Mit Irmke von Schlichting, Tatjana Dravenau und Ralf Spengler

Konzert im Aukloster : Kostbare Hommage an Clara und Robert Schumann

Den meisten Monschauer Musikfreunden ist wohl die Ankündigung eines musikalischen Abends entgangen, der sich als eine besondere Kostbarkeit herausstellte.

Die Eupener Sopranistin Irmke von Schlichting hatte sich das Monschauer Aukloster als Stätte ausgesucht, um dort zusammen mit der Pianistin Tatjana Dravenau aus Essen und dem Rezitator Ralf Spengler eine Hommage an das Musikerehepaar Clara und Robert Schumann zu gestalten.

Clara Schumanns 200. Geburtstag, der in diesem Jahr begangen wird, mag wohl der Ausgangspunkt des Projekts gewesen sein. Darüber hinaus aber auch die Neuveröffentlichung des Briefwechsels der beiden Musiker, die ihre eheliche Verbindung großen Widerständen abtrotzen mussten. Dr. Thomas Synofzik, der Leiter des Zwickauer Schumann-Hauses (dort ist Robert Schumann geboren), hatte eine markante Folge von Briefzitaten aus der von ihm verantworteten Edition nebst zugehörigen Schumann-Liedern zusammengestellt, die die drei Künstler am Samstagabend der gespannt lauschenden, wenn auch leider überschaubaren Zuhörerschaft darboten.

Es handelte sich dabei um Dokumente und Lieder aus dem Jahr 1840, in dem Robert Schumann einen Großteil seines Liederwerks schrieb und in dem auch endlich die Ehe zwischen den beiden Musikern geschlossen werden konnte. Die einfühlsame Lesung der Briefe zwischen den beiden Liebenden durch Ralf Spengler ließ die Entwicklung der Beziehung in diesen entscheidenden Monaten bis zur Hochzeit lebhaft nachvollziehbar werden. Einige der in den Briefen erwähnten und gleichzeitig entstandenen Lieder wurden in der Interpretation von Irmke von Schlichting mit ihrem schönen und anrührenden Sopran zum Ereignis.

Die junge Künstlerin überspielte in sympathischer Weise ihre anfangs noch spürbare Nervosität und konnte vor allem gegen Schluss den emotionalen Gehalt der Lieder in vollem Maße zur Geltung bringen. Besonders schön das melancholische Eichendorff-Lied „Aus der Heimat hinter den Blitzen rot“ und die beiden letzten, emphatischen Liebeslieder nach Reinick und Rückert. Die Begleitung am Flügel durch die erfahrene Pianistin und Liedbegleiterin Tatjana Dravenau tat ein Übriges, um den Abend zu einem intimen und intensiven Erlebnis werden zu lassen.

Buchenswert auch die Tatsache, dass Irmke von Schlichting sich das Monschauer Aukloster für dieses Konzert eigens ausgesucht hatte; erfreulich, dass demnach der Ruf Monschaus als Kulturstadt mit entsprechenden Möglichkeiten und Ausstattungen allmählich doch weiterdringt. Die junge Sopranistin wird denn auch schon am 21. November erneut – obzwar in anderer Besetzung – nach Monschau kommen, um hier ihre neue CD in einem Präsentationskonzert vorzustellen.

(js)
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