, über den sich eine wackelige Hängebrücke spannt. Nach wenigen Metern wird der Bach, der aus einem Brunnen gespeist wird, dann in einem neuen Teich enden. Der Teich wurde mit Folie angelegt und erhält eine Einfassung mit Bruchsteinen. Durch einen Überlauf gerät das Wasser schließlich in den großen Schwanenweiher. Von dort wird es wieder in den Bachlauf gepumpt, um einen Kreislauf zu schaffen und den Brunnen nicht zu leeren.

Auch zwei Schwäne sollen wieder auf dem Gelände einziehen, nachdem die beiden Vögel, die dort viele Jahre zu Hause waren, wahrscheinlich an Altersschwäche gestorben sind. „Wir haben einen Spender, der neue Schwäne besorgen wird, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind“, erläutert Melchior.

„Das soll hier wieder der Dorfmittelpunkt werden, wo man gerne hingeht und sich gerne trifft, weil dort eine Wohlfühlatmosphäre herrscht. Es ist eine Aktion für das Dorf, an der auch das ganze Dorf beteiligt ist. Hier ist jeder willkommen, um mit Hacke und Schaufel bei den Arbeiten zu helfen“, sagt Marlene Ungermann.

Unüberwindbare Herausforderungen gibt es bei den Arbeiten bisher offensichtlich nicht. „Das ist alles machbar, aber eine Menge Arbeit“, sagt Josef Melchior. Im Herbst könnte das Projekt dann abgeschlossen sein. „Wir wollen aber möglichst schon beim Dorffest am 11. August etwas zeigen. Fertig sind wir dann aber auf keinen Fall“, erklärt er.