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Radrennen „Triptyque Ardennais“ führt durch die Nordeifel

„Triptyque Ardennais“ : „Volle Kanne“ in Richtung Eifeldom

Schon bei den zuletzt stattgefundenen Bereisungen durch die Jury im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ gelang es dem Ort Kalterherberg, sich als künftiges Radsportzentrum einfallsreich in Szene zu setzen, und die ersten Auswirkungen der Kampagne sind ja bereits sichtbar.

Die Begeisterung der Bevölkerung für den Radsport konnte man am Samstag auch rund um den Eifeldom eindrucksvoll erleben, als hier die Teilnehmer des belgischen Rad-Klassikers „Triptyque Ardennais“ Station machten.

Das Rennen über drei Etappen im deutsch-belgischen Grenzgebiet für Nachwuchsfahrer, von denen viele an der Schwelle zum Profi-Radsport stehen, wurde bereits zum 53. Mal ausgetragen, und diesem Jahr war wieder einmal die Stadt Monschau als Zielort für die zweite Etappe ausgewählt worden, die über 148 Kilometer und vielen Schleifen durch die Eifel von Bütgenbach nach Kalterherberg führte. Insgesamt bewältigen die knapp 170 Fahrer aus 25 Teams auf den anspruchsvollen drei Etappen (die erste führte von Kelmis nach Büllingen, die Schlussetappe von der Knauf Schmide bei Stavelot nach Trois Points) 350 Kilometer.

Seit nunmehr zwölf Jahren ist auch die Stadt Monschau als Organisator beim „Triptyque Ardennais“ mit im Boot. Weil der größte Ort des Stadtgebietes seine Position als Radsportzentrum etablieren möchte, wurde die Zielankunft der zweiten Etappe passend zu dieser Initiative auf die Bahnhofstraße in Kalterherberg im Schatten des Eifeldoms gelegt. Die Enge der historischen Monschauer Altstadt hätte als erneutes Etappenziel zwar auch ihren Reiz gehabt, aber wegen des ungleich größeren organisatorischen Aufwandes und der zunehmenden Orientierung auf den Radsport in Kalterherberg drängte sich der Ort geradezu auf.

Am Ende des Tages gab es viel Lob und Anerkennung für die rundum gelungene Veranstaltung, und auch Udo Prick, bei der Stadt Monschau zuständig für die Gesamt-Organisation des Renntages, zog eine positive Bilanz. Er konnte sich auf die Unterstützung von insgesamt 74 Helfern aus Monschauer Vereinen (TV Mützenich, TV Kalterherberg, Schützenbruderschaft Kalterherberg, TV Höfen und MSC Höfen) verlassen; außerdem hatten sich noch zwei freiwillige Streckenposten gemeldet.

Ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk: Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter überreicht dem Gewinner und Geburtstagskind Jens Reynders das gelbe Trikot für den Tagessieg. Foto: Peter Stollenwerk

Mützenich und Höfen zählten zu den Durchfahrtsorten auf deutscher Seite, wo auch viele Zuschauer den vorbeirasenden Fahrern applaudierten. Vor allem aber am Zielort Kalterherberg hatte das Rennen hunderte Zuschauer mobilisiert, die im Ortszentrum Spalier standen, und für ein wenig Tour de France-Atmosphäre sorgten. Zweimal preschte das Fahrerfeld durch das Ortszentrum, ehe der Zielstrich in der Bahnhofstraße erreicht war.

„Volle Kanne“ und eng gestaffelt schoss der Peloton durch den Ort, und die Nachwuchsfahrer ernteten allseits Bewunderung, wie sie es schaffen, bei maximalem Tempo mit scheinbarer Leichtigkeit sauber in der Spur zu bleiben. Dabei gab es auf der zweiten Etappe nicht weniger als zwölf stramme Anstiege zu bewältigen. Regelrechte Volksfeststimmung herrschte im Ort, der bei diesem Event ahnen ließen, welche Belebung das immer größer werdende Heer der Freizeitradfahrer auslösen könnte.

Mit Spannung erwarteten die Zuschauer dann die Zielankunft. Das Feld war am Ende der zweiten Etappe wieder zusammengerückt, und so kam es zu einem Massensprint auf der steil ansteigenden Zielgeraden. Mit einer Radlänge Vorsprung schob sich der für den Club Wallonie Bruxelles Developme startende Jens Reynders durchs Ziel und riss erleichtert die Arme nach oben. Das flämische Nachwuchstalent verbuchte damit bereits den zweiten Etappensieg, denn auch tags zuvor hatte er die Nase vorn.

Der Tagessieg in Kalterherberg bedeute dem jungen Mann aber besonders viel: „Ich bin total happy, dass ich gewinnen konnte, denn heute feiere ich meinen 21. Geburtstag“, sagte der Sieger überglücklich im Gespräch mit der Lokalredaktion. „Es war für mich ein perfektes und sehr hartes Rennen“, erzählt Reynders, umringt von seinem Team und vielen Zuschauern unmittelbar nach der Zieldurchfahrt. Besonders der Schlussspurt auf der Bahnhofstraße mit rund fünf Prozent Steigung habe ihm alles abverlangt, „aber ich hatte am Ende den härteren Punch.“

Die gelöste Stimmung im radfahrbegeisterten Kalterherberg setzte sich dann auch bei der Siegerehrung fort, als Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter dem Gewinner das gelbe Trikot für den Tagessieg überreichte. Die Vorfreude auf weitere Radsport-Ereignisse in Kalterherberg war greifbar.