Orchesterklasse am St.-Michael-Gymnasium Monschau

Flötentöne statt Matheformeln : Großes Interesse an der Orchesterklasse am St.-Michael-Gymnasium

Musik ertönt aus dem St.-Michael-Gymnasium in Monschau. Knapp zwei Dutzend Kinder des fünften Schuljahrs lernen in der Orchesterklasse, wie sie mit Instrumenten umgehen. Immer mehr Schüler interessieren sich für den besonderen Unterricht.

Wer dienstags den neueren Gebäudeteil des Monschauer Gymnasiums betritt, könnte glatt meinen, in einem Konzerthaus zu sein. Aus allen Ecken und Räumen erklingt Musik, mal lauter, mal leiser, meist klangvoll, aber auch schon mal ein bisschen schräg. Kein Wunder: Hier machen knapp zwei Dutzend Kinder des fünften Schuljahrs am MGM ihre ersten Schritte an einem Blasinstrument.

Die sogenannte Orchesterklasse an der Schule auf der Haag ist mit Beginn des neuen Schuljahrs förmlich aufgeblüht: Über 20 Mädchen und Jungen haben sich beim Wechsel von der Grundschule auf das St.-Michael-Gymnasium entschieden, während der Schulzeit ein Instrument zu erlernen und damit zur Klasse 5a zu gehören. Während die anderen Klassen „normalen“ Kunst- oder Musikunterricht haben oder gerade über Matheformeln büffeln, dreht sich bei den Kindern der Orchesterklasse alles um das Instrument. „Die Eltern der Kinder werden dazu Vertragspartner der Musikschule und entrichten für den regelmäßigen Unterricht in der Schule monatlich 26,50 Euro an die Musikschule Monschau e.V.“, erläutert Harry Brandts, der Leiter der Musikschule.

Der Aufschwung der Orchesterklasse an St. Michael und auch die neuen Angebote an der Sekundarschule Nordeifel in Simmerath tragen ganz klar die Handschrift des 54-jährigen Musikpädagogen aus Roetgen, der mit Jahresbeginn die Leitung der Einrichtung übernommen und seither bereits eine Menge bewegt hat. „Da geht einem natürlich das Herz auf, wenn man sieht, wie gut das Angebot angenommen wird und mit welcher Begeisterung die Kinder hier lernen“, sagt Brandts.

Aktuell entsendet die Musikschule jede Woche drei ihrer qualifizierten Lehrer ans MGM, wo sie gruppenweise die Mädchen und Jungen an Trompete und Saxofon, Querflöte, Klarinette und an den Instrumenten des tiefen Blechs unterrichten. „Das klappt gut in der Gruppe, aber funktioniert natürlich nur, wenn die Schüler auch zuhause fleißig üben“, erläutert Harry Brandts.

Die Instrumente gehören überwiegend der Schule, wurden vom Verein der Freunde und Förderer (VEFF) des MGM angeschafft und werden meist für zwei Jahre von den Kindern bzw. ihren Eltern geliehen. Denn der Unterricht in der Orchesterklasse erstreckt sich normalerweise auf die zwei Jahre der Erprobungsstufe, also die Klassen fünf und sechs.

Auch für die Kinder der Klasse 5a, die kein Instrument erlernen, dreht sich während des Unterrichts der Musikschule alles um die Musik. Die Musiklehrer der Schule, Bertram Model und Nicolai Förster, geben diesen Kindern dann unter anderem Keyboardunterricht im großen, gut ausgestatteten Musikraum der Schule.

Bertram Model, der selbst im Musikverein „Eintracht“ Konzen in leitender musikalischer Funktion ist, sieht das Angebot des Gymnasiums und der Musikschule nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum Angebot der musiktreibenden Vereine in der Eifel. „Für die Orchesterklasse wurden Kinder angemeldet, die vielleicht keinen Draht zum örtlichen Musikverein haben. Wenn die Kinder hier eine gewisse Zeit gelernt haben, empfehlen wir ihnen auch, sich den Musikverein oder das Jugendorchester in ihrem Ort einmal anzuschauen“, erklärt Model.
Stichwort Orchester: Für jeden Musiker ist es natürlich am schönsten, die erworbenen Fähigkeiten auch im Zusammenspiel mit anderen zeigen zu können.

Deshalb finden unter Leitung der MGM-Musiklehrer jeden Dienstag in der achten Stunde Orchesterproben als AG (Arbeitsgemeinschaft) statt. „Ein Orchester für die Anfänger, ein zweites für die Fortgeschrittenen“, so Bertram Model. Zu letzterem gesellen sich häufig auch ältere Schülerinnen und Schüler mit ihrem Instrument hinzu, sofern ihr Stundenplan es erlaubt. „Und ein bis zweimal im Jahr gehen die Nachwuchsmusiker dann mit den Orchesterklassen und den beiden Orchestern auf die große Bühne beim Schulkonzert“, freut sich der Musiklehrer.

Bis dahin aber muss noch fleißig geprobt werden – zuhause und jeden Dienstag in der Schule.