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Umrüstung der Beleuchtung: Nach einer dunklen Zeit sollen die Lichter sparsamer leuchten

Umrüstung der Beleuchtung : Nach einer dunklen Zeit sollen die Lichter sparsamer leuchten

Wenn die öffentlichen Gebäude wieder beleuchtet werden dürfen, will die Stadt Monschau mit der Umstellung auf LED-Technik auch dann noch Energie einsparen.

Es ist dunkel geworden im Stadtgebiet Monschau. Die Burg und der Haller über der Altstadt, die Kirchen in den Dörfern, öffentliche Gebäude und Baudenkmäler werden seit dem 1. September nicht mehr beleuchtet. Der Grund ist die für sechs Monate geltende Verordnung der Bundesregierung zur Sicherung der Energieversorgung. Aber auch danach will die Stadt Monschau in diesem Bereich weiter sparen. Diese Überlegungen gibt es nicht erst seit der Energiekrise.

Im Jahr 2020 wurde bereits die Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgerüstet. Wie mit dem Netzbetreiber vertraglich vereinbart, wurden bzw. werden auch die anderen Leuchten, die besondere Objekte und Plätze ins rechte Licht rücken, modernisiert. Unabhängig von den Regelungen der Verordnung der Bundesregierung soll die Umrüstung anvisiert werden. Der aktuelle Stand wurde jetzt in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses vorgestellt.

Bisher hat sich der vom Bau- und Planungsausschuss gebildete Arbeitskreis „Objektanstrahlung“ zweimal getroffen. Im Zuge dieser Treffen wurden die üblicherweise beleuchteten Orte und Gebäude bei Dunkelheit begutachtet. Im Bereich der Altstadt sind das die „Rur-Partie“ (inklusive evangelischer Kirche und Haller) und das Burggelände. In den Dörfern Rohren, Höfen und Kalterherberg handelt es sich um die Kirchen. In Konzen wird die Kirche zwar auch beleuchtet, diese Strahler sind aber nicht an das öffentliche Netz der Straßenbeleuchtung angeschlossen und werden durch den Grundstückseigentümer betrieben. In Mützenich und Imgenbroich werden die Kirchen nicht angestrahlt.

Die Beleuchtung der Haller-Ruine wurde im Februar 2022 von der Regionetz durch moderne und energieeffizienter LED-Technik ersetzt. Dies geschah unter Berücksichtigung der „Beleuchtungsrichtlinien für die Sternenregion Eifel“. Vier Scheinwerfer mit jeweils 274 Watt (Scheinwerfer 250 Watt plus Vorschaltgerät 24 Watt) wurden durch sechs Scheinwerfer mit jeweils 30 Watt ersetzt. Diese Scheinwerfer können nun ebenso wie die Straßenbeleuchtung durch ein sogenanntes Telemanagementsystem geschaltet werden. Durch den Einbau dieses Systems lassen sich die Leuchtpunkte einzeln steuern, überwachen und verwalten. Das bedeutet auch, dass die Beleuchtungsdauer frei gewählt werden kann, wodurch sich Energie und Kosten sparen lassen. Auch mit der Umrüstung der Objektanstrahlung auf dem Burggelände und der „Rur-Partie“ wurde die Regionetz inzwischen von der Stadtverwaltung beauftragt.

Im Rahmen einer Vorplanung hat die Regionetz Daten für das Energie- und Kosteneinsparpotenzial bei der Modernisierung der Anstrahlung der Kirchen ermittelt. Verbaut wurden seinerzeit insgesamt elf Scheinwerfer à 400 Watt inklusive Vorschaltgeräten à 34 Watt mit einer Leistung von insgesamt jeweils 434 Watt, drei an der Kirche in Rohren und jeweils vier in Höfen und Kalterherberg.

 In Konzen wird die Kirche zwar auch beleuchtet, diese Strahler sind aber nicht an das öffentliche Netz der Straßenbeleuchtung angeschlossen.
In Konzen wird die Kirche zwar auch beleuchtet, diese Strahler sind aber nicht an das öffentliche Netz der Straßenbeleuchtung angeschlossen. Foto: Andreas Gabbert

Entsprechend der am Haller vorgenommenen Umrüstung könnte man die vorhandenen Scheinwerfer durch Gruppen mit drei LED-Scheinwerfern mit einer Leistung von dreimal 33 Watt (insgesamt rund 100 Watt) ersetzen.

Bei einer jährlichen Betriebszeit von 4100 Stunden und einem Verbrauch von 5338 kWh in Rohren, 7117 kWh in Höfen und 7117 kWh in Kalterherberg, lagen die Stromkosten bei einem Preis von 0,21 Euro pro kWh bislang bei insgesamt 4110,12 Euro. Wenn die vorhandenen Scheinwerfer durch LED-Strahler-Gruppen mit jeweils rund 100 Watt ersetzt werden, kann mit einem jährlichen Verbrauch von 1230 kWh in Rohren, 1640 kWh in Höfen und 1640 kWh in Kalterherberg und Stromkosten von insgesamt 947,10 Euro kalkuliert werden. Hinzu kommt wie bisher ein jährlicher Pauschalbetrag für Wartung, Instandhaltung, Erneuerung und Verbesserung in Höhe von 132,29 Euro je Leuchtpunkt. Die genaue Anzahl der Scheinwerfer würde bei der Montage beziehungsweise bei einem Probelauf festgelegt. Laut der Stadtverwaltung geht die Regionetz jedoch davon aus, dass sich die Anzahl der Scheinwerfer durch die LED-Technik reduzieren lässt.

Außerdem ließe sich die Betriebszeit durch den Einbau eines Telemanagementsystems von bisher 4100 Stunden auf 1025 Stunden (analog der Schaltzeiten Stadt Aachen) reduzieren. Dann wäre ausgehend von der bisherigen Zahl der Leuchten nur noch mit einem Verbrauch von 307 kWh in Rohren, 410 kWh in Höfen und 410 kWh in Kalterherberg und Stromkosten von insgesamt 236,67 Euro zu rechnen. Unklar ist aber noch, wer die Kosten für den Einbau eines solchen Systems zu tragen hätte.

Hilmar Weber (CDU) merkte an, dass bei den Treffen des Arbeitskreises vorgeschlagen wurde, zu überprüfen, ob hier und da auf eine Lampe verzichtet werden könnte, „weil sie ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht wird“. Es seien aber auch Wünsche geäußert worden, an manchen Stellen zusätzliche Beleuchtung zu installieren. Zum Beispiel gebe es in der Altstadt schöne Ecken, „die abends nicht wahrgenommen werden, weil sie einfach stockdunkel sind“. Wenn sie beleuchtet wären, sei das sicherlich nicht nur eine Bereicherung für den Tourismus, sondern auch für die Bürger. Zunächst gelte es aber, die Kosten zu ermitteln und dann weiter zu überlegen.

Marco Isaac erinnerte von Seiten der Stadtverwaltung daran, dass die Umrüstung der bestehenden Anlagen im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen von der Regionetz übernommen wird. Den Ab-, Um- oder Neubau müsse aber die Stadt zu 100 Prozent selbst bezahlen.