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Singender Hirte: Reiner Jakobs will wieder in der Krippe musizieren

Singender Hirte : Reiner Jakobs will wieder in der Krippe musizieren

Auch der singende Hirte Reiner Jakobs aus Höfen wurde durch die Corona-Pandemie ausgebremst. In diesem Jahr will der 81-Jährige wieder in seiner großen Landschaftskrippe musizieren und Spenden für krebskranke Kinder sammeln.

Der singende Hirte Reiner Jakobs hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben. Immer unwahrscheinlicher schien es, dass der 81-Jährige noch einmal in der großen Landschaftskrippe, die er seit vielen Jahren zur Weihnachtszeit in der Höfener Pfarrkirche aufbaut, zur Gitarre greifen und seine Lieder anstimmen würde.

In den beiden vergangenen Jahren hatte ihm die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Hirte durfte nicht singen, und auch die Krippe war von 30 Meter Breite und mehreren Metern Höhe auf ein Viertel der üblichen Dimension geschrumpft. Obwohl er stumm bleiben musste, war es Reiner Jakobs dennoch wieder gelungen, mit seiner Aktion 78.450 Euro für krebskranke Kinder zu sammeln.

Seitdem laufen auch schon wieder die Vorbereitungen. Für seine Krippe ist Reiner Jakobs das ganze Jahr im Einsatz – nicht nur zur Weihnachtszeit. Bis zu 80 Kisten Moos und unzählige Kartons mit Tannenzapfen, Kastanien, Gräsern und vielem anderen Dekorationsmaterial trägt er im Laufe der Monate zusammen. Die 250 präparierten Tiere und rund 60 selbst gebastelten Schafe werden vorbereitet und entstaubt. Es wird gehämmert und gesägt, damit am Ende wieder ein beeindruckendes, naturnahes Kunstwerk entsteht, das längst weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist und Tausende Besucher anzieht.

Das ganze Jahr lang ist Reiner Jakobs mit den Vorbereitungen beschäftigt.
Das ganze Jahr lang ist Reiner Jakobs mit den Vorbereitungen beschäftigt. Foto: Andreas Gabbert

Wie groß die Krippe in diesem Jahr ausfallen wird, weiß Reiner Jakobs noch nicht ganz genau. „Sie soll jedenfalls wieder größer werden als in den beiden letzten Jahren. Vielleicht aber auch etwas kleiner als früher. Wahrscheinlich irgendwas dazwischen“, sagt Jakobs. Schließlich sind einige seiner treuen Helfer inzwischen gestorben oder aus Altersgründen nicht mehr dabei, und er selbst ist auch nicht mehr der Jüngste.

Klar ist, dass der über viele Jahre gehegte und gepflegte große Tannenbaum aus dem Garten des singenden Hirten nun doch noch seinen Platz in der Krippe finden wird.

Jetzt fiebert der singende Hirte der Weihnachtszeit entgegen, und wird in den kommenden Wochen in der Höfener Pfarrkirche zum 31. Mal mit dem Aufbau der Krippenlandschaft beginnen. Neben dem Stall von Bethlehem wird er dann seinen Platz einrichten, um dort endlich wieder für die Besucher zu musizieren. Die Vorfreude ist groß! „Hoffentlich lassen die Corona-Regelungen das dann zu“, sagt Jakobs.

Mit dem Aufbau der Krippe in der Höfener Kirche wird es in den kommenden Wochen losgehen.
Mit dem Aufbau der Krippe in der Höfener Kirche wird es in den kommenden Wochen losgehen. Foto: Andreas Gabbert

Chöre, Bläsergruppen und andere Musiker werden ihn erneut bei seiner Aktion unterstützen und mit ihm gemeinsam Spenden für krebskranke Kinder sammeln. Aber auch dem singenden Hirten ist bewusst, dass zurzeit viele Menschen finanzielle Sorgen haben. „Deshalb soll sich keiner genötigt fühlen, etwas zu spenden. Das Leuchten in den Augen der großen und kleinen Besucher ist für mich der größte Lohn“, sagt Jakobs und fügt hinzu: „Selbstverständlich kann aber auch der Förderkreis am Aachener Klinikum jeden einzelnen Cent gut gebrauchen.“

Sicherlich wird auch dieses Mal ein Raunen durch die Reihen der Besucher gehen, wenn der singende Hirte Ende Januar die Spendensumme bekanntgibt. Die Summen, die hier zusammenkommen, sind eben jedes Jahr aufs Neue beeindruckend.

Unterstützung erhält die Hilfsaktion aber nicht nur zur Weihnachtszeit. Das ganze Jahr über gehen Spenden ein, und viele entwickeln eigene Aktivitäten, um diese zu sammeln. So wie die beiden sechs und acht Jahre alten Kinder, die im Frühjahr am Eifelsteig einen kleinen „Glückssteine-Laden“ eröffnet hatten. Auch so kam eine beachtliche Summe zusammen, die dem Förderkreis „Hilfe für krebskranke Kinder“ übergeben wurde. „Das hat mich unwahrscheinlich gefreut. Das ist überwältigend“, sagt Jakobs.