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Für bessere Wasserqualität: Neues Bodenfilterbecken am Laufenbach

Für bessere Wasserqualität : Neues Bodenfilterbecken am Laufenbach

Zeitweise sah es aus als würde oberhalb des Laufenbachs zwischen Mützenich und Imgenbroich nahe Monschau ein gigantischer Fischteich gebaut. Dabei steckt viel mehr hinter der Anlage, deren Errichtung erst Mitte September gestartet wurde.

Gebaut wird nämlich ein sogenanntes Bodenfilterbecken, dass auf ganz natürlichem Weg für eine bessere Trinkwasserqualität sorgen soll. Ganz ohne Chemie und garantiert umweltschonend. Als ein gemeinsames Projekt von Städteregion Aachen und WAG (Wassergewinnungs- und aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH) wird es von letzterer federführend geleitet.

Die WAG, als 50-prozentige Tochter der Enwor, wird wiederum von dieser als Dienstleister von vielen Leistungen im Bereich der Wassergewinnung und -aufbereitung unterstützt. Gemeinsames großes Thema ist die Qualität des Trinkwassers. Genau hier kommen seit 2003 Bodenfilterbecken ins Spiel. Mit dem Abschluss der Arbeiten an dem aktuellen Bodenfilter findet übrigens ein wahres Großprojekt seinen Höhepunkt: Das Ziel, 18 solcher Anlagen zu bauen, ist erreicht.

Notwendig war das aus gutem Grund: Bodenfilterbecken tragen nachweislich zur Verbesserung des Rohwassers bei. Für das Versorgungsgebiet der Enwor wird letzteres aus den Talsperren der Nordeifel gewonnen, die das Wasser wiederum aus Flüssen, Bächen und Gräben beziehen. „Das macht es nötig, dass wir an einigen Stellen ganz besonders wachsam sein müssen“, erklärt Diplom-Ingenieur Dirk Delsemmé. Als Enwor-Mitarbeiter leitet er den Fachbereich „Wassergewinnung und Einzugsgebiete“ bei der WAG.

„Die Ortsteile der Stadt Monschau und der Gemeinde Simmerath liegen in den Einzugsgebieten von Kalltalsperre und Obersee. Entwässert werden diese Orte bereichsweise über eine sogenannte Mischkanalisation, die häusliches und gewerbliches Schmutzwasser sowie Regenwasser gemeinsam zu den jeweiligen Kläranlagen leitet.“ Grundsätzlich liegt hierin keinerlei Problem für die Wassergewinnung. Zumal insgesamt 20 Regenüberlaufbecken und Stauraumkanäle zur Zwischenspeicherung die Kläranlagen vor Überlastungen bei Regenwetter schützen.

Was passiert aber, wenn auch die Regenüberlaufbecken tatsächlich überlaufen? Üblicherweise geschieht dies immerhin zwischen 15 und 25 Mal im Jahr. „Dann würde das Wasser zwar mechanisch grob gereinigt, letztlich aber doch samt Schadstoffen und Mikroorganismen in die Gewässer gelangen. Ein Zeitpunkt, an dem Bodenfilterbecken herausragende Arbeit leisten.“ Diese sind nämlich unmittelbar hinter Regenüberlaufbecken angelegt und nehmen überschüssiges Mischwasser auf. „In einer Funktionsweise, die zwar einfach, aber unsagbar effektiv ist“, betont Delsemmé. So gelangt das überschüssige Wasser über Rohrleitung und Zulaufbauwerk in das Bodenfilterbecken und versickert durch eine mit Schilf bewachsene Sandschicht. Hierbei bleiben Schmutzstoffe ganz einfach an den Sandkörnern beziehungsweise in deren Zwischenräumen haften und werden letztlich biologisch abgebaut.

Das Schilf dient der Auflockerung der obersten Sandschicht und verhindert, dass der Sandfilter verdichtet oder verstopft. Anschließend gelangt das Wasser durch eine weitere Drainageschicht und wird durch Drainagerohre in einen Schacht geleitet. Von dort aus gelangt das Wasser dann wiederum in die umliegenden Bäche. „Und zwar um Längen sauberer als es vorher war. So hält der Bodenfilter beispielsweise rund 95 Prozent an Bakterien und nahezu 100 Prozent an Parasiten zurück.“

So demnächst auch am Laufenbach gegenüber der Rochusmühle. „In Betrieb geht die Anlage allerdings erst im Herbst 2021. Schließlich muss das eingesetzte Schilf zunächst einmal wachsen“, fügt der Enwor-Experte zu. Die Kosten für das aktuelle Projekt belaufen sich übrigens auf rund 300.000 Euro, die anteilig von Städteregion und WAG, einer Tochter der enwor, getragen werden.