1. Lokales
  2. Eifel
  3. Monschau

Nachruf: Zum Tode von Leo Heukemes

Nachruf : Zum Tode von Leo Heukemes („Höke Lej“)

Wer kannte ihn nicht? Immer war er unterwegs, auf eigenen Wegen. Mit gesenktem Kopf und fast immer mit zwei großen Plastiktüten in beiden Händen. Die Schultern von dieser und Last des Lebens leicht herunterzogen, ging er entlang der Eifeler Landstraßen seines Weges. Tag für Tag, bei Wind und Wetter, immer ein Ziel im Kopf. Leo Heukemes war im besten Sinne ein Einzelgänger.

Wohl die gesamte Eifel kannte den etwas sonderbaren Zeitgenossen, besser bekannt als „Höke Lej“. Jetzt ist „Höke Lej“ auf seine letzte Reise gegangen, wie es in einem Nachruf zu seinem Tode heißt, und viele werden um den 72-Jährigen aus Kalterherberg trauern. Das Leben hat es mit „Höke Lej“ nicht immer gut gemeint, viele Jahre verbrachte er in Altenpflegeeinrichtungen. Aber hier war er nur ein rastloser Gast. Ihn zog es immer wieder hinaus in die Eifeldörfer, kein Weg war ihm zu weit. Die Straße war seine Welt.

In Zeiten, in denen die Menschen Kurzstrecken in großen Autos zurücklegen, empfand man „Höke Lej“ geradezu als den letzten Fußgänger der Eifel. Wie viele Kilometer mag der freiheitsliebende Sonderling wohl mit seinem Gepäck zurückgelegt haben? Wenn in der Eifel ein Fest stattfand, war „Höke Lej“ nicht weit; überall wurde er freundlich und respektvoll willkommen geheißen, und viele Menschen unterstützten ihn tatkräftig, denn nicht immer waren die Eifelnächte geeignet, in einer Bushaltestelle oder einer Schutzhütte Unterschlupf zu finden.

Die Aktiven im Imgenbroicher Karneval widmeten dem Wandersmann sogar ein eigenes Lied, und „Höke Lej“ sang inbrünstig mit. Er diskutierte gerne und wusste worüber er redete. „Höke Lej“ war ein kluger Kopf, schrieb Leserbriefe für die Tageszeitung, in denen er mit knappen Worten manchmal ebenso abstrakte wie auch kluge Gedanken äußerte, die aber die Menschen kurz innehalten ließen und sein äußeres Erscheinungsbild in den Hintergrund treten ließen. Leo Heukemes war ein guter Mensch; jetzt ist er von uns gegangen – einfach so. Die Eifel wird ihn vermissen.

(P. St.)